Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Vieles ist auf der Baustelle im alten Wohnstift an der Rote-Hahn-Straße schon geschafft, gegenwärtig laufen die Arbeiten für den dritten Bauabschnitt. Hella Siedenburg (l.), Elke Frost und Martin Aude unterstützen das Projekt nach Kräften. Foto: t&w
Vieles ist auf der Baustelle im alten Wohnstift an der Rote-Hahn-Straße schon geschafft, gegenwärtig laufen die Arbeiten für den dritten Bauabschnitt. Hella Siedenburg (l.), Elke Frost und Martin Aude unterstützen das Projekt nach Kräften. Foto: t&w

Deckungslücke bei Sanierung des Rote-Hahn-Stifts

us Lüneburg. Es ist ein enormer Kraftakt. Morsche Holzkonstruktionen, versalzenes Mauerwerk, marode Fenster, Treppen und Türen, kaputte Dächer und Fassaden — der Zahn der Zeit hatte dem „Roten Hahn“ im Laufe der Jahrhunderte ordentlich zugesetzt. Zu den ohnehin schon beachtlichen Schäden am mittelalterlichen Wohnstift im Lüneburger Wasserviertel gesellten sich zudem noch Bausünden aus den 1970er-Jahren, die Lüneburger Bürgerstiftung beschloss daraufhin eine umfassende Sanierung des denkmalgeschützten Gebäude-Ensembles. Inzwischen sind zwei der vier Bauabschnitte abgeschlossen, ein Ende der Probleme aber ist noch nicht in Sicht.

„Die eng kalkulierten Mittel, mit denen wir 2011 die Sanierung und Restaurierung dieses Lüneburger Juwels gestartet haben, reichten schon bald nicht mehr aus“, beschreibt Elke Frost das Dilemma, vor dem sich die Lüneburger Bürgerstiftung als Eigentümerin des Objekts zwischenzeitlich sah. Denn erst nach Aufnahme der Bauarbeiten wurde der volle Umfang der Schäden erkennbar, hinzu kamen Kostensteigerungen im Handwerk sowie zusätzlicher Aufwand für die Entfernung von Schadstoffen, die bei einer früheren Sanierung ins Gebäude eingetragen wurden, wie die Vorstandsvorsitzende berichtet.

Von ursprünglich 1 Million Euro kletterten die Kosten auf inzwischen 1,4 Millionen Euro. Die Stiftung nahm alles, was sie an Eigenmitteln aufbringen konnte und durfte, in die Hand, es gab Hilfen der Stadt und Mittel aus dem Topf der städtebaulichen Förderung fürs Wasserviertel. Dennoch musste zusätzlich noch ein Kredit bei der N-Bank in Anspruch genommen werden.

Doch noch immer reichen die vorhandenen Mittel nicht aus. „Uns fehlten bis gestern noch 60000 Euro“, sagt Elke Frost, fügt aber zugleich strahlend hinzu: „Heute sind es nur noch 58000 Euro.“ Für die kleine finanzielle Entlastung sorgte Martin Aude, Regionaldirektor der VGH Versicherungen. Er übergab der Bürgerstiftung jetzt eine Spende seines Unternehmens in Höhe von 2000 Euro. „Die Wurzeln der Lüneburger Bürgerstiftung und ihres vorbildlichen sozialen Einsatzes reichen bis weit ins Mittelalter zurück. Diese Tradition gesellschaftlichen Engagements verbindet sie mit der VGH. Auch wir fühlen uns den Menschen vor Ort verpflichtet“, erläutert Aude. Seit 2014 stellt die VGH den finanziellen Gegenwert aus dem innerbetrieblichen Verbesserungswesen Gemeinwohlprojekten zur Verfügung.

Das Geld kann die Stiftung gut gebrauchen. „Wir sind weiterhin auf Spenden angewiesen“, sagt Vorstandsmitglied Hella Siedenburg. Doch auch sie zeigt sich optimistisch: „Wir bringen das zu Ende! Aber es gehören noch viele dazu, damit es gelingt!“

Wer sich mit einer Geld- oder Sachspende beteiligen möchte, kann sich unter Tel. 47634 an Elke Frost wenden.