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Der Verein LünePlatt will weiterhin nach alten plattdeutschen Spielen suchen, um sie vor dem Vergessen zu bewahren. Ein Spiel, das schon gefunden wurde, ist Kibbel Kabbel. Foto: t&w
Der Verein LünePlatt will weiterhin nach alten plattdeutschen Spielen suchen, um sie vor dem Vergessen zu bewahren. Ein Spiel, das schon gefunden wurde, ist Kibbel Kabbel. Foto: t&w

LünePlatt kommt an

pet Lüneburg. „So muss das sein“, dachte sich Günther Wagener, Plattdeutschbeauftrager für Hansestadt und Landkreis Lüneburg, nach der Jahresversammlung des Vereins „LünePlatt“ im Lüneburger Restaurant Adlerhorst. Mit 35 von 70 Mitgliedern war die Versammlung sehr gut besucht. „Es waren sogar sieben Gäste da, von denen sind vier gleich in den Verein eingetreten. Ein schöner Nebeneffekt.“

Viel Raum in der Arbeit des Vereins nahm im vergangenen Jahr das Thema Plattdeutsch in der Pflege in Anspruch. Unter anderem fand im Herbst eine gut besuchte Fachtagung dazu in Lüneburg statt. Welche erstaunlichen Ergebnisse erzielt werden, wenn alte und demente Menschen in ihrer niederdeutschen Muttersprache angesprochen werden, wurde dort offenbar.

Überarbeitet wurde von Wiebke Erdtmann, Heiko Frese und Günther Wagener in der Zwischenzeit die Broschüre „Platt in de Pleeg“, die in einer Auflage von 1000 Stück gedruckt wurde. „300 davon hat der Landkreis Lüneburg schon angefordert, um sie an Alten- und Pflegeeinrichtungen zu verteilen“, berichtet Wagener. „Das Projekt zieht unheimliche Kreise.“ Für dieses Frühjahr sei ein Plattdeutsch-„Crashkursus“ für Pflegekräfte geplant.
Gut angelaufen seien, so Günther Wagener, die „Plattdeutschen Wochen“, die noch bis Mitte April mehr als 60 Veranstaltungen in Stadt und Landkreis bieten. „Zuletzt waren jeweils 30 Besucher bei einer plattdeutschen Stadtführung und beim Rundgang durch die Johanniskirche dabei“, so Wagener. Bei der plattdeutschen Aufführung von „Kalle Blomquist“ der „lütten Sülfmeister“ für Kinder sei das theater im e.novum „aus allen Nähten geplatzt“.

Weitergeführt werden soll die Suche nach plattdeutschen Spielen und Bräuchen, die dann in einem Buch veröffenlicht werden sollen, um sie vor dem Vergessen zu bewahren. Wer weiterhelfen kann, wendet sich an Brigitte Dörling (% 05853/616), Heiko Frese (% 04131/8546860) oder Eckardt Fröling (% 04178/3169671). Neben den vierteljährlich stattfindenden Stammtischen des Vereins LünePlatt soll es weitere Möglichkeiten geben, sich im Verein besser kennenzulernen, beispielsweise bei einem Grillabend.

Eine Veränderung gab es im Vorstand des Vereins: Für die ausgeschiedene Lara Oh­landt wurde Herbert Meyn als Schriftsführer gewählt. Dem Vorstand gehören weiter an: Wiebke Erdtmann (1. Vorsitzende), Heiko Frese (2. Vorsitzender), Karin Friedrich (3. Vorsitzende), Beate Meyer (Schatzmeisterin) sowie Günther Wagener als Plattdeutschbeauftragter.