Aktuell
Home | Lokales | Als Helfer in aller Welt aktiv
Sabrina Boenschen, Mareike Quast und Silvia Gaßmann (v.l.) vermitteln ehrenamtliche Helfer in alle Welt. Der Verein Via hat seinen Hauptsitz in Lüneburg und unterhält mehrere Zweigstellen im Bundesgebiet. Foto: ca
Sabrina Boenschen, Mareike Quast und Silvia Gaßmann (v.l.) vermitteln ehrenamtliche Helfer in alle Welt. Der Verein Via hat seinen Hauptsitz in Lüneburg und unterhält mehrere Zweigstellen im Bundesgebiet. Foto: ca

Als Helfer in aller Welt aktiv

ca Lüneburg. Nachdem sie selber im Ausland gelebt und in sozialen Projekten gearbeitet hatten, wollten die jungen Leute ihre Erfahrungen weitergeben. Sie gründeten einen Verein, der Auslands-Einsätze vermittelt. Was 1992 als kleine Initiative in Lüneburg startete, hat sich zu einem stattlichen Vermittler gemausert: 400 bis 500 Männer und Frauen, zumeist im Alter zwischen 18 und 30 Jahren, gehen mit Begleitung von Via e.V. in alle Welt. Ziel damals wie heute: den Austausch und das Miteinander von Menschen rund um den Globus fördern. Am Sonnabend, 20. Februar, stellt sich der Verein für internationalen und interkulturellen Austausch mit einem Tag der offenen Tür vor.

Sabrina Boenschen, Silvia Gaßmann und Mareike Quast gehören zu den zehn Mitarbeitern, die ihr Büro in der alten Kreissparkasse hinter dem Marienplatz haben. Bundesweit zählt Via zwanzig Kollegen. Sie vermitteln Interessierte nach Asien, Afrika und Südamerika, aber auch in europäische Länder wie England und Spanien. Ein Jahr lang engagieren sich Teilnehmer in Kindergärten, Schulen, Altenheimen, aber auch in Projekten, die Straßenkinder oder Obdachlose betreuen. Via sieht sich als Lern- und Bildungsdienst.

Interessenten finden Via beispielsweise auf einer eigenen Seite und bei Facebook im Internet, aber auch beim Weltwärts-Programm der Bundesregierung sei man gelistet.

Sabrina Boenschen betont, dass die meisten Beschäftigten selber als Helfer im Ausland gelebt haben: „Deshalb wissen wir, wovon wir reden.“ ­Boenschen, die ihren Dienst in Spanien absolvierte, berichtet, dass man sehr darauf achte, wer in welches Projekt geht: „Wir schauen auf die Stärken der Freiwilligen.“ Und nicht jedes Vorhaben passe auch zu jedem Interessenten.

Neben Vorgesprächen stehen Seminare an, die über Land und Leute informieren, aber auch eigene Initiative ist gefragt: Wer etwa nach Tansania möchte, lernt am besten selber zuvor ein paar Sätze Kisuaheli. Helfer sollten möglichst einen Spenderkreis aufbauen, der ihnen finanziell unter die Arme greift. Denn trotz Zuschüssen kann der Verein nicht alle Kosten decken.

Die „Einsatzstelle“ selber entscheide am Ende, ob sie den Bewerber auch möchte: Manche Organisation sei in Deutschland vertreten, ansonsten werde über Skype oder Telefon Kontakt gesucht. Es ist keine Einbahnstraße, Via informiert sich auch über seine ausländischen Partner, bevor junge Leute in die Ferne reisen.

Für den Fall, dass Heimweh den ambitionierten Helfer packt oder er trotz aller Informationen in einem Projekt unglücklich ist, hilft Via vor Ort. „Es gibt Gespräche“, sagt Boen­schen. „Wenn das nicht hilft, ist ein Wechsel in ein anderes Projekt möglich.“ Wenn nichts fruchte, komme auch ein Rückflug infrage. Allerdings liege die Rückkehrer-Wechsel-Quote bei unter fünf Prozent.

Mareike Quast erzählt, dass nicht nur deutsche Teenager und Twens weltwärts gehen, sondern auch junge Leute aus anderen Nationen nach Deutschland kommen. Via vermittelt Stellen, etwa im Internat in Marienau oder im Anna-Stift in Hannover.

Wer mehr erfahren möchte, schaut am Sonnabend zwischen 11 und 16 Uhr beim Tag der offenen Tür in dem Haus Auf dem Meere 1 vorbei. Dann sind auch „Ehemalige“ zu Gast, die von ihren Erfahrungen berichten.

Informationen gibt es im Internet unter via-ev.org oder unter Tel.7097980.