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Der Neubau der Autobahn 39 zwischen Wolfsburg und Lüneburg gehört zu den umstrittensten Infrastrukturprojekten der Region. Ein Gutachten zum Neubau der Autobahn 39 ist vorgestellt worden. Foto: t&w
Der Neubau der Autobahn 39 zwischen Wolfsburg und Lüneburg gehört zu den umstrittensten Infrastrukturprojekten der Region. Ein Gutachten zum Neubau der Autobahn 39 ist vorgestellt worden. Foto: t&w

Gutachten zum A39-Neubau zieht positive Bilanz

lz Lüneburg. Der Neubau der A39 würde die ganze Region wirtschaftlich nach vorne bringen. Das will ein neues Gutachten beweisen, das pünktlich zum Parlamentarischen Abend für die Projekte A39 und A14 der Industrie- und Handelskammern in der Niedersächsischen Landesvertretung in Berlin veröffentlicht wurde. Die Autobahn-Gegner bezweifeln das natürlich. Die Fronten pro und contra A39 werden durch das neue Gutachten nicht aufgeweicht.

Die Autobahn 39 gehört zu den umstrittensten Verkehrsprojekten der Region. Jetzt sehen sich die Befürworter eines neuen Abschnitts zwischen Wolfsburg und Lüneburg bestätigt: Ein Gutachten, Auftraggeber ist die Wolfsburg AG, kommt zu dem Ergebnis, dass sich der Bau positiv auf Wirtschaft, Wohnsituation und Lebensqualität in der Region auswirken werde. Das Institut für Regionalwirtschaft aus Hannover hat die Argumente untersucht, die gegen das Projekt erhoben wurden. Die Ergebnisse wurden am Montag, 22. Februar, gemeinsam mit den Landräten der betroffenen Kreise in Wittingen vorgestellt. „Es wird Gewinner, aber auch Verlierer geben“, sagte Thomas Krause, Vorstand der Wolfsburg AG bei der Präsentation. „Unter dem Strich glauben wir aber, dass sich der Bau positiv auswirken wird.“

Der Landesverband der Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) kritisiert, dass das von A-39-Lobbyisten beauftragte CIMA-Gutachten behaupte, es würde angeblich die „Argumente der A 39-Gegner analysieren“. LBU-Vertreter Eckehard Niemann wies darauf hin, dass das Gutachten KO-Kriterien wie Nutzen-Kosten-Verhältnis von nur 1,9 nicht entkräften könne. Es sei das schlechteste Verhältnis aller Projekte im Bundesverkehrswegeplan. Für die Gegner bleiben Verlärmung von Kurorten und Gefahr für den Naturschutzes Fakten. Die Gegner fordern statt der A39 den Ausbau der Bundesstraße 4.

Im CIMA-Gutachten wird diese Alternative jedoch nicht geprüft. „Auch der Ausbau der Bundesstraße 4 würde zu einer Zerschneidung der Landschaft führen“, erklärte Krause. Außerdem hätte die Straße nicht die Leistungsfähigkeit einer Autobahn.

Kritik gab es am Montag auch von der Sprecherin einer Bürgerinitiative, die beklagte, dass die Gegner nicht zur Präsentation des Gutachtens eingeladen worden seien. „Das ist Lobbyarbeit“, sagte sie.

Die Landkreise zwischen Wolfsburg und Lüneburg befürchten, ohne einen Neubau der Autobahn, von der wirtschaftlichen Entwicklung in der Region abgehängt zu werden. Wer beispielsweise in Wolfsburg arbeite, wolle nicht jeden Tag unnötige Kilometer machen und Zeit verlieren, sagte Krause. Schon jetzt werde der Verkehr auf den Straßen immer mehr, erklärte Fabian Böttcher, einer der Studien-Autoren.

Ob der 105 Kilometer lange Autobahnabschnitt tatsächlich gebaut wird, soll im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans noch im Laufe des Jahres beschlossen werden.

4 Kommentare

  1. Herr Bruns, was meinen Sie?

    … ein neues Gutachten … pünktlich zum Parlamentarischen Abend … der Industrie- und Handelskammern in der Niedersächsischen Landesvertretung in Berlin veröffentlicht …

    Tja, Geld genug ist ja da, um schöne Gutachten bestellen, einkaufen und bezahlen zu können. Und die Presse reagiert natürlich, wie gewünscht, und berichtet brav, es gebe ein neues Gutachten …

    LG, Heidrun

    • Liebe Heidrun
      die ihk hat doch eine kampagne angekündigt. mehr ist es doch nicht. es wird für stimmungsmache zwangsgelder verwendet. ein vernünftig denkender mensch, weiß was er davon zu halten hat. und die presse muss doch geld verdienen. niemand wird gezwungen es zu lesen. wer spaß haben will, kann es doch gern tun.

  2. Wann war denn schonmal ein Gutachten nicht im Sinne des Auftraggebers?

  3. Hildegard Lüdgens

    Der hiesige Kreis der Naturfreunde möchte Ihnen hiermit, rechtzeitig zum Parlamentarischen Abend, auch ein neues Gutachten vorstellen: Der Gesang des Ortolans (auch Gartenammer genannt) wirkt sich positiv auf den Bio-Rhythmus des Menschen aus! Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Motivation, Leistungsfähigkeit und Produktivität der Mitarbeiter zahlreicher mittelständischer Unternehmen werden durch die (noch) relativ intakte Natur in unserer Region nachhaltig gesteigert.
    Experten gehen zudem von einem gesundheitsfördernden Effekt Autobahn-freier Regionen aus, der Krankenkassen und Gesundheitssystem finanziell in hohem Maße entlastet. Darüber hinaus werden durch die noch vorhandenen Bäume Stickoxyd und andere Schadstoffe gebunden, die aus den Auspuffen der Fahrrzeuge eines Wolfsburger Automobilherstellers in die Umwelt entweichen. Die Bilanz der Studie ist überaus positiv: Herz-Kreislauferkrankungen, Fettleibigkeit, Zwangsvorstellungen und andere Zivilisationskrankheiten können durch konsequenten Auto- und Autobahnbau-Verzicht vermieden werden! Und durch die (noch) bestehenden Wälder zwischen Wolfsburg und Lüneburg werden Touristen und Erholungssuchende aus aller Welt in unsere Region gelockt, mit sehr belebender Wirkung für Hotelerie, Gastronomie und Einzelhandel.
    Daher appelieren wir an den Präsidenten der IHK, noch heute sein Auto abzuschaffen, das A39 Projekt zu begraben und endlich mit der Bahn zu fahren. Außerdem möge er bitte in seinem Garten einen Ginkgo- Baum pflanzen. Unsere Enkelkinder werden sich dankbar seiner erinnern! Und mit den eingesparten Autobahn-Milliarden? Richten wir z.B. einen kostenlosen und gut funktionierenden Bahn- und Busverkehr für Pendler zwischen Lüneburg und Wolfsburg ein! Alles andere wäre einfach nur so traurig und von gestern wie die Jackets von Alexander Dobrindt.