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Der BDS-Ehrenvorsitzende Erhard Vaeth (l.) mit dem Geschäftsführer des Bezirks Lüneburg, Uwe Martens (r.), und dem neuen Schiedsmann für den Lüneburger Bezirk Nord, Dr. Claus Jahnke, sowie Schiedsfrau Michaela Rohder als seine Stellvertreterin. Foto: be
Der BDS-Ehrenvorsitzende Erhard Vaeth (l.) mit dem Geschäftsführer des Bezirks Lüneburg, Uwe Martens (r.), und dem neuen Schiedsmann für den Lüneburger Bezirk Nord, Dr. Claus Jahnke, sowie Schiedsfrau Michaela Rohder als seine Stellvertreterin. Foto: be

Sie schlichten, wenn es mal zum Streit kommt

rast Lüneburg. Bei der Tagung der neuen niedersächsischen Schiedsleute im Lüneburger Haus zum Hägfeld mit dem Gastreferenten Erhard Vaeth, Ehrenvorsitzender des Bundes Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen, wurden auch die Namen der neuen Lüneburger Schiedsleute bekannt gegeben. Dr. Claus Jahnke übernimmt den Bezirk Nord, seine Stellvertreterin ist Michaela Rohder. Neuer Stellvertreter für den Bezirk Süd ist Michael Sinn, er übernimmt den Schiedsmann-Posten von Uwe Martens, wenn der im Herbst aus diesem Amt ausscheidet.

Der Verkehrswissenschaftler Dr. Claus Jahnke (66) stammt aus Hamburg, lebt seit August 2009 in Lüneburg. Er ist ledig, hat zwei erwachsene Töchter. Zu seiner Motivation, sich als Schiedsmann zu engagieren, sagt er: „Ich bin der Überzeugung, dass die meisten Menschen grundsätzlich harmonisch und friedlich zusammen leben wollen. Bei dennoch mal auftretenden Disharmonien oder gar Streitfällen sind unabhängige neutrale Dritte oftmals hilfreich. Dies habe ich im Laufe meines Lebens vielfältig erlebt, und ich glaube, diese Erfahrung gut in das Schiedsamt einbringen zu können.“

Schiedsfrau Michaela Rohder (53) wohnt in Jüttkenmoor und arbeitet seit 30 Jahren als System-Planerin im Ordermanagement einer in Lüneburg ansässigen Firma, wo sie mehr als 20 Jahre als Betriebesrätin tätig war: „Während der BR-Zeit stand das Motto ,Schlichten statt richten im Vordergrund. Als ehrenamtliche Richterin am Arbeitsgericht Lüneburg habe ich das ,Richten erfahren. Hier war die Situation oft so, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer nach dem Gerichtsverfahren zerstört war und man sich trennte. Auf Grund dieser Erfahrungen und weil es viel interessanter ist, die bestmöglichen Kompromisse für beide Parteien herauszufinden, anstatt vor Gericht nach Sachlage und Paragrafen eine Lösung zu erfahren, habe ich mich für das Schiedsamt beworben. Auch aus meinem persönlichen Umfeld weiß ich, dass Zwistigkeiten zwischen Nachbarn oft genug durch Missverständnisse entstehen, die bei einem durch einen Moderator geführten sachlichen Gespräch zumindest verbessert werden können, so dass eine Lösung für das akute Problem gefunden werden kann.“ Ein weiterer positiver Aspekt sei, dass ein Schlichtungsverfahren deutlich kostengünstiger ist als ein Gerichtsverfahren, die Ergebnisse aus einer Schlichtung ebenfalls rechtsverbindlich sind.

Michael Sinn (61) wohnt mit seiner Frau im Klosterkamp, er hat eine erwachsene Tochter. Er ging auf die Heiligengeistschule und machte 1974 an der Herderschule sein Abitur. Bei der Bundeswehr absolvierte er seine Ausbildung zum Offizier. Von 1977 bis 1982 studierte er Wirtschafts- und Organisationswissenschaften mit Abschluss Diplomkaufmann an der Helmut Schmidt Universität in Hamburg, von 1987 bis 1989 machte er eine Generalstabsausbildung an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg: „Bis zu meiner Pensionierung zum 30. September 2014 habe ich diverse Führungs-, Lehr- und Stabsverwendungen auf verschiedenen Ebenen durchlaufen, in denen ich stets Vorgesetzter von deutschen und auch internationalen, zivilen und militärischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gewesen bin.“

Zu seiner Motivation sagt Sinn: „Nach der Pensionierung wollte ich mich ehrenamtlich engagieren in einer Tätigkeit, die mich geistig fit hält und in der ich weiterhin mit Menschen zu tun habe. Das Amt des Schiedsmanns stellt eine interessante Herausforderung dar, weil ich mich zum einen fachlich in Sachen wie Nachbarrecht und Zivilrecht weiterbilden kann und auch noch meine im 40-jährigen Berufsleben erworbene Menschenkenntnis weiter anwenden kann. Es ist also eine fordernde, hoch interessante und befriedigende, ehrenamtliche Aufgabe.“