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Ein Durchschnittshaushalt zahlt vom 1. April an 45,60 Euro mehr im Jahr. Bleiben die Stromkosten dann wie zuletzt drei Jahre konstant, macht dies bis 2019 ein Plus von 136,80 Euro aus. Foto: A./t&w
Ein Durchschnittshaushalt zahlt vom 1. April an 45,60 Euro mehr im Jahr. Bleiben die Stromkosten dann wie zuletzt drei Jahre konstant, macht dies bis 2019 ein Plus von 136,80 Euro aus. Foto: A./t&w

E.on dreht an der Preisschraube

rast Lüneburg. Weit mehr als 200 der insgesamt rund 800 Energieversorger in Deutschland haben ihre Strompreise seit Jahresbeginn erhöht oder eine Preiserhöhung angekündigt. Hieß es in der vergangenen Woche noch, dass der Versorger E.on – er zählt zusammen mit RWE zu den Branchenriesen – seine Preise vorerst stabil halte, bestätigte gestern Maximilian Heiler von E.on Energie Deutschland der LZ: „Leider müssen wir unsere Preise zum 1. April 2016 anpassen.“ Im Klartext: Auch E.on zieht an. Für die Verbraucher in und um Lüneburg heißt das laut dem Pressesprecher: „Ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2500 Kilowattstunden muss künftig 3,80 Euro monatlich mehr bezahlen.“ Macht im Jahr Mehrausgaben in Höhe von 45,60 Euro.

Maximilian Heiler legt Wert auf die Feststellung, dass E.on die Strompreise seit drei Jahren nicht mehr erhöht hat. Für die nun anstehende „Anpassung“ gebe es mehrere Gründe, „staatlich verursachte Kosten“ seien gestiegen. Hier nennt er beispielsweise die Umlage zur Förderung der Erneuerbaren Energien, auch die staatlich regulierten Kosten für die Nutzung der Stromnetze hätten sich vielerorts erhöht: „79 Prozent der Kosten sind vom Staat verursacht, unser Vertriebsbereich liegt nur noch bei 21 Prozent.“

E.on hat mehrere Tarifmodelle im Angebot, folgende Preise gelten künftig für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2500 Kilowattstunden, es sind Bruttopreise inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer und sie gelten für das erste Vertragsjahr: Grundversorgung Strom 809,52 Euro, OptimalStrom öko 800,49 Euro und DirektStrom 758,84 Euro. Während die Preise hier nur für ein Jahr Laufzeit garantiert sind, gilt beim Tarif OptimalStrom 2018 eine Preisgarantie bis März 2018, macht 799 Euro.

E.on hat allerdings auch eine positive Nachricht für die Erdgaskunden parat, der milde Winter sorgt für ein Plus im Geldbeutel der Verbraucher: „Wer mit Erdgas heizt, hat in diesem Winter bisher rund 80 Euro Heizkosten gespart“, sagt Uwe Kolks, Geschäftsführer bei der E.on Energie Deutschland: „Seit Oktober, dem Beginn der Heizperiode, hat eine drei- bis vierköpfige Familie mit einem durchschnittlichen Erdgas-Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden rund sechs Prozent weniger gegenüber dem langjährigen Mittel verbraucht.“

Zurückzuführen sei dies vor allem auf die höheren Temperaturen in der ersten Winterhälfte. Im Rekordjahr 2015 war es sowohl im November als auch Dezember in vielen Regionen Deutschlands zu warm. Erst der Januar brachte kurzzeitig Schnee und klirrende Kälte, war laut Deutschem Wetterdienst insgesamt aber dennoch milder als in den Vorjahren.