Aktuell
Home | Lokales | Red Hand Day: Handabdrücke setzen Zeichen
Mit roten Händen ein Zeichen setzen: Die Mädchen und Jungen des 7. Jahrgangs an der IGS in Kaltenmoor protestieren am weltweiten Red Hand Day gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten. Foto: t&w
Mit roten Händen ein Zeichen setzen: Die Mädchen und Jungen des 7. Jahrgangs an der IGS in Kaltenmoor protestieren am weltweiten Red Hand Day gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten. Foto: t&w

Red Hand Day: Handabdrücke setzen Zeichen

jdr Lüneburg. Lise Essmann (13) und Lilly Günzel (12) sind sich einig: Kinder dürfen weder im Krieg kämpfen noch dazu ausgebildet werden. „Wir wollen der Politik zeigen, was wir davon halten, dass Kinder in vielen Ländern der Welt vom Militär ausgenutzt werden“, sagt ihr Mitschüler Ben Schmieden. Der 13-Jährige hat sich gerade beide Hände rot anmalen lassen, und wie alle anderen Kinder des siebten Jahrgangs an der Integrierten Gesamtschule Lüneburg in Kaltenmoor (IGS) einen Abdruck auf einem weißen DIN-4- Papier hinterlassen. „Ich denke oft darüber nach, wie gut es mir im Vergleich zu anderen in meinem Alter geht. Die Abdrücke sollen andere wachrütteln: egal, ob groß oder klein.“

Ein Zeichen zu setzen gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten, das ist das Ziel des weltweiten Aktionstages „Red-Hand-Day“, der jährlich am 12. Februar stattfindet und den die IGS seit Einrichtung der Schule unterstützt.

Zwar verbietet die UN-Kinderrechtskonvention den Einsatz von Minderjährigen in Kriegen und kriegerischen Konflikten. Und doch: Laut aktuellen Schätzungen der Vereinten Nationen müssen weltweit rund 250000 Kinder den Dienst an der Waffe ableisten vornehmlich in Afrika, sowohl vom Militär als auch von Rebellengruppen rekrutiert.

Lehrer und Projektkoordinator Folkert Schreiber sagt: „Unsere Jungen und Mädchen sind in dem Alter, in dem andere bereits aktiv Erfahrungen mit dem Krieg machen müssen. Es ist daher notwendig, das Thema mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.“

Bei der Organisation des Aktionstages wurde Schreiber wie sein Vorgänger Ludger Wessels vom schulinternen Kinderrechte-Team unterstützt. „Ich muss hier im Grunde gar nichts machen, die Schüler sind so engagiert und eifrig bei der Sache, dass ich die Verantwortung durchaus abgeben könnte“, bilanziert er nicht ohne Stolz.

Schulleiterin Susan Kletzin ergänzt: „Kinder lernen früh, mit offenen Augen durch das Leben zu gehen. Im Gesellschaftslehreunterricht beobachten wir täglich, wie sie ihr politisches Bewusstsein entwickeln und eine eigene Meinung generieren das kommt hier wunderbar zum Ausdruck.“

Rund 400 rote Abdrücke haben die Schüler nun gesammelt. Der Weg führt sie zunächst in die Hauptstadt nach Berlin, später sollen sie dann UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon erreichen. Weltweit kamen im vergangenen Jahr mehr als 350000 Protesthände zusammen.

2 Kommentare

  1. „Wir wollen zeigen, was wir davon halten…“ Ausgelebte Hilfslosigkeit. Kinder werden in Betroffenheit konditioniert. „Wir“ sind uns in der Betroffenheit nah. Symbole zählen über alles. Kinder lernen nicht, dass es z.B. afrikanischen Bandenführern völlig egal ist, wer in der Welt was über sie denkt. Kindersoldaten sind eh „normal“. Das wird dort gedacht. Millionen roter Hände von Lüneburg nach Berlin würden keine Sekunde auch nur irgendwas ändern.

    Keiner erklärt unseren Kindern, dass solche Aktionen in Enttäuschungen münden müssen. Deshalb sind sie das falsche Mittel. Unsere Kinder werden so nicht auf die Realität vorbereitet. Aber das hat die Pädagogik des „irgendwie-halt-enorm-wichtig-und-so“ ohnehin nicht vor.

    • na, dann erklären sie doch mal den kindern, warum sich erwachsene wie geisteskranke benehmen? ob sich da zwischen kind und erwachsenen ein vertrauensverhältnis dabei aufbauen lässt? sie scheinen ja den richtigen durchblick in dieser hinsicht zu haben. nur zu.