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Ilse Schmidt und Jürgen Briese stehen auf dem Schulhof der ehemaligen Bleckeder Landwirtschaftsschule und schauen in einen Werbeprospekt von einst. In den beiden Vereinsvorsitzenden werden Erinnerungen wach an eine, wie sie sagen unvergessliche Zeit. Foto: t&w
Ilse Schmidt und Jürgen Briese stehen auf dem Schulhof der ehemaligen Bleckeder Landwirtschaftsschule und schauen in einen Werbeprospekt von einst. In den beiden Vereinsvorsitzenden werden Erinnerungen wach an eine, wie sie sagen unvergessliche Zeit. Foto: t&w

Absolventen der ehemalige Landwirtschaftsschule Bleckede diskutieren über die Auflösung

off Bleckede. Es beginnt im Oktober 1949 in einer Baracke an der Lauenburger Straße in Bleckede. Und endet im Herbst 1963 mit der letzten Absolventen-Verabschiedung im Neubau an der Lüneburger Straße. 14 Jahre lang prägt die Landwirtschaftsschule Bleckede Dutzende Jungen und Mädchen aus der Region — und zwar so nachhaltig, dass ein Teil von ihnen bis heute zusammenhält. Unter dem Dach des Vereins ehemaliger Landwirtschaftsschüler Bleckede pflegen die Ex-Schüler seit Jahrzehnten die Gemeinschaft. Nun droht dem Verein die Auflösung.

Auf Initiative des Vorsitzenden Jürgen Briese steht am Freitag, 26. Februar, bei der Mitgliederversammlung ab 18 Uhr im Gasthaus Zurmühlen in Breetze der Fortbestand des Vereins zur Diskussion. Hauptgrund für den Vorstoß des 75-Jährigen: „Wir sind langsam schlicht zu alt“, sagt Briese. Fast alle Mitglieder gingen auf die 80 Jahre zu. „Und da die Schule 1963 geschlossen hat, gibt es keinen Nachwuchs.“ Hinzu kommt, dass ein neuer Vorstand gewählt werden müsste. „Und ich habe letztes Jahr bereits mitgeteilt, nicht nochmal zur Wahl zu stehen“, erklärt der Bleckeder.

Endgültig entscheiden werden über die Zukunft des Vereins am Freitag die Mitglieder. Unabhängig vom Ergebnis haben die ehemaligen Schülerinnen aber schon beschlossen: Sie treffen sich auch weiterhin. „Der nächste Termin im August steht schon“, sagt die zweite Vorsitzende, Ilse Schmidt. Nach fast 60 gemeinsamen Jahren, „wollen wir unsere regelmäßigen Treffen nicht einfach so aufgeben“.

Die Barskamperin ist 19 Jahre alt, als sie im Herbst 1957 in der ersten Mädchen-Klasse der Landwirtschaftsschule mit der hauswirtschaftlichen Ausbildung beginnt. Die Ziele der Schule werden in einem Faltblatt von damals so beschrieben: „Die Abteilung Hauswirtschaft … hat die Aufgabe, junge Mädchen namentlich vom Lande zu berufstüchtigen, selbstständig denkenden Menschen auszubilden, die den Anforderungen der sich ständig ändernden Welt gewachsen sind“.

Ilse Schmidt besucht die Landwirtschaftsschule zwei Winterhalbjahre lang — „selbstverständlich in reinen Mädchenklassen“, sagt sie. Landwirtschaftlichen Unterricht für Jungen bietet die Schule schon seit Oktober 1949 an, zunächst auf dem Gelände der damaligen Realschule, ab 1953 im neu erbauten Schulgebäude an der Lüneburger Straße — heute Sitz der Kurt-Löwenstein-Schule. Kontakt haben Jungs und Mädchen nur auf dem Schulhof. „Gerne gesehen war allerdings auch das nicht“, erzählt Schmidt. Trotzdem kommt es nicht nur einmal zu nachhaltigen Begegnungen, „bei uns im Verein sind so einige Ehepaare, die sich in der Landwirtschaftsschule gefunden haben“, verrät die 77-Jährige.

Zur Landwirtschaftsschule gehört für Schüler von außerhalb auch ein Internat, außerdem wird die Gemeinschaft von Anfang an großgeschrieben. Es gibt Schülernachmittage, Theater- und Betriebsbesuche, viele gemeinsame Tage und Stunden. Seit 1952 fördert die Zusammengehörigkeit zusätzlich der Verein ehemaliger Landwirtschaftsschüler. „Nach der Auflösung der Schule traf man sich dann weiter zur Sommerfahrt, zur Mitgliederversammlung und zur Adventsfeier“, erzählt Briese. Darüber hinaus hält der Verein den Kontakt zur Fachschule in Lüneburg (heute BBS III) und zum Verein ehemaliger Landwirtschaftsschüler Lüneburg.

Ob es am Freitag das letzte offizielle Vereinstreffen sein wird? „Man wird sehen“, sagt Briese. Einmal auf jeden Fall werden die ehemaligen Landwirtschaftsschüler noch Traditionen pflegen, Würstchen essen, klönen und in Erinnerungen an eine unvergessliche Schulzeit schwelgen.