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Zum Schuljahresende soll sich das Tor zum Gelände des Horts an der Papenstraße schließen. Wie es danach mit dem Gebäude weitergeht, ist noch unklar. Foto: t&w
Zum Schuljahresende soll sich das Tor zum Gelände des Horts an der Papenstraße schließen. Wie es danach mit dem Gebäude weitergeht, ist noch unklar. Foto: t&w

Kein Bedarf mehr für Schülerhort

us Lüneburg. Die Idee war gut, fand Unterstützer und wurde umgesetzt. Weil Eltern sich eine Betreuung für ihre schulpflichtigen, aber aus dem normalen Hortalter bereits herausgewachsenen Kinder wünschten, entstand auf ihre Initiative hin in der Papenstraße der Schülerhort. Das war Anfang der 1980er-Jahre. Seitdem wurde die sozialpädagogische Einrichtung immer mehr auch für Kinder mit besonderen Auffälligkeiten oder Problemen im sozialen Umfeld genutzt. Weil die Stadt dafür aber keinen Bedarf mehr sieht, soll der Schülerhort jetzt geschlossen werden.

„Der Hort in der Papenstraße soll zum Ende des Schuljahres 2015/2016 auslaufen. Der Bedarf für ein Betreuungsangebot, wie es dieser Hort für Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren zurzeit noch bietet, geht nach den Erfahrungen der Hansestadt Lüneburg zurück“, sagt Pia Steinrücke, Bildungs- und Sozialdezernentin der Stadt.

Ein Grund für den Rückgang der Zahlen sei laut Steinrücke der sich landesweit durchsetzende Gedanke der Inklusion, wonach immer öfter auch Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen Schulen und bestehende Freizeiteinrichtungen gemeinsam besuchen. „Wenn es dann zum Beispiel Kinder gibt, die weitergehende Betreuungsangebote am Nachmittag benötigen, sollen sich diese in dem üblichen Umfeld der Kinder befinden“, erläutert Steinrücke. Zum üblichen Umfeld zählt die Dezernentin beispielsweise Schulen, Vereine, Jugendzentren oder auch Stadtteilhäuser.

Einen zurückgehenden Bedarf, wie ihn die Stadt behauptet, kann Jan Loose nicht erkennen. Der Schülerhort habe bis zum vergangenen Jahr stets zwischen 15 und 20 Kinder und Jugendliche in seinen Räumen in der Papenstraße betreut. „Erst nachdem die Stadt den Aufnahmestopp verhängt hatte, ging die Zahl auf jetzt neun zurück“, sagt der Mitarbeiter des Schülerhorts, der seit zehn Jahren als Erzieher in der Einrichtung arbeitet. „Zuvor war die Nachfrage nach einem Platz in unserer Einrichtung sogar so groß, dass wir bis zuletzt Wartelisten hatten.“

Für die Stadt aber ist die Schließung ausgemachte Sache, auch, weil sie „ein wichtiger Baustein der Modernisierung des Konzeptes für die Stadtteil- und Sozialarbeit“ ist, wie Steinrücke erklärt. Die Neuorganisation und Einbindung der Jugendlichen in ihre neue Umgebung durch individuelle Nachfolgeangebote soll in Zusammenarbeit mit einem freien Träger erfolgen.

Jan Loose kann die Entscheidung der Stadt nicht nachvollziehen: „Ein Angebot für diese Kinder und Jugendlichen losgelöst von der Schule ist weiterhin unbedingt erforderlich.“ In den Klassen der Regelschulen würden sie häufig als Störer empfunden, Lehrer seien dankbar, sie zur Entlastung des Unterrichts in die Papenstraße schicken zu können. Im Hort wurden betreuungsbedürftige Schüler aus allen Schulformen aufgenommen, von der Förderschule bis zum Gymnasium.

Wie es mit Jan Loose und Hortleiter Martin Hoppe, den noch verbliebenen zwei Fachkräften, nach Schließung des Horts zum Schuljahresende weitergeht, ist noch offen. Man habe beiden aber innerhalb der Verwaltung andere Beschäftigungsmöglichkeiten im sozialen Bereich angeboten. Was im Anschluss mit dem Gebäude in der Papenstraße geschehen solle, sei noch unklar. Die Stadt als Eigentümerin habe dazu noch keine Entscheidung getroffen, hieß es aus der Pressestelle des Rathauses.

2 Kommentare

  1. Bettina Barbara Baum

    Ich agiere jetzt mal als Orakel:

    Herr Mägde lässt das Gebäude abreißen …..
    lässt alles fällen was einem Baum ähnelt ….
    verkauft das Grundstück …..
    dann kommen da neue Häuser rauf …
    unter dem Deckmantel Sozialer Wohnngsbau
    und schon ist Herr Mädge seinem Traum : Lüneburg zu einer Großstadt zu machen einen Schritt näher gekommen.

    • das orakel von delphi war auch sehr kreativ. es soll an den gasen, die aus dem boden strömten, gelegen haben.