Aktuell
Home | Lokales | Rotary Club Lüneburg wird 60
Friedrich Lüllau ist der amtierende Präsident des Rotary Club Lüneburg. Die Service-Organisation feiert in diesem Jahr ihr 60-jähriges Bestehen. Foto: t&w
Friedrich Lüllau ist der amtierende Präsident des Rotary Club Lüneburg. Die Service-Organisation feiert in diesem Jahr ihr 60-jähriges Bestehen. Foto: t&w

Rotary Club Lüneburg wird 60

as Lüneburg. Toleranz gegenüber allen Völkern, Religionen und Lebensweisen, Freundschaft und der Einsatz für ein friedliches Miteinander auf der Welt — das sind Werte, denen sich Rotarier verpflichtet sehen. 1,2 Millionen Mitglieder zählt die Service-Organisation weltweit. Der Rotary Club Lüneburg blickt in diesem Jahr auf sein 60-jähriges Bestehen zurück. Gefeiert wird dies auch bei der Wohltätigkeitsveranstaltung, dem großen Dinner, am kommenden Sonnabend, 13. Februar, im Seminaris. Der Erlös — das ist gute Tradition — kommt der Kinder- und Jugendbildung zugute.

1905 wurde der erste Rotary Club (RC) von dem amerikanischen Rechtsanwalt Paul Harris in Chicago gegründet. Der Grundsatz einer „Weltgemeinschaft von Berufsleuten“, die ihre berufliche Tätigkeit auch dafür nutzen, um sich für die Gemeinschaft zu engagieren, galt von Anfang an. Aus dem Beginn in Chicago entwickelte sich ein weltumspannendes Netz, das heute 34000 Clubs knüpfen.

Der erste deutsche Club bildete sich 1927 in Hamburg. „Der wiederum hat 1956 den Lüneburger Club gechartert, weil es persönliche Kontakte gab“, berichtet Friedrich Lüllau, amtierender Präsident beim RC Lüneburg. Erster Präsident war Walter Zechlin, Diplomat und Sozialdemokrat, der von den Nazis ausgebürgert wurde und nach dem Krieg als Pressechef für die niedersächsische Landesregierung tätig war. „Heute vergeben wir jedes Jahr den Zechlin-Preis an Abiturienten, um sie für ihr besonderes Engagement im Bereich des Gemeinwohls zu würdigen“, so Lüllau.

Was vor über einem Jahrhundert als reiner Männer-Club begann, ist inzwischen längst offen auch für weibliche Mitglieder. Die 74 Frauen und Männer des RC Lüneburg treffen sich allwöchentlich zum Clubabend in der „Krone“. Was für Friedrich Lüllau zählt, sind die „freundschaftliche Verbundenheit und die unterschiedlichen beruf­lichen Kompetenzen“, die diese Gemeinschaft ausmacht.

Und die Gemeinschaft engagiert sich fürs Gemeinwohl. „Lokal unterstützen wir Projekte, die sich an Kinder und Jugendliche aus bildungsbenachteiligten Schichten richten.“ Die Lüneburger beteiligen sich auch an der „End Polio Now“- Kampagne von Rotary International, mit der Kinderlähmung weltweit ausgerottet werden soll. „Unterstützt wird die Kampagne unter anderem von der Bill & Melinda Gates Stiftung.“

Im Sinne der Völkerverständigung betreibt Rotary International außerdem eines der größten nichtstaatlichen Jugendaustauschprogramme, „das nicht nur auf die Kinder von Club-Mitgliedern begrenzt ist“, berichtet Lüllau. Der Club schickt jedes Jahr drei Jugendliche ins Ausland, nimmt im Gegenzug in Lüneburg junge Menschen aus aller Welt auf, damit diese nicht nur die Kultur in Deutschland kennenlernen, sondern bei Reisen auch Einblicke in andere europäische Länder bekommen.

„Zweimal pro Jahr gibt es außerdem ein Treffen der Präsidenten aller Lüneburger Service-Organisationen“, berichtet Lüllau. Da geht es dann um Projekte, die man gemeinsam unterstützen möchte — wie zum Beispiel „Rock Your Life“.