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Andreas Gensch war seit Sommer 2014 mit seiner Bahn in Bad Bevensen unterwegs. Er war so erfolgreich, dass das Angebot ausgebaut wurde. Trotzdem ist nun Schluss. Foto: A./t&w
Andreas Gensch war seit Sommer 2014 mit seiner Bahn in Bad Bevensen unterwegs. Er war so erfolgreich, dass das Angebot ausgebaut wurde. Trotzdem ist nun Schluss. Foto: A./t&w

Bad Bevensen: Solarbahn vor dem Aus

ca Lüneburg/Bad Bevensen. Bürgermeister Martin Feller spricht von einer „Katastrophe, die Politik hat sich hier nicht mit Ruhm bekleckert“. Der grüne Rathauschef ist sauer und enttäuscht, dass die Solarbahn des Mechterseners Andreas Gensch von Juni an nicht mehr durch Bad Bevensen rollt. Es sei das klägliche Ende einer Erfolgsgeschichte, denn die Bahn, die mit Sonnenenergie betrieben wird, sei nicht nur Kurgästen zugutegekommen, sondern habe auch den öffentlichen Personennahverkehr in der kleinen Nachbarstadt bestritten.

Wie berichtet, war Gensch mit der Bahn ausgewichen, nachdem er in Lüneburg von Verwaltung und Bürgern Gegenwind erhielt, als er mit den Wagen Touristen die Stadt zeigen wollte. In Bevensen sah eigentlich alles gut aus, zehn Jahre sollte sein Vertrag dort laufen. Den hatte er mit der dortigen Marketinggesellschaft geschlossen, nach zwei Jahren sollte die Stadt übernehmen. Zwischendrin hätte eine europaweite Ausschreibung laufen müssen, die aber so formuliert war, dass Gensch mit hoher Wahrscheinlichkeit als Gewinner durchs Ziel gelaufen wäre. Doch in der Marketing, die wirtschaftlich angeschlagen ist, wechselten die Verantwortlichen. Und auch die Politik stellte einiges infrage, nachdem das rot-grüne Bündnis im Rat zerbrochen war.

Gensch fühlt sich inzwischen von vielen verlassen. Allerdings nimmt er Bürgermeister Feller ausdrücklich aus. „Mein Vertrauen ist hin, Zusagen wurden nicht eingehalten“, sagt der 59-Jährige. Bis Ende Mai fahre er noch, dann sei der Vertrag erfüllt. Zwar habe er ein Angebot, die Bahn im Schwarzwald einzusetzen: „Aber das ist mir zu weit weg.“ Also werde er Zugmaschine und Wagen verkaufen: „Mit Verlust.“ Eine weitere Bahn lässt er in Bispingen rollen, zudem betreibt er in Lüneburg Kutschen.

Feller möchte einen neuen Unternehmer finden, der eine Bahn fahren lassen will. 120 000 Euro stünden dafür im Jahr als Zuschuss zur Verfügung. Die Chancen, jemanden zu finden, hält er im Moment für gering.

2 Kommentare

  1. So macht man zügig und nachhaltig die Kleinunternehmer kaputt…

  2. Ich verstehe das irgendwie nicht…

    Lese ich es doch richtig, dass die Marketinggesellschaft den Betrieb bisher mit 120.000Euro bezuschusst hat und diese Bezuschussung ausläuft und von der Stadt übernommen werden sollte?
    Nun sagt der Bürgermeister es stünden 120.000Euro jährlich für einen Betrieb einer solchen Bahn zur Verfügung…
    Wieso wird, bzw. muss dann die Bahn eingestellt werden?