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Das geplante Baugebiet Östlicher Ortskern Oedeme. Foto: A/sp
Das geplante Baugebiet Östlicher Ortskern Oedeme. Foto: A/sp

Bebauungsplan für Ortskern von Oedeme

as Lüneburg. Zweieinhalb Jahre ist es her, dass der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Östlicher Ortskern Oedeme“ gefasst wurde. Mit diesem solle unter anderem auch gesichert werden, dass das Ortsbild im Zentrum von Oedeme gewahrt bleibe, hatte Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge damals im Ortsrat erklärt. Nun soll die Satzung für den Bebauungsplan beschlossen werden — ein Punkt auf der Tagesordnung des städtischen Bauausschusses, der am Montag, 15. Februar, im Traubensaal des Rathauses tagt. Die öffentliche Sitzung beginnt um 15 Uhr.

Wie berichtet, hatte die Stadt den Bebauungsplan auf den Weg gebracht, nachdem die Gaststätte Jägerhof Ende August 2013 ihre Pforten geschlossen hatte und der Eigentümer das Grundstück einer neuen baulichen Entwicklung zur Verfügung stellen wollte. Auch für den landwirtschaftlichen Betrieb „Am Teich 4“ wird es keinen Nachfolger geben, der Hof in absehbarer Zeit seinen Betrieb einstellen. Die frei werdenden Gebäude beziehungsweise die Grundstücke könnten dann anderweitig genutzt werden. Außerdem erwägt die Stadt, auf dem Areal der ehemaligen „Reiterbar“ ein Stadtteilhaus zu entwickeln.

Der Bebauungsplan umfasst eine 9,8 Hektar große Fläche mit den beschriebenen Grundstücken sowie angrenzende, bereits bebaute Bereiche, wo der Bestand lediglich gesichert werden soll. Außerdem umfasst er landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzte Flächen, die aber nicht bebaut werden sollen. „Die Funktion der teilweise darin liegenden und angrenzenden Naturschutz- und FFH-Gebiete wird gesichert“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung.

Ziel soll es auch sein, Nachverdichtungen zu schaffen. Das passt zum Prinzip „Innenverdichtung vor Außenbebauung“, das zurzeit auch im Rahmen des geplanten Wohnungsbauprogramms 2021 disktutiert wird. Mit Blick auf den Ortskern Oedemes waren sich aber Verwaltung und Ortsrat von Beginn an einig, dass sich eine neue Bebauung in die vorhandene dorftypische Ortskern-Struktur einpassen müsse. „Um eine dorfgebiets-untypische zu enge Bebauung zu vermeiden, wird die Grundstücksgröße bei Einzelhäusern auf mindestens 650 Quadratmeter, bei Doppelhaushälften auf mindestens 375 Quadratmeter und bei Reihenhäusern auf 250 Quadratmeter festgesetzt“, heißt es nun.

Der Naturschutzbund hatte das im Rahmen der Einwendungen kritisiert: Angesichts des Flächenbedarfs in der Hansestadt seien Grundstücke für Einzelhäuser mit mehr als 650 Quadratmetern nicht mehr „zeitgemäß“. Die Verwaltung aber folgte dieser „Anregung nicht“, weil es aus Sicht der Stadt dadurch zu einer dorf-untypischen Verdichtung käme.

Da die vorhandene Bebauung im Ortskern vorrangig eingeschossig ist, wird für neue Häuser ein Vollgeschoss festgesetzt, wobei darüber hinaus ein Dachgeschoss laut Plan zulässig ist. Die Traufhöhe liegt bei maximal vier Metern, die Firsthöhe bei bis zu neun Metern. Lediglich landwirtschaftliche Gebäude, die erhalten bleiben und anders genutzt werden sollen, dürfen auch bis zu 11,5 Meter hoch sein.

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