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Jochen Wiegandt singt auf Plattdeutsch und unterhält sein Publikum mit kleinen Anekdoten. Foto: ina
Jochen Wiegandt singt auf Plattdeutsch und unterhält sein Publikum mit kleinen Anekdoten. Foto: ina

Plattdüütsch: Eine Eigenwillige und liebenswerte Sprache

ina Adendorf. „Menschen, die Platt sprechen, werden nicht mehr verächtlich angeschaut“, sagt Günther Wagener, Plattdeutschbeauftragter für Stadt und Landkreis Lüneburg. Im Gegenteil: Plattdeutsch lebt! Oder, wie es im Programmheft der „Plattdeutschen Wochen“ steht: „Plattdüütsch levt — ok in´n Landkreis Lümborg“.

Bis zum 17. April wird das Niederdeutsche im Rahmen einer Veranstaltungsreihe gepflegt — bereits zum dritten Mal. Den Anfang machte jetzt Jochen Wiegandt im Adendorfer „Hotel Teichaue“. Im voll besetzten Veranstaltungssaal begeisterte der Gitarre spielende Sänger sein Publikum mit einer Reihe alter Lieder und Eigenkreationen wie „Chan-songs oder „Plattblues. „Die plattdeutsche Sprache ist eigenwillig und liebenswert, man kann mit ihr wunderbar Dinge sagen, die auf hochdeutsch grob und unmöglich wären“, erklärte er im Vorfeld des Konzerts. Seit 1983 ist er mit Soloprogrammen unterwegs, die stets Eigenes mit Traditionellem, Deftiges mit Ernstem und Historisches mit Alltäglichem verbinden.

In den nächsten neun Wochen können sich Plattdeutsch-Liebhaber auf jede Menge weitere Angebote freuen. Für junge Fans gastiert der „Kiepenkasper“ in Grundschulen, die „Lütten Sülfmeisters“ spielen „Kalle Blomquist“ und das Jugendtourneetheater „Wellenbrecher“ kommt nach Lüneburg. Darüber hinaus spielt die Theatergruppe der Heideböcke Amelinghausen im März in Schencks Gasthaus „Twee Kerls speelt Dame“ und die Laienspielgruppe der Kirchengemeinde Handorf präsentiert im Gasthaus Benecke das Stück „Spökelstundn“.

Auch in Lüneburg wird die plattdeutsche Mundart gelebt. Die Niederdeutsche Bühne Sülfmeister gastiert im T.NT Theater Lüneburg mit „Pension Schöller“, und der gebürtige Nordfriese Ekhard Ninnemann wirbt mit dem spannenden Titel „Wenn se harrn schrieven kunnt: De Sulteknechte un ehr Rechte“ seine Führung durch das Salzmuseum.

„Gauneree lohnt sik ann Enn nich“ lautet die Botschaft des Tafelräubers Nickel List im Rahmen seines Stadtrundgangs „op Platt“. Weitere Veranstaltungstipps gibt es im Programmheft in der Tourist-Info, bei den Gemeinden und im Internet auf www.lueneplatt.de.