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Träger der Volkshochschule ist die gemeinnützige Bildungs- und Kulturgesellschaft Hansestadt und Landkreis Lüneburg. Stadt und Kreis gewähren ihr je zur Hälfte einen jährlichen Zuschuss.  Foto: A/us
Träger der Volkshochschule ist die gemeinnützige Bildungs- und Kulturgesellschaft Hansestadt und Landkreis Lüneburg. Stadt und Kreis gewähren ihr je zur Hälfte einen jährlichen Zuschuss. Foto: A/us

Volkshochschule weist Defizit im Wirtschaftsplan aus

red Lüneburg. Der Wirtschaftsplan der Lüneburger Volkshochschule für 2016 weist ein Minus von 250000 Euro aus. „Wir haben hohe Kostensteigerungen in den Segmenten Personal und Mieten zu verzeichnen“, begründet VHS-Geschäftsführer Martin Wiese die Zahl. Das Papier soll in Kürze in den Fachausschüssen der Stadt und des Landkreises debattiert werden. Der Wirtschaftsplan 2015 hatte ein Defizit von knapp 100000 Euro aufgewiesen.

Die VHS könne bei Inte­grations- und Schulabschlusskursen nicht mehr auf Honorarkräfte setzen, sondern sei verpflichtet, auf feste Arbeitsverhältnisse umzustellen. „Das ist natürlich schon wegen der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung teurer“, bilanziert Wiese. Auch müssten zum Beispiel für zusätzliche Sprachkurse für Flüchtlinge auch zusätzliche Räume angemietet werden. Da gleichzeitig das Land der VHS seit drei Jahren keine höheren Zuschüsse zahlt, ergebe sich dieser Fehlbetrag.

Zusätzlich spiele auch die unklare Erlössituation bei den Deutschkursen eine wichtige Rolle. „Wir sind mit Abstand der wichtigste Anbieter von Sprachkursen in der Region. 90 Prozent laufen über uns. Aber es gibt zurzeit ein Nebeneinander von Institutionen, die Sprachkurse finanzieren, etwa das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die Bundesagentur für Arbeit oder die Agentur für Erwachsenenbildung. Die Erstattung der Kurskosten ist dabei uneinheitlich, so dass wir als Volkshochschule, wenn wir unsere Qualitätsstandards halten wollen, teilweise sogar in Vorleistung treten müssen.“ Deswegen fordert die VHS nun, dass unter anderem die Refinanzierung der BAMF-Integrationskurse von 3,10 auf 4,50 Euro pro Teilnehmer und Unterrichtsstunde angehoben wird.

Bis zum Herbst erhoffe sich die Volkshochschule neue Strukturen. Bis dahin werde feststehen, wer was finanziert und wie die Konzepte aussehen. „Wir gehen davon aus, dass sich die Finanzierung insbesondere von Kursen zur sprachlichen Erstorientierung noch im Laufe des Jahres erheblich verbessert. Dann werden wir neu bewerten, wie wir durch das Jahr gekommen sind“, sagt Wiese.

Träger der Volkshochschule ist die gemeinnützige Bildungs- und Kulturgesellschaft Hansestadt und Landkreis Lüneburg. Stadt und Kreis gewähren ihr je zur Hälfte einen jährlichen Zuschuss. Für die Stadt entscheidet der Wirtschaftsausschuss am Mittwoch, 9. März, ab 16 Uhr im Traubensaal des Rathauses über den Wirtschaftsplan 2016 der VHS, in dem der anteilige Zuschuss enthalten ist. Die Verwaltung wird den Ausschussmitgliedern vorschlagen, ihn für 2016 auf 215000 Euro festzulegen. Das wäre dieselbe Höhe wie 2015. „Auch in stürmischen Zeiten befindet sich die Volkshochschule dank ihrer Rücklagen in ruhigem Fahrwasser“, findet Kämmerin Gabriele Lukoschek. „Wir wissen um die Solidität und Bedeutung der VHS und sichern sie durch unseren laufenden Zuschuss und unsere enge Begleitung ab.“