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Geschäftsführerin Frauke Girus-Nowoczyn (l.) kümmert sich jetzt um die Verwaltung des Tierheims, Tina Wunderling ist für den Betrieb zuständig. Foto: t&w
Geschäftsführerin Frauke Girus-Nowoczyn (l.) kümmert sich jetzt um die Verwaltung des Tierheims, Tina Wunderling ist für den Betrieb zuständig. Foto: t&w

Tierheim Lüneburg: Zukunft mit Doppelspitze

emi Lüneburg. Aus eins mach zwei: Ende September 2015 war mit Selina Martens die langjährige Geschäftsführerin und Leiterin des Lüneburger Tierheims aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden, seit Oktober teilen sich zwei Damen die Aufgaben ihrer Vorgängerin: Frauke Girus-Nowoczyn ist die neue Geschäftsführerin der Einrichtung, Tina Wunderling übernimmt die Tierheimleitung.

Frauke Girus-Nowoczyn hatte selbst nicht damit gerechnet, dass sie einmal die neue Geschäftsführerin des Tierheims werden würde. Nachdem der Vorstand zurückgetreten war, war die 55-Jährige im vergangenen Sommer zunächst zur neuen Schriftführerin des Tierschutzvereins Lüneburg bestimmt worden. „Eine unserer ersten Aufgaben im Vorstand war es, eine Nachfolgerin für Frau Martens zu finden“, sagt die ganzheitliche Ernährungsberaterin und Homöopathin, die seit 15 Jahren in eigener Praxis in Dachtmissen arbeitet.

Die Nachfolge für Martens gestaltete sich schwierig. „Es musste jemand sein, der etwas von Finanzen, Verwaltung und Personal versteht, der nicht reich werden will und der mit dem Tierschutzgedanken vertraut ist“, sagt Girus-Nowoczyn. „Aber keine Bewerbung hat uns vom Hocker gehauen.“ Da machte es die Heilpraktikerin, die „früher viel im Management gearbeitet“ hat, kurzerhand selbst. „Mir war wichtig, dass es schnell weitergeht, dass der Betrieb hier weiterläuft.“

Den Tierschutzgedanken bringt Tina Wunderling ein. Seit 2002 arbeitet die 38-Jährige jetzt schon in der Lüneburger Einrichtung an der Bockelmannstraße, ist seit 2004 ausgelernte Tierpflegerin und war von 2013 an stellvertretende Tierheimleiterin. Für die ehemalige Autolackiererin ist die Arbeit mit den aktuell 36 Katzen, 16 Hunden und 15 Kleintieren im Tierheim eine echte „Herzenssache“, denn ihr ist klar: „Reich wird man damit nicht.“

Zu den ersten Amtshandlungen der beiden Neuen gehörte die Eindämmung der Papierflut. „Wir versuchen, in der Kommunikation mehr über E-Mails zu gehen“, sagt Girus-Nowoczyn. Auch sonst seien bislang nur Kleinigkeiten verändert worden. Baustellen gibt es dennoch: Im Sommer soll das neue Hundehaus fertig sein. Für einen Teil der Raumkosten kommt der Landkreis Lüneburg auf, der sich unter anderen mit der Stadt Lüneburg und den umliegenden Samt- und Einheitsgemeinden sowie der Stadt Bleckede an der Finanzierung des Tierheims beteiligt.

In seiner jüngsten Sitzung hat der Kreistag einstimmig beschlossen, die Vereinbarung mit dem Tierheim zu verlängern. Um eine größere Planungssicherheit zu bieten, wurde die Laufzeit von bisher fünf auf zehn Jahre ausgeweitet.

Der Kreis überweist seit 1. Januar 2016 pro Jahr 34 000 Euro mehr an das Tierheim. Grund ist eine Gesetzesänderung, die als „gefährlich“ eingestufte Hunde betrifft. Kann oder darf ein Hundehalter einen gefährlichen Hund nicht halten, ist der jeweilige Landkreis verpflichtet, das Tier im Zuge der „Gefahrenabwehr“ sicherzustellen und im Tierheim unterzubringen. Das Lüneburger Tierheim bietet für die als gefährlich eingestuften Hunde bis zu vier Plätze für den Kreis an. Neben den 34 000 Euro jährlich leistet der Kreis pro Jahr weitere 22 000 Euro an Zuschüssen. 42 500 Euro kommen von der Hansestadt, der gleiche Betrag von den Samt- und Einheitsgemeinden sowie von der Stadt Bleckede.

Landräte spenden mehr als 2000 Euro

Vor rund einem Monat ist Franz Fietz 75 Jahre alt geworden. Doch statt Geschenke wünschte sich der ehemalige Landrat des Landkreises Lüneburg zu seiner Feier eine Geldspende für den Lüneburger Tierschutzverein. Mehr als 1600 Euro kamen so zusammen. Als der amtierende Lüneburger Landrat, Manfred Nahrstedt, von dieser Idee erfuhr, war er sofort begeistert – und schlug vor, dass jeder der Landräte noch einmal 200 Euro aus eigener Tasche dazuzahlen sollte.

Am Montag wurde die Spendensumme von mehr als 2000 Euro durch einen ganz besonderen Boten an Jan Pless, den Vorsitzenden des Tierschutzvereins Lüneburg, übergeben: Franz Fietz‘ Hund „Barny“ überbrachte den Briefumschlag. Die neue Geschäftsführerin des Lüneburger Tierheims freute sich über den Geldsegen: „Ich bin begeistert von so viel Großzügigkeit“, sagte Frauke Girus-Nowoczyn. Wofür genau das Geld verwendet werden soll, steht noch nicht fest.