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Der Schierbrunnenteich ist beliebt bei Spaziergängern. Doch nicht alle behandeln das kleine Naturidyll pfleglich, immer wieder werfen Passanten Müll oder auch ganze Brote ins Wasser. Nabu und Schüler der IGS haben jüngst den Unrat aufgesammelt. Foto: nh
Der Schierbrunnenteich ist beliebt bei Spaziergängern. Doch nicht alle behandeln das kleine Naturidyll pfleglich, immer wieder werfen Passanten Müll oder auch ganze Brote ins Wasser. Nabu und Schüler der IGS haben jüngst den Unrat aufgesammelt. Foto: nh

Lüneburg: Sorgenkind Schierbrunnenteich

as Lüneburg. Es ist ein Problem, das immer wieder Bürger ärgert: Umweltfrevler kippen einfach ihren Müll in den Schierbrunnenteich. Doch es gibt auch regelmäßig Putzaktionen von kleinen und großen Umweltfreunden, die den Teich im Stadtteil Kaltenmoor entrümpeln. Jüngst hat der Naturschutzbund mit einem Ehepaar aus Kaltenmoor einen Berg von Flaschen, Dosen und Plastikmüll eingesammelt. Dabei ärgerte sich Nabu-Vorsitzender Thomas Mitschke auch über „die massiven Fütterungen an diesem Teich“.

Ganze Brote und Brötchen, teils angeschimmelt, würden im Wasser dümpeln. Mitschke: „Die verschiedenen Entenarten können oft das ganze Hineingeworfene gar nicht fressen. Es besteht das Risiko, dass sie durch diese verdorbenen Nahrungsreste erkranken können. Die Reste selbst vergammeln buchstäblich, es werden Nährstoffe freigesetzt, welche in den wärmeren Jahreszeiten zur Veralgung des Gewässers führen.“ Sein Appell: Bitte nicht aus falscher Fürsorge die Enten füttern. Er würde sich wünschen, dass dort Verbotsschilder gegen Fütterung sowie Abladen von Müll aufgestellt werden.

Intensiv beschäftigt haben sich auch Fünftklässler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Lüneburg und ihre Lehrerin Sonja Holstein mit dem Naherholungsgebiet „Am Schierbrunnenteich“. Bei einer Exkursion stellten auch sie fest, dass der Teich einer Mülldeponie ähnelte, sie sammelten den Unrat ein. Im Unterricht erfuhren die Mädchen und Jungen, dass durch die verrottenden Brotreste Bakterien entstehen, die für die Tiere eine tödliche Gefahr sind. Zudem steige durch die Überfütterung der Tiere die Population der Enten, und seltene Exemplare wie die Mandarinente werden aus dem Lebensraum verdrängt. Deshalb plädieren auch die Kinder dafür, keine Enten zu füttern.

Die Stadt bedankt sich bei den aktiven Helfern. Pressesprecherin Suzanne Moenck: „Der Bereich Umwelt hat in Rücksprache mit dem Quartiersmanager in Kaltenmoor und anderen Beteiligten einige Veränderungen für den Schierbrunnenteich vorbereitet. Dazu gehören unter anderem mehrsprachige Schilder, damit möglichst alle Passanten Bescheid wissen, dass das Füttern den Tieren nicht gut tut. Den Hinweis mit den Müllkörben nehmen wir in dem Zusammenhang gern mit auf, der Bereich Grünplanung kümmert sich darum.“