Aktuell
Home | Lokales | Suchaktion aus der Luft nach Munsteraner Problemwolf
img_1442.jpg

Suchaktion aus der Luft nach Munsteraner Problemwolf

lz Lüneburg/Munster. Jetzt wird Wolf „Kurti“ das Fürchten gelehrt. Das Tier mit der Kennung MT6, das sich immer wieder auffällig zutraulich Menschen genähert hat, wird derzeit aus der Luft lokalisiert. Ein Flieger soll die Wolfsexperten zu dem Wolf lotsen, um ihn beispielsweise mit Gummipatronen zu beschießen.

Erstmals wird nun also auch aus der Luft nach einem verhaltensauffälligen Wolf in der Heide gesucht, die LZ berichtete Sonnabend.  In Lüneburg startete dazu am Sonntag ein Flugzeug mit einem vom niedersächsischen Umweltministerium beauftragten Mitarbeiter. Dieser hatte einen Empfänger dabei, der helfen sollte, den mit einem Sender ausgestatteten Wolf aufzuspüren. Ob das Tier entdeckt wurde, sagte der Experte nach dem Flug nicht.
Der Sprecher der Umweltministeriums in Hannover, Rudi Zimmeck, sagte, das Flugzeug unterstütze die Peilung des Wolfes aus der Luft. Die Aktion sei auf einige Tage angelegt.

Der Wolf aus Munster hat jegliche Scheu vor Menschen verloren. Ein Abschuss des geschützten Tieres soll das letzte denkbare Mittel sein. Das Umweltministerium setzt zunächst auf ein Vergrämen des Tieres: Das bedeutet, dass der Wolf etwa durch Lärm oder Beschuss mit Gummigeschossen wieder auf mehr Distanz zum Menschen gebracht werden soll. Das Tier könnte aber auch eingefangen und in ein Gehege gebracht werden.

Der verhaltensauffällige Wolf, der schon seit längerem für Schlagzeilen sorgt, war zuletzt einer Spaziergängerin mit Kinderwagen und Hund hinterhergelaufen. Auch soll er sich an einem Zaun der Flüchtlingsunterkunft in Bad Fallingbostel zum Schlafen hingelegt haben. Nach der Rückkehr der Wölfe ist es laut Ministerium das erste Mal, dass gegen eines der Tiere vorgegangen wird.

Foto: Philipp Schulz

Ole Anders vom Umweltministerium ging Sonntag für die Wolfssuche in die Luft.