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Die Vio-Produktion in der Goseburg in Lüneburg läuft auf Hochtouren, nun soll auch eine Schorle hinzukommen. Foto: t&w
Die Vio-Produktion in der Goseburg in Lüneburg läuft auf Hochtouren, nun soll auch eine Schorle hinzukommen. Foto: t&w

Vio braucht mehr Wasser

us Lüneburg. Lüneburger Wasser ist nicht nur in der Hansestadt selbst begehrt. Weil die Qualität des Trinkwassers Spitzenwerte aufweist, siedelte sich vor Jahren die Apollinaris GmbH in der Goseburg an, ihr Mineralwasser „Vio“ wird inzwischen bundesweit von Verbrauchern geschätzt. 270 Millionen Liter Getränke insgesamt werden pro Jahr in Lüneburg produziert und abgefüllt, Tendenz steigend. Um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden, prüft das Unternehmen nun die Inbetriebnahme eines weiteren Trinkwasserbrunnens.

„Im Moment kommen wir noch mit der Förderleistung der beiden vorhandenen Brunnen hin. Doch der Markt wächst“, sagt Ulrike Meier, Pressesprecherin der Coca Cola GmbH, zu dem Vorhaben ihrer Tochterfirma Apollinaris. In den Blick genommen hat das Unternehmen den Standort des ehemaligen Wasserwerks am Wienebütteler Weg unweit des Nordfriedhofs. Mittels einer Probebohrung wolle man sich zunächst Klarheit darüber verschaffen, ob die gewünschten Fördermengen dort überhaupt erzielt werden können.

Konkrete Zahlen zu möglichen Förderkapazitäten will das Unternehmen nicht nennen, mit der erst im vorigen Jahr erfolgten Erweiterung der Produktpalette auf „Vio Bio-Limo“ aber sei der Absatz nochmals deutlich angestiegen, wie Ulrike Meier erklärt. Außerdem plane das Unternehmen, mit der „Vio Schorle“ ein weiteres Produkt auf den Markt zu bringen.

Ob die bislang genehmigten 350000 Kubikmeter Wasser, die maximal pro Jahr gefördert werden dürfen, weiterhin ausreichen, kann die Pressesprecherin nicht sagen. „Wir werden die Probebohrung ergebnisoffen führen.“ Derzeit betreibt das Unternehmen in Lüneburg zwei Trinkwasserbrunnen, einen am Standort Goseburg, den zweiten im Lüner Holz. Pro Brunnen und Tag dürfen maximal 40 beziehungsweise 42 Kubikmeter gefördert werden.

Wie Umweltdezernent Markus Moßmann in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses berichtete, hat die Stadt dem Unternehmen per Gestattungsvertrag eingeräumt, die Probebohrung auf ihrem Grundstück ausführen zu können. Die Bohrung selbst werde in einem Zeitraum von vier Wochen ausgeführt und muss gegenüber dem Niedersächsischen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie sowie der Stadt vorher angezeigt werden. Die Fläche werde voraussichtlich in den nächsten Tagen für die Erkundung vorbereitet.

Mit dem Unternehmen sei vereinbart, dass der Gehölzaufwuchs, der im Zuge der Vorbereitung gerodet werden müsse, durch die Anpflanzung heimischer Sträucher rund um die Brunnenanlage ausgeglichen werde. Das Unternehmen habe der Stadt gegenüber erklärt, auf die Umweltverbände zuzugehen und das Vorhaben erläutern zu wollen.

„Ein wasserrechtlicher Antrag liegt der Stadt nicht vor“, sagte Moßmann. Der sei dann erforderlich, wenn das Unternehmen beabsichtigt, an der Stelle dauerhaft Wasser fördern zu wollen. „Dann ist ein wasserbehördliches Verfahren notwendig mit der vorgeschriebenen öffentlichen Beteiligung. Unabhängig hiervon wird die Stadt Lüneburg die Gemeinde Vögelsen über das Vorhaben informieren.“

Das ehemalige Wasserwerk Wienebüttel war für die Versorgung des Landeskrankenhauses errichtet und betrieben worden. Die seinerzeitige Erlaubnis wurde durch die Stadt zugunsten des Krankenhauses im Jahr 1982 erteilt, war bis Ende 2002 befristet und umfasste ein maximales Fördervolumen von 250000 Kubikmeter pro Jahr. Das mit der wasserrechtlichen Erlaubnis verbundene Wasserrecht war zuletzt auf die Purena übergegangen, die die Förderung am Wasserwerk Wienebüttel 2002 eingestellt hat. Seitdem wird die städtische Wasserversorgung zentral über die Wasserförderung im Wasserwerk „Rote Bleiche“ sichergestellt.