Aktuell
Home | Lokales | Yoga für Multiple Sklerose-Kranke
Ingrid Siebers (M.) bietet erstmals einen Yoga-Kursus speziell für MS-Kranke an. Prof. Dr. Henning Henningsen und Waltraut Heus unterstützen das Projekt. Foto: saf
Ingrid Siebers (M.) bietet erstmals einen Yoga-Kursus speziell für MS-Kranke an. Prof. Dr. Henning Henningsen und Waltraut Heus unterstützen das Projekt. Foto: saf

Yoga für Multiple Sklerose-Kranke

saf Lüneburg. Als Ingrid Siebers anfing, Yoga auch für Menschen mit Multipler Sklerose anzubieten, stieß sie bei manchem Betroffenen zunächst auf Unverständnis: „Wie soll ich mit MS einen Kopfstand machen?“ Doch um solche Kunststücke geht es der Yoga-Lehrerin gar nicht. „Wir wollen alle so stärken, dass sie selbst sehen, was geht“, erläutert Ingrid Siebers, die erstmals eine Kursreihe „Soft Yoga“ für MS-Kranke anbietet.

Unterstützt wird sie dabei von der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) in Gestalt von Waltraut Heus, Leiterin der Beratungsstelle Winsen/Lüneburg. Auch Prof. Dr. Henning Henningsen, Chefarzt der Klinik für Neurologie im Lüneburger Klinikum, ist ein überzeugter Anhänger von sanften Methoden bei der Behandlung von MS-Patienten. „Yoga hat nicht nur eine esoterische Funktion“, betont der Mediziner, „sondern hat auch eine bessere Vernetzung der Nervenzellen zur Folge.“ Schon die Konzentration auf eine Übung, die Planung einer Bewegung würde fast den gleichen Effekt haben wie die tatsächliche Ausführung.

Die MS-Forschung, so Henningsen, macht große Fortschritte. Neue Medikamente, die Schübe der Krankheit lindern oder gar verhindern können, werden zurzeit in insgesamt 17 Studien getestet. Betroffene haben schon heute deutlich größere Chancen, beweglich und gehfähig zu bleiben, vielleicht auch einen Beruf auszuüben, als noch vor zwei Jahrzehnten. Nach aktuellen Zahlen sollen bis zu 200 000 Menschen in Deutschland an der entzündliche Erkrankung des Nervensystems leiden, diagnostiziert wird MS vor allem bei 20- bis 40-Jährigen.

Die DMSG hilft Erkrankten und ihren Angehörigen bei allen Fragen, die über das rein Medizinische hinausgehen. Da die Krankheit so unterschiedlich auftreten und verlaufen kann, geht Waltraut Heus ohne festes Konzept in die Beratungsgespräche. „Wie geht es mir und was kann ich?“, möchte sie die Betroffenen sich fragen lassen. Und nicht: „Wie könnte es mir irgendwann gehen?“ Ingrid Siebers sagt: „Wir nehmen jeden Menschen so, wie er ist, damit er sehen kann, was er für Stärken hat. Denn das Wohlbefinden macht bei MS sehr viel aus.“

Der Kursus beginnt am 19. März und findet bis 20. August jeweils am dritten Sonnabend des Monats von 10 bis 11.30 Uhr im Stadtteiltreff Halo, Lossiusstraße 10, statt. DMSG-Mitglieder zahlen 39 Euro, andere 69 Euro für die komplette Reihe. Anmeldung bis 7. März unter Tel.: (0 41 71) 6 29 24.

Lauf für MS-Kranke

Die Arbeit der Deutschen Multiplen Sklerose Gesellschaft (DMSG) wird fast ausschließlich durch Spenden finanziert. Zum Beispiel durch den Run for Help, dem Lüneburger Stadtlauf am Freitag, 27. Mai, bei dem zuletzt regelmäßig eine fünfstellige Summe für den DMSG-Landesverband gesammelt wurde. Der Ausrichter MTV Treubund erhebt kein Startgeld, bittet stattdessen alle Teilnehmer und Zuschauer am Veranstaltungstag um Spenden. Anmeldungen sind im Internet bereits möglich über www.stgk.de. Neben dem Hauptlauf über 8,75 Kilometer, der um 20.10 Uhr vor dem Sportpark Uelzener Straße gestartet und durch die Lüneburger Innenstadt führt, sind auch Kinderläufe über 75, 400 und 800 Meter ausgeschrieben.