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Bernd Wald vom Mühlenverein und Petra Gebert (2.v.l.) von der Samtgemeinde können sich einen Pavillon im Garten des Bardowicker Gildehauses für einen neuen Trauort gut vorstellen. Auch die Standesbeamtinnen Nicole Schwarz (l.) und Heike Neumann würden sich über eine Ausweitung des Angebots freuen. Foto: dth
Bernd Wald vom Mühlenverein und Petra Gebert (2.v.l.) von der Samtgemeinde können sich einen Pavillon im Garten des Bardowicker Gildehauses für einen neuen Trauort gut vorstellen. Auch die Standesbeamtinnen Nicole Schwarz (l.) und Heike Neumann würden sich über eine Ausweitung des Angebots freuen. Foto: dth

Neue Trauorte in Bardowick im Gespräch

dth Bardowick. Standesamtliche Trauung unter freiem Himmel, diese Möglichkeit könnte die Gemeinde Bardowick bald Heiratswilligen eröffnen. Im Gespräch sind mehrere Orte, die dafür in Frage kommen. Einer davon ist der Garten des Heimatmuseums „Gildehaus“. Eine freie Ortswahl für standesamtliche Trauungen gibt es aber grundsätzlich nicht. „Voraussetzung ist die Nähe eines gewidmeten Trauzimmers“, sagt Standesbeamtin Nicole Schwarz. Hauptsächlich wegen des Wetters. Das wäre beim Gildehaus erfüllt.

Seit jeher werden im Bardowicker Gildehaus, dem einstigen Amtssitz der Gemeinde, Ehen geschlossen. Tisch und Stühle für Brautpaar, Trauzeugen und Standesbeamtin stehen stets bereit. Gemütlich, rustikal, neben einem offenen Kamin. An der Wand hinter dem Platz der Standesbeamtin hängt ein Gemälde einer früheren Bardowicker Hochzeitsgesellschaft vor dem Bardowicker Dom. Die Standesbeamtinnen Nicole Schwarz, Heike Neumann und Astrid Fallapp nehmen immer am zweiten Sonnabend im Monat im Gildehaus die Eheversprechen ab. Alternativ steht das Trauzimmer im Bardowicker Rathaus bereit. Schwarz sagt auf Nachfrage: „Wir würden uns freuen, wenn wir unser Angebot erweitern könnten.“

Petra Gebert von der Samtgemeinde schwebt für den neuen Trauort im Gildehaus-Garten ein heller, metallener Pavillon vor. Für Anschaffung, Aufbau und Ausstattung könnten mehrere tausend Euro fällig werden. Gebert: „Das muss die Politik aber noch entscheiden.“ So wird bei der heutigen öffentlichen Sitzung des Kultur- und Sozialausschusses des Fleckens (18.30 Uhr, Sozialraum im Rathaus) das Haushalt-Budget auch dafür festgezurrt.
Begeistert zeigt sich bereits Bernd Wald, Ratsherr und Vorsitzender des „Windmühlenvereins Bardowick e.V. — Verein für Heimatkunde“. Als die Gemeinde wegen des Gildehaus-Gartens auf den Verein zukam, war seine erste Reaktion: „Das kriegen wir doch hin. Das steht uns gut zu Gesicht!“

In den verschiedenen politischen Gremien waren zuletzt noch weitere Trau-Orte unter freiem Himmel in der Diskussion. Bespielsweise der Garten des Bardowicker Doms oder das Museumsschiff Ilmenau an der Bardowicker Schleuse. Dazu Gebert zurückhaltend: „Da laufen noch Gespräche.“

50 bis 60 Trauungen werden vom Bardowicker Standesamt pro Jahr durchgeführt. Auch auf Plattdeutsch. Dazu Neumann: „Das wird vielleicht einmal im Jahr gewünscht. Plattdeutsch versteht ja nicht mehr jeder.“ Wald: „Hauptsache das Brautpaar weiß, an welcher Stelle es Ja zu sagen hat.“