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Auch der Grüngürtel zwischen Reppenstedt und Lüneburg solle sich im Ortsentwicklungsplan wiederfinden, meint der grüne Bürgermeister. Die CDU sah das bisher kritisch. Foto: t&w
Auch der Grüngürtel zwischen Reppenstedt und Lüneburg solle sich im Ortsentwicklungsplan wiederfinden, meint der grüne Bürgermeister. Die CDU sah das bisher kritisch. Foto: t&w

Und Reppenstedt entwickelt sich doch

dth Reppenstedt. Um den mühselig errungenen Kompromiss nicht doch noch zu gefährden, zogen es die Kommunalpolitiker diesmal vor, zum Thema zu schweigen. Zumindest versuchten es die meisten und manch einer mag noch nicht einmal gewusst haben, wofür er bei der jüngsten Sitzung die Hand gehoben hat. Hauptsache einstimmig. Erneut hatte der Gemeinderat Reppenstedt kürzlich den Ortsentwicklungsplan auf der Tagesordnung. Kernthema: Wie und wo soll sich die Gemeinde in den kommenden 15 Jahren weiterentwickeln? Das von einer Arbeitsgruppe erarbeitete Konzept hatte der Rat noch im November mit grün-roter Mehrheit wieder in die Schublade verbannt. Normalerweise hätte der Rat das Thema sechs Monate nicht mehr anfassen dürfen. Doch „neue Erkenntnisse“ brachten Teile des Rates jetzt zum Umdenken.

Stritten sich die Kommunalpolitiker zwischenzeitlich wie die Kesselflicker um den Ortsentwicklungsplan, fanden sie nun einen Kompromiss, allerdings hinter verschlossenen Türen im nicht öffentlichen Verwaltungsausschuss — kurz vor der Ratssitzung. „Wir haben uns auf etwas geeinigt, dem sich alle Fraktionen anschließen können“, sagte Jürgen Hesse (SOLI/Bürgergruppe) betont zurückhaltend, aber erleichtert. Wiederholt hatte auch er sich dafür eingesetzt, den Ortsentwicklungsplan zu beschließen.

Gemeindedirektorin Susanne Stille nannte den Grund für die Neubefassung: „Der Landkreis Lüneburg ändert seinen Landschaftsrahmenplan.“ Das könne dazu führen, dass die spätere Ausweisung von neuen Baugebieten erschwert würde. Deshalb weist die Gemeinde nun in einer Stellungnahme an den Landkreis auf mögliche Bau- und Entwicklungsgebiete hin, auf die der Landkreis Rücksicht nehmen solle. Mit der Nennung der Bau- und Entwicklungsgebiete nimmt der Rat aber den Kern des Ortsentwicklungsplans vorweg, den Grün-Rot lieber erst nach der Kommunalwahl im September diskutiert hätte, um das Thema aus dem Wahlkampf herauszuhalten.

Die Initialzündung für den neuen Anlauf kam von der CDU-Fraktion. Die hatte im Dezember in einem Antrag gefordert, mit einem eigenen Ortsentwicklungsplan auf die Aufstellung des Landschaftsrahmenplans (LRP) zu reagieren. Reppenstedts grüner Bürgermeister Jürgen Backhaus sagte auf LZ-Nachfrage: „Wir haben die Aufstellung des LRP vorher eher als Fachbeitrag interpretiert und nicht als Gegenstand einer politischen Auseinandersetzung.“

Mehrere Bau- und Entwicklungsgebiete sind nunmehr denkbar: Beispielsweise östlich der Brockwinkler Straße, nördlich einer Verlängerung der Straße Westerfelde, eine „Ortsabrundung“ östlich des Schnellenberger Weges bis hin zur „Randbebauung“ nördlich der Straße Tütenberg. Zudem war bereits im Herbst über ein neues Wohngebiet für schätzungsweise bis zu 500 Einwohner diskutiert worden. Den genauen Wortlaut der Stellungnahme hat die Verwaltung nicht herausgegeben, um ein Wiederaufflammen des politischen Streits zu vermeiden …

Unterdessen hält Bürgermeister Backhaus daran fest, dass im heraufziehenden Kommunalwahlkampf eine Diskussion über den Ortsentwicklungsplan nicht sinnvoll sei: „Jetzt ist nicht die Zeit, in denen Gemeinsamkeiten, sondern Unterschiede betont werden. Da lässt sich kein Ortsentwicklungsplan machen, der zehn bis 15 Jahre in die Zukunft weist.“ Zumal im Entwurf wichtige Themen wie die Unterbringung von Flüchtlingen noch keine Rolle spielen.