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Die Schützen in Oedeme haben eine günstige Unterkunft: Nicht mal zwei Euro monatlich müssen sie als Pacht für ihr Vereinsheim (rechts im Bild) neben der Reiterbar berappen. Foto: t&w
Die Schützen in Oedeme haben eine günstige Unterkunft: Nicht mal zwei Euro monatlich müssen sie als Pacht für ihr Vereinsheim (rechts im Bild) neben der Reiterbar berappen. Foto: t&w

Oedeme: Ein unschlagbar günstiger Vertrag

ca Lüneburg. Der Pachtvertrag ist unschlagbar günstig: 42 Mark pro Jahr, umgerechnet also etwa 21 Euro — und das bis ins Jahr 2052. Die Oedemer Schützen leben in ihrem Haus samt Schießbahn in unmittelbarer Nachbarschaft zur Reiterbar sehr kommod. Diesen LZ-Informationen widerspricht die Vorsitzende des Vereins, Elke Peters, nicht. Sie und ihre 126 Mitglieder wünschen sich, dass alles so bleibt. Doch ob sie weiterhin so günstig mitten im alten Dorf anlegen können, ist fraglich. Für das Areal gibt es auch andere Überlegungen.

Bekanntlich soll im Ortskern gebaut werden. Der „Jägerhof“ und andere Gebäude sollen weichen. Zum Ensemble gehört auch das Areal von Reiterbar und Schützenverein. Das möchte die Stadt kaufen. Oedemes Ortsbürgermeisterin Christel John könnte sich vorstellen, statt der Reiterbar ein Stadtteilhaus entstehen zu lassen. Damit könnte ein gewisser Pulverdampf aufziehen.

Allerdings möchte die Stadt dann als Vertragspartner der Schützen einsteigen und das Areal zu anderen Konditionen verpachten, bestätigt Schützen-Chefin Peters. Das schmeckt den Schützen nicht: „Wir haben einen Arbeitskreis gegründet, der mit der Stadt verhandeln soll. Wir möchten eine gemeinsame Lösung finden.“ Das Ziel ist klar: „Wir möchten uns nicht verschlechtern.“ Auch weil man das Schützenhaus und die Anlage in Eigenleistung errichtet habe und betreibe.

Dabei scheint der Verein eine gute Ausgangsposition zu haben. Nach LZ-Recherchen basiert der Pachtvertrag, der auch ein Vorkaufsrecht beinhaltet, auf Vereinbarungen aus den 70er-Jahren und fußt wohl auf Vereinbarungen, die noch weiter zurückliegen. Darin sind Nutzung und die aus heutiger Sicht extrem niedrige Pacht vereinbart. Ein Übergang an einen neuen Eigentümer der Fläche soll keine Auswirkungen auf den noch bis 2052 reichenden Vertrag haben.

Christel John sagt, dass sie sich eine Nachbarschaft von Stadtteilhaus und Schützenheim gut vorstellen könne, zumal die Schützen eine Bogensport-Abteilung initiieren möchten, um junge Leute zu locken. „Ich habe großes Interesse daran, dass Stadt und Schützen eine Lösung finden“, stellt die Ortsbürgermeisterin klar.

Für die Stadt erklärt deren Pressestelle: „Der Schützenverein ist ein wichtiger Bestandteil der Dorfstruktur, seit fast 100 Jahren gehört er zum Dorfleben. Deshalb gilt es, den Verein zu erhalten. Die Stadt hat Interesse an dem Erwerb der Reiterbar und des Vorplatzes, um dort das vom Ortsrat beschlossene Dorfgemeinschaftshaus mittelfristig zu errichten. Der Kauf und der Bau des Hauses haben keinerlei Einfluss auf das Schützenhaus mit seinem Schießstand. Das spiegelt auch der kürzlich aufgestellte und beschlossene Bebauungsplan wider.“

Für den Verein gebe es mehrere Optionen: „Er kann seine Flächen selbst erwerben, denn dafür hat er eine grundbuchliche Vormerkung, oder er kann sie weiterhin vom Eigentümer pachten. Die Stadt hat aber auch das Angebot gemacht, die Fläche zu kaufen und dann neuer Partner des Pachtvertrages zu werden, der erneut auf 50 Jahre angelegt werden soll. Die Gespräche hierzu laufen gerade. Es ist nun also die Entscheidung des Vereins, welche der Möglichkeiten er nutzt.“

One comment

  1. Werner Schneyder

    Vereine in Lüneburg haben oder hatten einen großen Einfluss bei den Verantwortlichen: Der Anglerverein beim Kalkbergsee, DLRG und RuderClub bei der Illmenau.

    Wann gibt man dem Volk diese Flächen zurück? Eine Badestelle an der Illmenau wäre doch fantastisch, usw. usw.

    Auch Bauunternehmer wurden locker bevorteilt, man denken nur an das Vogelyheim.