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Gudrun Strötges (l.) und Mira Lambertz mit einem Plakat der Kampagne der Autonomen Frauenhäuser, die eine einheitliche und sichere Finanzierung fordern. Foto: t&w
Gudrun Strötges (l.) und Mira Lambertz mit einem Plakat der Kampagne der Autonomen Frauenhäuser, die eine einheitliche und sichere Finanzierung fordern. Foto: t&w

Sichere Finanzierung für Frauenhäuser

as Lüneburg. Rund 20000 Frauen mit fast genauso vielen Kindern flüchten bundesweit jährlich in Frauenhäuser, um Schutz zu suchen vor Übergriffen, sexualisierter Gewalt und schweren Misshandlungen. Doch die Finanzierung der Einrichtungen ist bundesweit weder einheitlich noch gibt es eine gesetzliche Grundlage. „Frauenhausfinanzierung jetzt sichern!“, ist deshalb das Motto einer Kampagne der Autonomen Frauenhäuser, von denen die ersten vor 40 Jahren entstanden. Ein Bus steuert dazu in den kommenden Wochen Städte in den 16 Bundesländern an. „Bei der Veranstaltung am 24. Februar in Hannover werden auch Mitarbeiterinnen des Lüneburger Frauenhauses dabei sein“, sagen Gudrun Strötges und Mira Lambertz.

Ziel der Kampagne sei es, für alle gewaltbetroffenen Frauen und ihre Kinder einen schnellen und unbürokratischen Zugang zu Schutz und Unterstützung in einem Frauenhaus zu gewährleisten. Doch die Realität sieht anders aus und es gibt Hürden. Zum einen fehlen fast überall Plätze, zum anderen gibt es in den Bundesländern unterschiedliche Finanzierungsrichtlinien. „Da fordern wir eine Vereinheitlichung und dass ausreichend Geld zur Verfügung gestellt wird“, sagt Gudrun Strötges. In Niedersachsen, wo es 41 Frauenhäuser gibt, läuft zudem die Richtlinie Ende des Jahres aus. Zu befürchten sei, dass sich das Land dann an der Praxis in anderen Bundesländern orientiere und die sogenannte Tagespflegesatzfinanzierung einführe. Das sei nicht akzeptabel, weil darüber vielen Frauen wie zum Beispiel Migrantinnen, Flüchtlingsfrauen oder Frauen ohne Sozialleistungsanspruch der Zugang zu einer Einrichtung unmöglich gemacht werde, kritisieren die beiden Mitarbeiterinnen. Hinzu kämen der hohe bürokratische Aufwand und geringe Planungssicherheit.

Die niedersächsischen Frauenhäuser fordern außerdem, dass es eine volle Gegenfinanzierung von Stadt und Kreis gibt zu dem, was das Land pro Frauenhaus für die Personalkosten bereitstellt. Die Lüneburger Einrichtung erhält derzeit 76000 Euro pro Jahr vom Land, die Summe orientiert sich an den Betten für Frauen. Stadt und Landkreis stellen 68000 Euro bereit.

Mit dem Geld werden drei Mitarbeiterinnen im Frauenhaus finanziert. Neben Unterstützung, Begleitung und Beratung der von Gewalt betroffenen Frauen gewährleisten sie auch eine 24-Stunden-Erreichbarkeit der Einrichtung. Die zwölf Frauenbetten sind rund ums Jahr fast immer belegt. Die meisten Schutzsuchenden bringen ihre Kinder mit. Die zählen, knapp gesagt, beim Finanzierungsschlüssel nicht. Lambertz macht deutlich: „Wir fordern hier eine Finanzierung von 18 Betten.“ Das entspreche der landesweiten Forderung, bei der Förderung nicht zwischen Plätzen für Frauen und Kinder zu unterscheiden.