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So soll es nicht sein: Ein Fahrzeug spart sich den Weg um den Kreisverkehr an der Dorfstraße in Adendorf, wählt den Weg durch die Kreismitte. Anwohnerin Irina Lührs (Foto) und viele Anwohner regt das auf. Foto: be
So soll es nicht sein: Ein Fahrzeug spart sich den Weg um den Kreisverkehr an der Dorfstraße in Adendorf, wählt den Weg durch die Kreismitte. Anwohnerin Irina Lührs (Foto) und viele Anwohner regt das auf. Foto: be

Kreisverkehr läuft nicht rund

pet Adendorf. Autofahrer, die den Kreisverkehr an der Dorfstraße in Erbstorf überfahren, anstatt ihn zu umrunden. Und das auch noch viel zu schnell, zu laut und andere Verkehrsteilnehmer dabei gefährdend. Darüber hatten sich Anwohner des Kreisels im vergangenen Herbst beschwert und Maßnahmen dagegen gefordert, vorzugsweise den Rückbau des Kreisverkehrs (LZ berichtete). In seiner Sitzung am Donnerstagabend beschäftigte sich der Ausschuss für Bau, Verkehr und Grünflächen des Adendorfer Gemeinderats mit der Problematik — und empfahl erste Maßnahmen.

Um besser beurteilen zu können, wie die Situation am umstrittenen Kreisverkehr im Bereich Dorfstraße/Von-Eichendorff-Straße/Schillerstraße ist, hatte die Adendorfer Verwaltung eine Zählung durchgeführt und innerhalb von zwei Stunden 312 Fahrzeuge erfasst. Ergebnis: 49 Prozent der Fahrzeuge (153) durchquerten den Kreisel korrekt, 21 Prozent (65) befuhren den Mittelkreis mit einer Fahrzeugseite, immerhin 30 Prozent (94) wählten die Abkürzung durch den Mittelkreis.

Möglichkeiten, das Problem in den Griff zu bekommen, stellte Bauamtsleiter Christian Ninnemann vor. Als wenig sinnvoll sah er etwa Poller auf der Kreismitte an — die würden die Durchfahrt für Lkw unmöglich machen. Als zu teuer schätzte Ninnemann eine Verbreiterung der Fahrspur im Kreisverkehr, bei gleichzeitiger Verkleinerung der Kreismitte, an. Ebenso ein Hochbord um die Kreismitte.

„Unverhältnismäßig“ sei nach Auffassung der Verwaltung der Rückbau des Kreisverkehrs. Ninnemann: „Die Unfallzahlen und das Verhalten der Verkehrsteilnehmer rechtfertigen die zu erwartenden Kosten nicht.“

Jürgen Schreiber (SPD) wunderte sich darüber, dass sich jahrelang nach dem Bau des Kreisverkehrs „nur vereinzelt“ jemand über die Verkehrsführung beschwert habe. Die laufende Diskussion hatte erst eine Unterschriftenliste im vergangenen Herbst auf den Weg gebracht. Dass auch sie sich im Kreisverkehr nicht sicher fühle, erklärte Bärbel Sasse (Grüne).

Wegen zu hoher Kosten verworfen wurde der Vorschlag von Peter Bollmann (Grüne), die Kreisverkehrsmitte mit einer erhöhten Asphaltschicht zu versehen. Ebenso die Idee von Klaus-Ulrich Hausch (CDU), den Naturstein in der Kreismitte zu entfernen, eine Schicht „Flüsterasphalt“ einzubringen und mit Reflektoren zu versehen. Als praktikabelste Lösung sah Ninnemann „Park- und Leitschweller“, auch „Separatoren“ genannt, leicht erhöhte Markierungen mit Reflektoren. Die seien mit wenig Aufwand und bei überschaubaren Kosten rund um die Kreisverkehrsmitte zu befestigen.

Ins Rollen gebracht hatte die Diskussion über den Erbs­torfer Kreisel Anwohnerin Irina Lührs, die eine von 65 Anwohnern unterzeichnete Unterschriftenliste initiiert hatte. Nach der Sitzung kritisierte sie Bürgermeister Thomas Maack (SPD), weil er vermehrte Verkehrsverstöße am Kreisel nicht beobachtet haben wollte. Lührs: „Nach dem Motto, die Meinung von 65 Anwohnern ist unglaubwürdig und nicht ernst zu nehmen.“

Einigen konnten sich die Ausschussmitglieder darauf, dem Verwaltungsausschuss zu empfehlen, eine umlaufende Ausstattung der Kreisverkehrsmitte mit Park- und Leitschwellern, auch „Separatoren“ genannt, zu versehen. Weiter sollen die Ergebnisse der Verkehrszählung noch einmal mit Landkreis, Polizei und Tiefbauplaner erörtert werden.

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One comment

  1. Als ob man keine anderen Sorgen hat. Vielleicht sollten eher mal Geschwindigkeitskontrollen in der Dorfstraße in Erbstorf durchgeführt werden. Wer dort nämlich mit 70kmh durchfährt, fährt zwangsläufig auch gerade durch den Kreisel, da Sie nicht bereit sind in den 2. Gang zuschalten…