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Chinesische Gäste und deutsche Experten vor der Erlebnisschmiede. Zwei Wochen lang reisen die Asiaten durch Deutschland. Foto: sk
Chinesische Gäste und deutsche Experten vor der Erlebnisschmiede. Zwei Wochen lang reisen die Asiaten durch Deutschland. Foto: sk

Chinesische Delegation informiert sich über Aufbau eines Naturparks

sk Südergellersen. China gilt als einer der größten Umweltsünder weltweit, und die Folgen der Verschmutzung sind kaum zu übersehen. Die großen Metropolen versinken im Smog. Von Lebensqualität kann dort kaum noch gesprochen werden. Die Stadt Yulin in der Provinz Schaanxi stellte sich nun die Frage, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um die Lebensqualität der Menschen und die biologische Vielfalt in ihrer Stadt zu verbessern. Antworten auf ihre Frage erhofften sich die Chinesen auch bei einem Besuch in Südergellersen.

Drei Naturparks in verschiedenen Bezirken der Stadt sollen in Yulin installiert werden. Das Vorhaben der Stadt, berichteten die Gäste, stößt jedoch weitestgehend auf Ablehnung in der Bevölkerung. Die Einwohner, deren Existenz größtenteils auf der Tierhaltung gründet, fürchten, ihren Lebensunterhalt mit der Einrichtung der Naturparks nicht mehr sichern zu können. Probleme zeigten sich schon bei der Installation eines ersten Parks. Trotz der strengen Bestimmungen der Parkverwaltung ließen die Bauern ihre Schafe auf den Flächen des Naturparks weiden.

Nun soll versucht werden, eine Balance zu finden, die die Bevölkerung auf dem Weg zum Naturpark einbezieht. Das Projekt „Sand Land Treatment and Biodiversity Conservation Project along the Great Wall“ wurde ins Leben gerufen. Das Projekt geht der Frage nach, wie es dem Management des Parks möglich ist, lokale Kultur, Wirtschaft und Tourismus zu berücksichtigen.

„Der Unterschied ist, dass der Naturpark Lüneburger Heide von unten nach oben gewachsen ist. Er war von den Kommunen gewollt. In China kommt die Idee und Planung der Naturparks von oben. Sie wird der Bevölkerung aufgedrückt“, erklärt Marianne Draeger von der Geschäftsstelle des Naturparks Lüneburger Heide.

Um Anregungen zu sammelnm, kam eine Gruppe aus Technikern und zwei Direktoren nach Deutschland. Innerhalb von zwei Wochen sollen verschiedene National- und Naturparks besucht werden, inklusive eines dreitägigen Aufenthaltes im Naturpark Lüneburger Heide. Im Mittelpunkt stehen hier besonders der Aufbau und die Organisation des Parks. Stationen waren zum Beispiel die Biogas- und Windkraftanlage in Bispingen und das Büsenbachtal.

Teil der Reise war ein Ortstermin in Südergellersen, um an dessen Beispiel die erfolgreiche Umsetzung von Projekten des Naturparkes in Zusammenarbeit mit der Gemeinde vorzustellen. Zunächst wurde den Chinesen die Bedeutung des Naturparks für die Gemeinde, den Landkreis Lüneburg sowie die Metropolregion Hamburg erläutert.

Die Chinesen sahen sich dann im Naturwald Hambörn um, wo sich eine „Art deutscher Urwald“ entwickelt hat, sie bestiegen den 16 Meter hohen Aussichtsturm, von dem aus die Stadt Lüneburg und das 30 Kilometer entfernte Geesthacht zu sehen sind, ließen sich in der Erlebnisschmiede im Zentrum des Dorfes informieren — um anschließend reich an neuen Erfahrungen weiterzureisen.