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Sie bringen das Spielmobil ins Rollen: (v.l.) Sabine Bahnsen (Leiterin des Kinder- und Jugendtheaters), Niclas Beck (Caritas), Theaterintendant Hajo Fouquet, Andreas Garbers (Schulleiter GS Embsen), Corinna Krome (Ubuntu-Stiftung) und Andreas Kruse (Verkaufsleiter im Autohaus Stein). Foto: phs
Sie bringen das Spielmobil ins Rollen: (v.l.) Sabine Bahnsen (Leiterin des Kinder- und Jugendtheaters), Niclas Beck (Caritas), Theaterintendant Hajo Fouquet, Andreas Garbers (Schulleiter GS Embsen), Corinna Krome (Ubuntu-Stiftung) und Andreas Kruse (Verkaufsleiter im Autohaus Stein). Foto: phs

Das Theater Lüneburg startet Projekt Spielmobil

oc Lüneburg. Veranstalter wissen gern mehr über ihr Publikum. Das Theater Lüneburg auch, aber es geht gerade einen eher unüblichen Weg. Befragt werden nicht die Besucher, gestartet wurde vielmehr eine Umfrage zum Thema: „Warum gehen Sie nicht ins Theater?“ Man darf gespannt sein. Das Theater geht noch einen Schritt weiter bzw. es fährt. Nämlich dorthin, wo es nicht erwartet wird — zu geflüchteten Kindern zum Beispiel und besonders an Orte, wo die neuen jungen Mitbürger auf einheimische treffen. Das Projekt heißt Spielmobil, und in Fahrt gebracht haben es mehrere Beteiligte.

Sabine Bahnsen, Leiterin des Kinder- und Jugendtheaters, feilt mit den Theaterpädagoginnen schon länger an Plänen, wie denn das Theater auf das Thema, das alle bewegt, reagieren kann. „Wir wollten Kindern eine schöne, kreative Stunde schenken“, sagt sie. Die Sache wuchs. Corinna Krome von der Ubuntu-Stiftung stieg ein, ebenfalls das Autohaus Stein. Herausgekommen ist das Spielmobil, das seit Anfang Februar rollt, um mit einem „niederschwelligen Angebot“ das kreative Potenzial gerade von den Kindern zu wecken, die nicht von Haus aus an Theaterspiel und Musizieren herangeführt werden.

An Bord sind neben Kostümen, Instrumenten, Schminke und Büchern stets zwei Theaterpädagoginnen und ein Künstler. Immer mit auf Tour ist Theaterpädagogin Antjé Femfert. Eine Kollegin begleitet sie und ein Künstler: Schauspieler Fabian Kloiber war dabei, Tänzer Matthew Sly, Flötist Manfred Seer. Sie geben vor Ort einen Impuls, aus dem heraus sich Aktionen entwickeln. Die Pilotaktion lief und läuft an der Grundschule Embsen — „ein tolles Projekt, ein echtes Highlight“, sagt Schulleiter Andreas Garbers.

Das Spielmobil parkt einmal die Woche vor Ort, nach zwei Monaten aber ist Schluss. „Dann sind andere dran“, sagt Sabine Bahnsen, die sich unter anderem mit dem Caritasverband abspricht.

„Es ist enorm wichtig, dass Kinder schon früh und über einen längeren Zeitraum andere Kulturen spielerisch kennenlernen“, sagt Corinna Krome von der Ubuntu-Stiftung. Gefallen an der Idee fand auch das Autohaus Stein, das dem Projekt beim Beschaffen eines passenden Fahrzeugs weit entgegenkam. „Dass daraus ein langfristiges Projekt entsteht“, hofft Theater-Chefdramaturg Friedrich von Mansberg. Der Anschub steht, für die laufenden Kosten wird künftig das Spendenaufkommen beim TheaterCafé genutzt.