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Seilspringen macht Spaß und ist gut für die Gesundheit: Begeistert beteiligen sich Mädchen und Jungen an der Igel-Schule an einem Projekt. Foto: t&w
Seilspringen macht Spaß und ist gut für die Gesundheit: Begeistert beteiligen sich Mädchen und Jungen an der Igel-Schule an einem Projekt. Foto: t&w

Präventionsprojekt Skipping Hearts Glücksmomente mit dem Seil

us Lüneburg. „Hepp! Und hepp! Und hepp!“ Immer wieder schwingt Gaby Hinrichs das lange Seil, bei jedem „Hepp“ ist einer der 21 Schüler der Klasse 4a gefordert, in langer Schlange warten sie nacheinander angespannt auf ihren Einsatz zum Sprung. Für sie ist es ein besonderer Tag: Seit neun Uhr trainieren sie von nur kurzen Pausen unterbrochen die Arbeit mit den unzähligen Seilen, die in der Turnhalle der Igelschule auf dem Boden liegen. Nur noch wenige Minuten, dann müssen sie vor Publikum zeigen, was sie beim Präventionsprojekt „Skipping Hearts“ gelernt haben.

„Da kommt man ganz schön aus der Puste“, stöhnt Mikka, der gerade sechzehn Seilsprünge hintereinander bei hohem Tempo geschafft hat. Mit hochrotem Kopf ist auch sein Klassenkamerad Efe dabei, der, wie alle Schüler an diesem Vormittag, sich ordentlich ins Zeug legt. Immer wieder wird die Klasse von Projektleiterin Gaby Hinrichs angespornt, mal mit einem aufmunternden „Super gemacht“, mal mit einem lauten Pfiff, sobald die Konzentration sinkt, und immer wieder auch mit klaren Anweisungen, um den weiteren Ablauf zu besprechen. Denn am Ende des zweistündigen Trainings ist der Auftritt vor Mitschülern, Lehrern und Eltern der krönende Abschluss des Workshops.

„Seilspringen fordert uns mehr, als viele denken“, erläutert Gaby Hinrichs die Idee, die sich hinter dem Namen „Skipping Hearts“, also springende Herzen, verbirgt. Seit zweieinhalb Jahren bietet die Dahlenburgerin im Auftrag der Deutschen Herzstiftung das Präventionsprojekt an, Ziel ist es, Kinder für mehr Bewegung und Spaß an sportlicher Betätigung zu begeistern. Denn Laufen, Springen und Ballspielen gehört heute nicht mehr selbstverständlich zum normalen Tagesablauf vieler Kinder, immer häufiger gewinnen Computer und Fernseher die Oberhand in der Freizeit der Heranwachsenden. „Herzerkrankungen bei Erwachsenen können ihre Ursache in mangelnder Bewegung, Übergewicht und schlechter Ernährung im Kindesalter haben“, weiß die Trainerin.

Dass sportlicher Einsatz Glücksmomente erzeugt, hat die zehnjährige Thea erfahren. Als sie beim zweiten Versuch am langen Seil den perfekten Absprung schafft, platzt ein stolzes „Hurra! Ich habs geschafft“ aus ihr heraus. „Es ist aufregend und macht viel Spaß, aber es ist auch ganz schön anstrengend“, sagt die Viertklässlerin. Ihr gefällt, „dass man auch mal Fehler machen darf“.

Ausdauer, Kondition und Koordination laut Gaby Hinrichs drei wichtige Eigenschaften, die den Kindern mit dem Seilspringen vermittelt werden. Doch während Mädchen unverkrampft mit dem Sportgerät umgehen, nähern Jungs sich anfangs eher kritisch den grünen Seilen. „Sie denken, Seilspringen sei nur etwas für Mädchen“, sagt die Projektleiterin, „aber wenn ich ihnen gezeigt habe, dass auch coole Sprünge damit machbar sind, hab ich sie ziemlich schnell gewonnen.“

Auch Sportlehrer Bernd Emmerich ist von dem Projekt begeistert: „Hier haben alle ihre Erfolgserlebnisse.“ Die Idee dazu hatte Schulleiter Henning Torp von seiner früheren Wirkungsstätte in Hohnstorf mitgebracht. „Ich fand, das können wir hier auch gut gebrauchen“, sagt Torp, der schon überlegt, demnächst auch die anderen Klassen zu „Skipping Hearts“ zu machen.