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Elbfischer Wilhelm Grube zeigt frische Stinte. Die Fische sind in diesem Jahr besonders groß. Grube ist jetzt täglich auf dem Fluss unterwegs. Foto: be
Elbfischer Wilhelm Grube zeigt frische Stinte. Die Fische sind in diesem Jahr besonders groß. Grube ist jetzt täglich auf dem Fluss unterwegs. Foto: be

Stint ist besonders früh dran

pet Hoopte. Da war auch Elbfischer Wilhelm Grube überrascht, als er Anfang dieser Woche die im Fluss vor Hoopte von ihm ausgelegten Reusen kontrollierte: Viel früher als sonst im Jahr konnte er die ersten Stinte einsammeln. Wenige Tage später hat für den 60-Jährigen die Stint-Saison endgültig begonnen: Am Donnerstagnachmittag holte er mehr als 300 Kilogramm aus den Reusen, am Freitag früh waren es mehr als 250 Kilogramm. „Die Mengen stabilisieren sich“, sagt Grube.

Immer morgens um 5 Uhr in der Frühe und noch einmal am Nachmittag fährt Wilhelm Grube mit Sohn Per-Willem oder Bruder Werner ab sofort auf den Fluss, kontrolliert die auf einer Länge von rund 20 Kilometern ausgelegten Reusen zwischen Norderelbe und Geesthacht. Den Fang bietet er im eigenen Lokal in Hoopte an, und auch mehrere Dutzend Restaurantbesitzer im Umkreis haben in den letzten Tagen schon sehnsüchtig auf den Beginn der Stint-Saison gewartet.

Etwa vier Grad Celsius kalt ist das Wasser der Elbe zurzeit, eigentlich zu frisch für die Stinte, die eher bei Temperaturen um sieben Grad Grubes Revier erreichen. „Aber es reicht den Fischen offenbar“, so Grube. Schon in den vergangenen Jahren holte er Ende Februar große Mengen Stint aus der Elbe — und auch das war schon früher als in den Vorjahren. „In diesem Jahr sind wir noch mehr als eine Woche früher dran, so früh wie wohl noch nie“, so Grube.

Eigentlich ein Meeresfisch, sammeln sich die Stinte Jahr für Jahr am Unterlauf der Elbe, wandern flussaufwärts, um hier über sandigen Stellen abzulaichen und wieder in die Nordsee zurückzukehren. Die Eizahl pro Weibchen kann bis zu 40000 betragen.

Abgesehen hat es Wilhelm Grube vor allem auf die männlichen Tiere, die mehr in der Strommitte, im tieferen Wasser, schwimmen, erklärt der Fischer in dritter Generation. Schon mit acht Jahren hatte er seine ersten Stinte aus der Elbe geholt. Besonders gespannt ist Wilhelm Grube in diesem Jahr darauf, wie lange die Stintsaison dauert. „Aber bis nach Ostern sollte es reichen“, meint er.

Aus einem Arme-Leute-Essen ist der Stint in den vergangenen Jahrzehnten längst zur Delikatesse geworden. Geräuchert bietet Wilhelm Grube den Fisch in seinem Lokal an, in Sauer gelegt, nach Matjesart, als Stintsuppe — am liebsten isst er ,,seinen“ Stint aber gebraten: Der Kopf des Stints wird entfernt, dann wird der Fisch gesalzen, in Roggenschrotmehl gewendet, in Speck und Pflanzenöl ausgebraten und mit Speckkartoffelsalat und Apfelmus serviert. ,,Ich esse das fast täglich“, lächelt der Elbfischer.