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Sie präsentieren die neuen Willkommenstaschen mit Bilderbuch, Kinderlied-CD und Willkommensgrußkarte (v.l.): Marianne Braucks-Rochlitz, Karola Oetke, Inge Heck, Doris Paland und Christine Schmid. Foto: be
Sie präsentieren die neuen Willkommenstaschen mit Bilderbuch, Kinderlied-CD und Willkommensgrußkarte (v.l.): Marianne Braucks-Rochlitz, Karola Oetke, Inge Heck, Doris Paland und Christine Schmid. Foto: be

Patienten-Bücherei besteht seit 30 Jahren

rast Lüneburg. Weltliche und christliche Lieder wie „Schlaf, Kindlein, schlaf“ oder „Weißt du, wieviel Sternlein stehen“ sollen die Neugeborenen im Städtischen Klinikum beruhigen und auch noch nach der Klinikzeit begleiten. Sie sind auf einer CD zu hören, die die jungen Mütter mit einer Willkommenstasche aus der Patienten-Bücherei erhalten können. Die Tasche mit der Aufschrift „Willkommen in Gottes Welt“ enthält zudem ein reich bebildertes Kinderbuch mit Lüneburg-Bezug: „Der Mond ist aufgegangen“ mit Motiven des Abendliedes, das vom Lüneburger Johann Abraham Peter Schulz vertont wurde. Die neue Aktion mit den Präsenten ist eine Aktion des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Lüneburg in Kooperation mit der ökumenischen Klinikseelsorge und der Bücherei der Klinik.

„Damit wollen wir ein Zeichen setzen am Anfang des Lebens für Hoffnung und Freude“, sagt Superintendentin Christine Schmid zum Hintergrund der Aktion: „Lesen und Singen sollen die Kinder von Anfang an begleiten.“ Vermittelt werden sollen so Freude an der Welt und an der Schöpfung, Geborgenheit und ein Stück Gottvertrauen. Geordert wurden zunächst 500 Willkommenstaschen, die die Mütter in der Patienten-Bücherei abholen oder sich von den Mitarbeiterinnen, die einmal pro Woche mit ihren Bücherwagen durch die Stationen rollen, mitbringen lassen können. Die Helferinnen weisen die Mütter auch auf dieses kostenfreie Angebot hin.

Die evangelische Patienten-Bücherei feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Auf 18 Quadratmetern im Erdgeschoss des Klinikums gibt es die Auswahl unter rund 2100 Büchern, dazu gibt es etliche Hörbücher und Musik-CDs. Seit elf Jahren leitet Karola Oet­ke das Team, das aus 15 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und einigen Vertretungskräften besteht: „Unsere Bücherei ist montags bis freitags von 10 bis 11.30 Uhr geöffnet, zudem wird jede Sta­tion einmal wöchentlich von uns besucht.“

Zu ihren Mitarbeiterinnen gehört auch Marianne Braucks-Rochlitz: „Zu unseren Aufgaben zählen 28 Tätigkeiten, wir besuchen auch Fortbildungen, etwa zur Büchereiassistentin.“ Eine der wichtigsten Aufgaben dabei ist das Einschlagen der Bücher in Folien, Karola Oetke: „Das hat einen hygienischen Grund. So können wir die Bücher nach Gebrauch mit einem Desinfektionsmittel abreiben.“ Die Hygiene ist übrigens auch der Grund, warum die Bücherei keine Abspielgeräte für die Hörbücher ausleiht — die müssen die Patienten selbst mitbringen.

Hat ein Buch nach mehrmaligem Gebrauch ausgedient, kommt es in einen Korb, der vor der Bücherei steht und dort von Interessierten kostenlos mitgenommen werden kann.

„Pro Monat leihen wir etwa 180 Bücher aus, die Statistik geht nach Hannover zur Landeskirche“, sagt die Bücherei-Chefin, die einen Trend hin zu weniger Ausleihen registriert und dies auch begründen kann: „Die Liegezeiten der Patienten sind kürzer geworden.“ Bis auf die Bereiche Schwangerschaft, Stillen und Mutter-Kind-Tipps wird der medizinische Part in der Bücherei ausgespart. Übrigens hat auch die Patienten-Bibliothek wie kommunale Bibliotheken ihre Hits: Aktuell ist der Roman „Altes Land“ von Dörte Hansen der Renner. Gefragt sind auch historische Romane etwa von Iny Lorenz und Reiseliteratur. Zudem gehen Sachbücher sehr gut, wobei die vor allem von Männern gelesen werden, Karola Oetke weiß: „Sachbücher werden sehr stark auf der Urologie-Abteilung ausgeliehen.“ Sie weist auch darauf hin, dass nicht nur die Patienten zu ihren Lesern gehören: „Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums kommen gerne zu uns.“

Übrigens erfüllen nicht nur die Klinikseelsorgerinnen Inge Heck und Doris Paland ihre Aufgaben als Beistand von Patienten, das tun auch die Mitarbeiterinnen der Bücherei, die mit den Kranken nicht nur über die Bücher plaudern, sondern sich oft auch deren Probleme anhören und tröstende Worte für sie finden.