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Wie kann die Politik den Handel unterstützen? Darüber diskutierten (v.l.) Niels Webersinn (CDU), Michèl Pauly (Linke), Klaus-Dieter Salewski (SPD), Birte Schellmann (FDP) und Ulrich Blanck (Grüne). LCM-Chef Heiko Meyer lauschte interessiert, LZ-Chefredakteur Christoph Steiner übernahm die Moderation. Foto: nico
Wie kann die Politik den Handel unterstützen? Darüber diskutierten (v.l.) Niels Webersinn (CDU), Michèl Pauly (Linke), Klaus-Dieter Salewski (SPD), Birte Schellmann (FDP) und Ulrich Blanck (Grüne). LCM-Chef Heiko Meyer lauschte interessiert, LZ-Chefredakteur Christoph Steiner übernahm die Moderation. Foto: nico

Der Einzelhandel und die Online-Herausforderung

cst Lüneburg. Die Einzelhändler kennen das: Der Kunde kommt ins Geschäft, guckt sich den Wunschartikel an, lässt sich vom Verkaufspersonal umfassend beraten – und bestellt das Objekt seiner Begierde dann zu Hause im Internet. „Der Onlinehandel“, sagt der LCM-Vorsitzende Heiko Meyer nicht zuletzt deswegen, „stellt für den Einzelhandel auch im Kaufhaus Lüneburg eine große Herausforderung dar.“

Wie dieser Herausforderung begegnen? Mit welchen Mechanismen entgegenwirken? Diese Fragen beschäftigten die Mitglieder des Lüneburger City Managements (LCM) auf ihrer Jahresversammlung in der Krone. In Meyers Augen spielt für die Erhaltung der Einzelhandelsvielfalt eine optimale Infrastruktur, etwa die gute Erreichbarkeit des Stadtkerns und genügend Parkraum, eine Rolle. Aber auch ein Mehr an besonderen Einkaufserlebnissen müsse sein – und da sei der Einfallsreichtum des LCM und seiner Mitgliedsunternehmen gefragt. Vor allen Dingen aber sollte sich der Einzelhandel selbst der Segnungen moderner Medien bedienen, sich fit machen für die digitale Welt. Meyer berichtete von dem Projekt „Lüneburg 3.0“, das die LCM in Zusammenarbeit mit der Landeszeitung für den Handel auf die Beine stellt.

Lieferungfrei Haus

Unter anderem schwebt den Partnern vor, dass Kunden via Smartphone-App beim Einzelhändler vor Ort bestellen können und die gewünschte Ware von einem Bringdienst frei Haus geliefert wird. Auch einen Paketservice in der verkehrsberuhigten Innenstadt, der große und daher kaum per Fahrrad zu transportierende Gegenstände nach Hause bringt, kann sich das LCM vorstellen.

Vielleicht bietet zudem die Umweltschutz- und Nachhaltigkeitsverpflichtung der Geschäfte einen weiteren Kundenanreiz. Statt der Plastiktüte, die vom 1. April an vielerorts ohnehin nicht mehr kostenlos abgegeben wird, will die LCM eine „Lüneburg-Tasche“ aus Stoff einführen und statt des Pappbechers, zum Beispiel für den Kaffee für unterwegs, einen „Lüneburg-Thermobecher“. Am Erscheinungsbild und am Pfandsystem wird derzeit noch gefeilt. Dafür und für andere Projekte steht dem LCM-Vorstand künftig ein größeres Zeitfenster zur Verfügung, denn per Satzungsänderung wurde seine Amtsperiode von zwei auf drei Jahre ausgedehnt.

Einig sind sich die im Rat der Stadt vertretenen Parteien, was ihren Willen zur Unterstützung der Handelsvielfalt betrifft. Nur die Ansätze sind von Farbe zu Farbe ein wenig unterschiedlich, wie die abschließende Podiumsdiskussion mit den Fraktionsvorsitzenden Klaus-Dieter Salewski (SPD), Niels Webersinn (CDU), Ulrich Blanck (Grüne), Michél Pauly (Linke) und Birte Schellmann (Gruppe FDP/Piraten) zeigte. Ein halbes Jahr vor der Kommunalwahl am 11. September machten die Kommunalpolitiker deutlich, dass sie sich zwar bemühen können (und wollen) für beste Rahmenbedingungen. Aber seine Hausaufgaben, auch das wurde klar, muss der Handel schon selber machen.

2 Kommentare

  1. Nun ja, Dank steigender Kosten muss man als Verbraucher auf sein Geld schauen. Hungerlöhne und steigende Kosten zwingen hunderttausende billig zu kaufen. Auch muss man sich fragen, ob der Gewinn für den Händler wirklich so hoch sein muss wie er ist, und ob die Ladenmiete in ihrer Höhe gerechtfertigt ist. Von der Intensivpflege zB weiß ich dass Hungerlöhne gezahlt werden, die Betreiber der Pflegedienste jedoch Paläste bauen und in Saus und Braus leben. In wieweit die EU schuld an diesem Preisdesaster ist ebenfalls zu hinterfragen. Vielleicht ist es ein guter Maßstab für den Handel wenn sich jeder Chef einmal fragt, ob seine Angestellten sich die von ihnen verkauften Artikel auch selbst leisten können, oder ob auch sie auf Grund ihres Lohnes gezwungen sind im Internet billiger zu bestellen. Das System gehört hinterfragt!

    • Gast
      sehe ich ebenso. die systemfrage zu stellen, gehört mut zu. es haben schon sehr viele sich bequem in unserem jetzigen system eingerichtet.