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Die Erlaubnisfelder zur Aufsuchung von Erdgas und Erdöl „Oldendorf“ (l.) und „Lüneburg“ werden verkleinert, jeweils die rötlich gefärbten, südlichen Bereiche werden nun aufgehoben. Grafik: greve; lbeg
Die Erlaubnisfelder zur Aufsuchung von Erdgas und Erdöl „Oldendorf“ (l.) und „Lüneburg“ werden verkleinert, jeweils die rötlich gefärbten, südlichen Bereiche werden nun aufgehoben. Grafik: greve; lbeg

Erdgas und Erdöl: Raum für Bohrprojekte in der Region eingegrenzt

lz/dth Lüneburg. Die Kimmeridge GmbH hat jetzt bestimmte Gebiete von drei Erlaubnisfeldern zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen (Erdöl/Erdgas) an das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) zurückgegeben, das teilte das Geozentrum Hannover am Dienstag mit. Es handelt sich um Bereiche der Erlaubnisfelder „Oldendorf“ (Landkreise Lüneburg, Uelzen, Harburg), „Lüneburg“ (Landkreise Lüneburg, Uelzen, Heidekreis, Lüchow-Dannenberg, Harburg) und „Heemsen“ (Landkreise Nienburg, Heidekreis, Verden, Diepholz, Region Hannover). Nach intensiver Auswertung geowissenschaftlicher Daten über den tiefen Untergrund in den Erlaubnisfeldern habe die Kimmeridge GmbH die Gebiete für mögliche Bohrprojekte zur Erkundung von Kohlenwasserstoffen eingegrenzt, heißt es.

Mit der Bekanntgabe im Niedersächsischen Ministerialblatt sind die Teilaufhebungen dieser drei Bergbauberechtigungen jetzt wirksam geworden. Die Fläche der Erlaubnis „Oldendorf“ hat sich von etwa 884 Quadratkilometer auf zirka 406 Quadratkilometer halbiert, da Bereiche im Südwesten zurückgegeben wurden. Sie erstreckt sich nur noch über Teile der Landkreise Harburg sowie Lüneburg und heißt jetzt „Oldendorf-Verkleinerung“. Damit fielen beispielsweise die Orte Amelinghausen, Soderstorf bis hin zum Naturschutzgebiet Lüneburger Heide aus der Betrachtung heraus. Das restliche, keilförmige Gebiet erstreckt sich weiterhin von Seevetal, über Winsen, Drage und Handorf und quer durch die Samtgemeinde Gellersen und Teile Salzhausens.

Das Erlaubnisfeld „Lüneburg“ ist statt 714 Quadratkilometer nur noch 420 Quadratkilometer groß. Ein Gebiet im Süden zählt nicht mehr zu dem Erlaubnisfeld. Es heißt jetzt „Lüneburg-Verkleinerung“ und erstreckt sich zu Teilen nur noch über die Landkreise Harburg, Lüneburg und Uelzen. Beide Aufsuchungserlaubnisse sind bis zum 31. Dezember 2017 befristet. Weiterhin im Feld liegen Teile des östlichen Lüneburger Stadtgebiets sowie Teile der Samtgemeinden Elbmarsch, Bardowick, Scharnebeck, Ilmenau und Ostheide.

Von dem zirka 403 Quadratkilometer großen Erlaubnisfeld „Heemsen“ hat die Kimmeridge GmbH 168 Quadratkilometer im Westen zurückgegeben. Es ist nur noch etwa 245 Quadratkilometer groß und trägt jetzt den Namen „Heemsen-Verkleinerung“. Diese Aufsuchungserlaubnis erstreckt sich über Bereiche der Landkreise Nienburg (Weser), Verden, Heidekreis und die Region Hannover. Sie ist bis 30. November 2018 befristet.

Im Herbst 2012 war bekannt geworden, dass sich verschiedene Firmen die Aufsuchungserlaubnisse auch im Landkreis Lüneburg gesichert hatten. Seitdem hält sich auch die Kritik, dass in den Bereichen bei einer möglichen Erdgasförderung auch die umstrittene Fördermethode „Fracking“ (Hydraulic Fracturing) zum Einsatz kommen könnte.

Wie berichtet, hatte zuletzt im August vergangenen Jahres die „PRD Energy“ das 920 Quadratkilometer große Erlaubnisgeld „Uelzen“ komplett zurückgegeben, weil das dortige Erdölpotenzial für nicht wirtschaftlich erachtet wurde.

Hintergrund

Bei einer bergrechtlichen Erlaubnis handelt es sich laut LBEG lediglich um das grundlegende Recht, in einem festgelegten Gebiet während eines bestimmten Zeitraums einen Rohstoff aufsuchen zu dürfen. Nach Erteilung einer Erlaubnis betreibt der Inhaber erst einmal eine umfassende Recherche und sammelt Informationen über mögliche Kohlenwasserstoff-Vorkommen (Erdöl/Erdgas) im Aufsuchungsgebiet.

Dafür werden beispielsweise geowissenschaftliche Daten über den Untergrund eingekauft. Fällt die Recherche positiv aus, kann das Unternehmen Betriebspläne für technische Erkundungsmaßnahmen wie seismische Untersuchungen oder Bohrungen beim LBEG einreichen. Konkrete Bergbauaktivitäten dürfen nur auf Grundlage eines zugelassenen (genehmigten) Betriebsplanes durchgeführt werden.