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Bis in den Bereich Lüneburg-Moorfeld soll die geplante Autobahn 39 möglicherweise sechspurig gebaut werden. Darüber diskutieren derzeit Planer von Bund und Land. Hintergrund sind gestiegene Verkehrszahlen in aktuellen Prognosen. Foto: t&w
Bis in den Bereich Lüneburg-Moorfeld soll die geplante Autobahn 39 möglicherweise sechspurig gebaut werden. Darüber diskutieren derzeit Planer von Bund und Land. Hintergrund sind gestiegene Verkehrszahlen in aktuellen Prognosen. Foto: t&w

A39 auf sechs Spuren?

ml Lüneburg. Während in Wolfsburg das nächste Gutachten vorgestellt wird (wir berichteten), das belegt, wie wichtig der Bau der 105 Kilometer langen Autobahn 39 Lüneburg-Wolfsburg für die Region ist, plagen die Planer ganz andere Sorgen. Seit Monaten schon aktualisieren sie ihre Unterlagen — und sind dabei an eine Grenze gestoßen. „Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse zur Fortschreibung der Verkehrsuntersuchung A39 auf das Prognosejahr 2030 wird zurzeit fachlich von den Planern (Land und Bund) diskutiert, ob im nördlichen, rund 3,5 Kilometer langen Teilbereich des Abschnitts 1 ein sechsstreifiger Querschnitt notwendig ist“, sagt Jens-Thilo Schulze, Sprecher der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hannover.

Im Klartext: Zwischen den Anschlussstellen (AS) Lüneburg Nord und Erbstorfer Landstraße wird die A39 möglicherweise nicht vier-, sondern sechsspurig geplant. Vor allem die Einwohner im Lüneburger Stadtteil Moorfeld dürfte diese Nachricht wenig freuen. Doch rein baulich müssen sie wohl keine weiteren Negativfolgen fürchten. Denn die Autobahn ist von Anfang an vierspurig mit der Option auf eine fünfte und sechste Spur geplant worden. Das heißt: Der räumliche Rahmen der Planungen wird sich wahrscheinlich kaum ändern, nur der Inhalt. Der Abriss von Häusern, so wie er vor Jahren heftig diskutiert wurde, steht nicht zu befürchten.

Dunkel hervorgehoben ist der Bereich des ersten Abschnitts der A39, der möglicherweise sechspurig geplant wird. Grafik: hm
Dunkel hervorgehoben ist der Bereich des ersten Abschnitts der A39, der möglicherweise sechspurig geplant wird. Grafik: hm

Ohnehin betont Schulze: Der rund 7,7 Kilometer lange Abschnitt 1 der A39 von der AS Lüneburg Nord bis etwa Höhe Hagen werde aktuell vierspurig geplant und sei auch vierspurig zum Verkehrswegeplan 2015 bis 2030 angemeldet. „Bei einer eventuellen Entscheidung für einen sechsstreifigen Querschnitt der A39 im genannten Bereich müsste über den weiteren Fortgang des laufenden Planfeststellungsverfahrens neu nachgedacht werden“, erklärt der Sprecher. Und das könne zu weiteren Verzögerungen führen. „Wir werden uns aber bemühen, dass diese so gering wie möglich ausfallen.“ Wann eine Entscheidung zum sechsspurigen Ausbau fällt, kann Schulze „zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht sagen“.

Hintergrund der aktuellen Diskussion ist die von Schulze genannte Fortschreibung der Verkehrsuntersuchung A39. Als Grundlage dafür dienen die Zahlen aus der Verkehrsverflechtungsprognose 2030. Sie liegt seit Frühsommer 2014 vor und basiert auf Daten aus dem Jahr 2010. Zuvor galt die Verkehrsverflechtungsprognose 2025, Basisjahr 2004. Daraus ergeben sich für den Abschnitt AS Lüneburg Nord bis AS Erbstorfer Landstraße folgende Werte: Der Verkehr steigt von 42800 Kraftfahrzeugen in 24 Stunden (Kfz/24h) im Jahr 2010 noch ohne A39 über 61300 Kfz/24h (2025 mit A39) auf 65100 Kfz/24h (2030 mit A39). „Damit liegt die prognostizierte Verkehrsstärke im Grenzbereich zwischen einem vier- und einem sechsstreifigen Querschnitt, wobei auch die hohe Anschlusstellendichte im Abschnitt 1 große Auswirkungen auf die Verkehrsflussqualität hat“, sagt Schulze.

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