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An drei Flächen für Windenergieanlagen sind Investoren im Bereich der Gemeinde Bienenbüttel interessiert. Zwei Areale liegen im Nordosten bei Hohnstorf und Wulfstorf (rechte Grafik) und eine Fläche befindet sich bei Bornsen im Südwesten. Grafiken: Greve
An drei Flächen für Windenergieanlagen sind Investoren im Bereich der Gemeinde Bienenbüttel interessiert. Zwei Areale liegen im Nordosten bei Hohnstorf und Wulfstorf (rechte Grafik) und eine Fläche befindet sich bei Bornsen im Südwesten. Grafiken: Greve

Windparks: Potenzielle Betreiber stellen ihre Pläne vor

emi Bienenbüttel. Die einen hoffen auf finanzielle Beteiligung, die anderen fürchten die Zerstörung der Landschaft, Schattenwurf und Infraschall: Über die drei Windparks, die künftig auf Bienenbütteler Gemeindegebiet entstehen könnten, wird unter den betroffenen Bürgern kontrovers diskutiert. Obwohl noch nichts entschieden ist, stehen schon jetzt drei potenzielle Windparkbetreiber bereit: „WPD“, Bauernverband Nordostniedersachsen (BVNON) und „NWind“. Am Dienstagabend hatten die Bürger erstmals Gelegenheit, sich bei einer öffentlichen Veranstaltung der Gemeindeverwaltung über die Pläne der Investoren sowie den aktuellen Verfahrensstand zu informieren. Rund 80 Interessierte waren in die Ilmenauhalle gekommen.

Zunächst stellte Kreismitarbeiter Christof Seeck den Sachstand zum Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) des Landkreises Uelzen vor. Er betonte, dass der Landkreis Uelzen für die grobe Flächenplanung zuständig sei, Regelungen über Anzahl, Standorte und Höhenbegrenzungen der Windräder aber erst im Rahmen der Bebauungspläne auf Gemeindeebene getroffen werden könnten. Im Anschluss an seinen Vortrag präsentierten WPD, BVNON und NWind ihre konkreten Windpark-Vorstellungen (siehe unten).

Trotz des heiklen Themas verlief die dreistündige Veranstaltung in der Ilmenauhalle weitgehend ruhig. Für Kritik sorgte jedoch die Regelung der Gemeindeverwaltung, nur Bienenbütteler Bürger zu Wort kommen zu lassen. Denn Schattenwurf, Optik und Schall der geplanten Windräder beeinflussen auch Bewohner der angrenzenden Gemeinden. Ein Bürger ärgerte sich mit Blick auf die Windpark-Pläne außerdem über den Begriff „Bürgerbeteiligung“: Dieser erwecke den Eindruck, dass alle Bürger sich beteiligen könnten, tatsächlich könnten sich aber nur Bürger mit Geld beteiligen, sagte er.

Der neue RROP-Entwurf beinhaltet derzeit zwei Potenzialflächen für Windkraft in der Gemeinde Bienenbüttel: eine 32,9 Hektar große Fläche nördlich von Wulfstorf sowie eine rund 30,3 Hektar große Fläche nördlich von Hohnstorf.

Das dritte infrage kommende Areal zwischen Bornsen und Velgen hatte der Kreistag Uelzen zwar schon gestrichen, weil das Landschaftsschutzgebiet (LSG) Süsing betroffen ist. Doch der mögliche Windparkbetreiber hofft noch immer, dort künftig Anlagen aufstellen zu können — zumal auch Bau- und Verwaltungsausschuss der Gemeinde Bienenbüttel im September 2014 keinerlei Bedenken gegen die Entlassung von Teilflächen aus dem LSG hatten.

Die Gemeinde Bienenbüttel hat noch bis zum 3. März Zeit, eine Stellungnahme zum RROP abzugeben. In den kommenden Tagen befassen sich die politischen Gremien mit dem Thema. Der Gemeinderat tagt am Dienstag, 23. Februar, um 19.30 Uhr in der Alten Wassermühle in Bienenbüttel. Für Bürger der Gemeinde Vastorf im Landkreis Lüneburg ist in der kommenden Woche eine Informationsveranstaltung geplant.

Hohnstorf

Investor
Umsetzen will den Windpark das Unternehmen „WPD“ mit Hauptsitz in Bremen. Die Pläne stellte Projektentwickler Matthias Kleine-Onnebrink (m.kleine-onnebrink@wpd.de) vor.

Windkraftanlagen
Die „WPD“ plant, drei rund 200 Meter hohe Windkraftanlagen des Typs „Enercon E-126“ mit einer Nabenhöhe von 135 Meter und einem Rotordurchmesser von 126 Metern auf der Fläche zu errichten. Rund 10000 Haushalte sollen damit versorgt werden können.

Bürgerbeteiligung
Zwei Modelle sind möglich: 1. Bürger-Windrad: Die Bürger erwerben eine Windkraftanlage und betreiben sie zum Beispiel als Genossenschaft, realisiert wird der Park durch die „WPD“. 2. Windsparbrief: ein festverzinslicher Sparbrief. Bürger geben der Windparkgesellschaft über die Bank einen Kredit. Feste Laufzeit und Verzinsung.

Wulfstorf

Investor
Betreiben wollen den Windpark die Landwirte Harald Otter aus Wulfstorf und Hans-Wilhelm Giere aus Bargdorf über eine Gesellschaft, die Bürgerwindpark Wulfstorf GmbH ist bereits gegründet. Unterstützt wird das Projekt vom Bauernverband Nordostniedersachsen (BVNON). Geschäftsführer Wolf Winkelmann (wind@bvnon.de) stellte die Pläne vor.

Windkraftanlagen
Drei rund 200 Meter hohe Anlagen könnten auf der Fläche entstehen. Der Typ steht noch nicht fest, gewählt werden soll die „wirtschaftlichste Variante“.

Bürgerbeteiligung
Die Nutzungsrechte liegen bei den beiden Landwirten Giere und Otter. Der BVNON ist Dienstleister, erwirkt die Baugenehmigung. Mit welchem Modell die Bürger beteiligt werden sollen, soll noch mit den Räten diskutiert werden.

Bornsen

Investor
Entwickelt werden soll der Windpark durch das Unternehmen „NWind“. Geschäftsführer Nils Niescken (niescken@nwind.de) stellte zusammen mit Cornelia Paff, Leiterin Projektentwicklung, die Pläne vor.

Windkraftanlagen
Sieben rund 200 Meter hohe Windkraftanlagen des Typs „Enercon E-101“ (149 Meter Nabenhöhe, 101 Meter Rotordurchmesser) sind auf der Fläche geplant. Sie sollen mit ihrer Leistung rund 10300 Haushalte versorgen.

Bürgerbeteiligung
Es gibt Beteiligungsmöglichkeiten für Grundstückseigentümer, Bürger, Kommune und öffentliche Investoren.