Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Die Berufsaussichten sind optimal, auch für Quereinsteiger. Gemeinsam begrüßten Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt (Mitte) und Schulleiterin Christiane Pätz (rechts daneben) die angehenden Sozialassistenten an der Berufsbildenden Schule III. Foto: t&w
Die Berufsaussichten sind optimal, auch für Quereinsteiger. Gemeinsam begrüßten Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt (Mitte) und Schulleiterin Christiane Pätz (rechts daneben) die angehenden Sozialassistenten an der Berufsbildenden Schule III. Foto: t&w

Pauken für den Wunschberuf

kre Lüneburg. Männer braucht das Land! Zu dieser Einschätzung kam jetzt Landrat Manfred Nahrstedt — und Oberstudiendirektorin Christiane Pätz mochte ihm da nicht widersprechen. Die Schulleiterin der BBS III und der Kreisverwaltungschef begrüßten die angehenden Sozialassistenten an der BBS-Außenstelle in Oedeme. 22 Frauen — aber nur zwei Männer. Und alle haben die Schulzeit eigentlich schon hinter sich, haben zum Teil Familien gegründet und erfolgreich in ihren Berufen gearbeitet — als Altenpflegerin, als kaufmännische Angestellte, als Bürokauffrau. Doch fehlte den meisten etwas: „Der Umgang mit Menschen, mit Kindern“, beschreibt Verena Bunnemann ihre Motivation, um als 40-Jährige noch einmal die Schulbank zu drücken. Bunnemann und die anderen nehmen teil an einer berufsbegleitenden Ausbildung für Quereinsteiger an der Berufsfachschule Sozialassistent.

Das Engagement begeistert Manfred Nahrstedt: „Gerade im sozialen Bereich haben wir einen großen Bedarf an Fachkräften“, betonte der Verwaltungschef — „vor allem Erzieher werden gesucht.“ Lüneburg sei Zuzugsregion. Und das auch noch in den nächsten Jahren. „Wir sind dabei Krippen und Kindergärten zu bauen. Doch dazu brauchen wir gut ausgebildete Erzieher, denn ohne die geht gar nichts“, machte Nahrstedt deutlich. Die Berufsaussichten für die 22 Frauen und die beiden Männer in der Berufsfachklasse seien optimal — auch wenn alle erst am Beginn ihrer Ausbildung stehen.
Eineinhalb Jahre dauert die Ausbildung in Teilzeitform zum Sozialassistenten. Dabei müssen die Frauen und Männer noch einmal kräftig pauken: Deutsch steht ebenso auf dem Stundenplan wie Englisch, Mathematik, Sport, Religion und Politik. Dazu kommt — natürlich — auch ein umfassender Praxisanteil. „Die praktische Ausbildung umfasst insgesamt 600 Stunden in sozialpädagogischen Einrichtungen, etwa in Kindergärten oder Krippen, erläutert BBS-Leiterin Pätz. Am Ende der Ausbildung folgen dann praktische und mündliche Prüfungen. Ist auch diese Hürde gemeistert, dürfen sich die 22 Frauen und die beiden Männer staatlich geprüfte Sozialassistenten mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik nennen. Doch viele der Teilnehmer denken schon weiter, wollen nach erfolgreichem Abschluss auch die Ausbildung zum Erzieher machen. Ebenfalls berufsbegleitend in Teilzeit. Das bedeutet dann weitere drei Jahre büffeln.

Dass von den Teilnehmern manche ob der Belastung aufgeben werden, glaubt Pätz nicht. „Ältere Schüler wissen genau, was sie wollen und gehen mit einer ganz anderen Motivation und Verlässlichkeit in die Ausbildung“, weiß die Oberstudiendirektorin.

Dass dieser Ausbildungsgang begehrt ist, zeigen die Anmeldezahlen: „Der Zulauf war größer als das Platzangebot“, berichtet Pätz Kollegin Dr. Michaela Kählau: „Zehn Personen stehen auf der Warteliste.“ Die Chancen stehen aber nicht schlecht, dass bald eine zweite Klasse aufgemacht wird. Denn wie stellte Nahrstedt fest? Sozialassistenten und Erzieher werden gesucht!