Donnerstag , 8. Dezember 2016
Aktuell
Home | Lokales | Mehr Geld für die Erzieher, höhere Kosten für die Stadt
Erzieher und Sozialarbeiter haben im vergangenen Juni zu Tausenden in der Innenstadt für mehr Geld gestreikt. Das bekommen sie nun, aber es wird teuer für die Stadt. Foto: t&w
Erzieher und Sozialarbeiter haben im vergangenen Juni zu Tausenden in der Innenstadt für mehr Geld gestreikt. Das bekommen sie nun, aber es wird teuer für die Stadt. Foto: t&w

Mehr Geld für die Erzieher, höhere Kosten für die Stadt

ca Lüneburg. Jetzt macht sich der Streik aus dem vergangenen Mai und Juni bezahlt: Erzieher, Sozialarbeiter, Kinder- und Heilerziehungspfleger können sich über mehr Geld auf dem Konto freuen: Nach dem Abschluss der Verhandlungen für die Tarifrunde Sozial- und Erziehungsdienst wird das Plus nun auf dem Konto sichtbar. Städte und Gemeinden haben mit den ersten Auszahlungen begonnen. Darauf macht der Bezirkschef der Lüneburger Gewerkschaft ver.di, Matthias Hoffmann, aufmerksam.

Was für ver.di eine Erfolgsmeldung ist, bedeutet für die Stadt allerdings deutliche Mehrausgaben. Bei dem Streik ging es um bessere, also höhere Eingruppierungen der Mitarbeiter. Das schlägt mehrfach zu Buche: Für Erzieherinnen und Leitungen der Kitas muss die Stadt nach eigenen Angaben rund 430000 Euro pro Jahr aufwenden, für Sozialarbeiter knapp 60000 Euro. Das ist aber nicht alles. Da die Beschäftigten in Einrichtungen freier Träger eben auch Zuschüsse der Stadt erhalten, steigen deren Kosten.

Laut einer Prognose könnte es sein, dass die Stadt Lüneburg dann noch einmal rund eine Million Euro an zusätzlichen Kosten tragen muss. Und ein Blick in die Zukunft zeigt, das dürfte nicht alles sein. Da ver.di erneut in die Tarifverhandlungen startet und sechs Prozent mehr fordert, hat das bei einer Höhergruppierung der Beschäftigten eben auch finanzielle Folgen.

Insgesamt profitieren laut ver.di-Geschäftsführer Hoffmann 18 Berufsgruppen im Öffentlichen Dienst vom Gehaltsplus. Bestätigt wurden erste Auszahlungen in der Hansestadt Lüneburg und den Gemeinden Bardowick und Scharnebeck, andere Gemeinden und Städte wie Celle folgen in den nächsten Wochen.

Die Auszahlung der höheren Gehälter erfolgt erst nach umfangreichen internen Berechnungen. Ein Beispiel: Eine Erzieherin hat durchschnittlich ein Plus von 100 Euro im Monat auf dem Konto, die Auszahlung schwankt zwischen 93 und 138 Euro im Bereich der Erzieher.

Eine Erzieherin im Kindergarten verdient nun mindestens 2460 Euro und kann sich nach einigen Berufsjahren noch bis auf 3427 Euro steigern. Auch viele Sozialarbeiter, Sozialpädagogen und Heilpädagogen werden höher in den Tabellenentgelten des Tarifvertrages des Öffentlichen Dienstes eingestuft.