Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Die Umweltaktivistin Marianne Fitzen ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Foto: A
Die Umweltaktivistin Marianne Fitzen ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Foto: A

Gründerin der Gorlebener Anti-Atom-Bewegung gestorben

lz Lüchow. Marianne Fitzen, Umweltaktivistin und Mitbegründerin der Anti-Atom-Bewegung in Gorleben, ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Fritzen hatte 1973 die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg mitbegründet und leitete sie neun Jahre als Vorsitzende. Als Kommunalpolitikerin saß sie jahrelang im Kreistag und war fünf Jahre stellvertretende Bürgermeisterin von Lüchow. Noch bis ins hohe Alter nahm sie regelmäßig an Anti-Atomkraft-Demonstrationen teil. Für ihr Engagement wurde sie unter anderem mit dem Petra-Kelly-Preis der Heinrich-Böll-Stiftung ausgezeichnet.

Fritzen hatte 1973 die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg mitbegründet und leitete sie neun Jahre als Vorsitzende. Ende der 1970er-Jahre gründete sie mit anderen die Grüne Liste Umweltschutz in Niedersachsen. Im Jahr 2000 verließ Fritzen die Grünen aus Protest gegen den Atomkonsens, den die Energieversorger mit der rot-grünen Bundesregierung mit dem damaligen Bundesumweltminister Jürgen Trittin geschlossen hatten.

„Ich trauere um Marianne Fritzen. Sie war seit fast 40 Jahren die große Frau mit politischem Weitblick und Instinkt in der Anti-Atom-Bewegung“, sagte die Grünen-Politikerin und Europaabgeordnete Rebecca Harms: „Sie hat dieser Bewegung immer wieder Orientierung gegeben, auch als sie schon längst nicht mehr Vorsitzende der Bürgerinitiative war. Sie gehörte zu denen, die die Gründung der Grünen ermöglichten und blieb Freundin auch nach dem Austritt aus der Partei. Sie war in ihrem Denken der Zeit früh voraus. Sie hat die Bedrohung der Welt durch die Atomkraft in voller Dimension begriffen und uns alle deshalb so entschieden und mit nicht endender Hingabe in dieser Auseinandersetzung geführt. Ich habe ihr viel zu verdanken und habe von ihrem republikanischen Denken so viel gelernt. Es fällt mir schwer, mir die Welt ohne Marianne Fritzen vorzustellen.“

Ute Vogt, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende, und Hiltrud Lotze, atompolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, erklärten in einer Pressemitteilung: Die SPD trauert um Marianne Fritzen. Sie war eine starke Frau an der Spitze des Widerstandes gegen Atomkraft und gegen den Standort Gorleben. Dabei waren ihre Waffen das Wort und ihre Unerschrockenheit. Ohne die energische Tapferkeit und den Mut von Marianne Fritzen gäbe es heute vielleicht ein Atom-Endlager in Gorleben. Wir sind dankbar, dass Marianne Fritzen ihre Erfahrung und ihr Wissen immer an jüngeren Generationen weitergeben hat. Marianne Fritzen wird uns fehlen. „Ich habe Marianne Fritzen vor kurzem noch im Gorleben-Archiv getroffen. Ihre Persönlichkeit und ihre Engagement bis ins hohe Alter hinein, haben mich sehr beeindruckt. Ich habe Frau Fritzen als Ansprechpartnerin immer sehr geschätzt und gerne mit ihr zusammengearbeitet“, sagt Hiltrud Lotze, Bundestagsabgeordnete aus Lüchow-Dannenberg-Lüneburg.