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Wie die Befürworter der Windkraft in der Region engagieren sich zahlreiche Bürger der Elbmarsch auch gegen die geplanten Anlagen in Tespe. Foto: be
Wie die Befürworter der Windkraft in der Region engagieren sich zahlreiche Bürger der Elbmarsch auch gegen die geplanten Anlagen in Tespe. Foto: be

Kampf um Windstrom

pet Tespe. War es das jetzt endgültig mit der Windkraft in der Samtgemeinde Elbmarsch? Schon bei der zweiten Auslegung des Regionalen Raumordnungsprogramms 2025 (RROP) des Landkreises Harburg, die im vergangenen Herbst begonnen hatte, war das Areal zwischen Tespe, Avendorf und Bütlingen nicht mehr enthalten. Und auch in die bevorstehende dritte Auslegung wird es nicht aufgenommen werden.

Der Bau- und Planungsausschuss des Landkreises Harburg beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung in Winsen mit dem RROP. Zur Sitzung lag ein vor Monaten in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten vor, das die Auffassung des Kreises, das Vorhaben in der Elbmarsch aus der Planung zu nehmen, stützt.

Avifaunistische, also vogelkundliche Gutachten, die das Vorkommen gefährdeter Vogelarten in der Region bestätigen, hatten dazu geführt, die Flächen zu streichen. Dass die Herausnahme der Flächen in der Elbmarsch rechtmäßig sei, habe man mit einer rechtlichen Prüfung klären wollen, so Kreissprecher Johannes Freudewald.

Der Rat der Samtgemeinde Elbmarsch hatte in der Vergangenheit mit großer Mehrheit für die Windkraftpläne in Tespe plädiert. Samtgemeindebürgermeister Rolf Roth erklärte: „Wir haben uns grundsätzlich für Windkraft ausgesprochen. Die Auffassung der Samtgemeinde hat sich nicht geändert. Entscheiden muss aber der Landkreis Harburg, und gegen dessen Entscheidung werden wir dann natürlich nicht klagen.“

Für die Bürgerwind Samtgemeinde Elbmarsch, die das Windkraftprojekt vorantreibt, erklärte Günther Bock angesichts der jüngsten Entwicklung: „Wir sind dabei, eine Stellungnahme zu dem vom Landkreis Harburg beauftragten Rechtsgutachten zu erarbeiten. Aus unserer Sicht ist das Gutachten nicht zielführend.“

Wenn die dritte Auslegung des RROP abgeschlossen und das Programm verabschiedet ist, werde man eine Bauvoranfrage für das geplante Windkraftprojekt mit 200 Meter hohen Anlagen stellen. Bock: „Wird die abgelehnt, werden wir klagen. Wir sind guten Mutes, dass die Richter die Angelegenheit anders sehen.“

Bock fürchtet aber, dass sich das Verfahren noch weit in die Zukunft ziehen wird. So würde es ihn nicht wundern, wenn das RROP erst nach den im September stattfindenden Kommunalwahlen im Harburger Kreistag verabschiedet würde.

Kritisch hatte sich in der Vergangenheit auch der Landkreis Lüneburg über die möglichen Windkraftflächen in der Gemeinde Tespe geäußert. Mit Besorgnis hatten auch die Nachbargemeinden das Projekt beobachtet.

Der Samtgemeinderat Scharnebeck als auch der Artlen­burger Rat sprachen sich gegen die Planungen der Bürgerwind Samtgemeinde Elbmarsch aus, forderten zumindest größere Abstände zu vorhandenen Wohnbebauungen. Auch die Verantwortlichen der Gemeinde Barum blickten argwöhnisch auf die Planungen für Tespe.