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Einen mehr als vier Stunden andauernden Zwangsstopp vor den Toren Harburgs mussten Passagiere des metronom am Mittwochabend in Kauf nehmen: Die Oberleitung war durch einen Kurzschluss beschädigt worden. Foto: t&w
Einen mehr als vier Stunden andauernden Zwangsstopp vor den Toren Harburgs mussten Passagiere des metronom am Mittwochabend in Kauf nehmen: Die Oberleitung war durch einen Kurzschluss beschädigt worden. Foto: t&w

Metronom: Fahrgäste sitzen stundenlang auf Gleis fest

lz Hamburg/Lüneburg. Auf eine harte Geduldsprobe wurden am Mittwochabend rund 300 Fahrgäste des Metronom in Richtung Uelzen gestellt: Ein Kurzschluss in der Oberleitung brachte den Pendlerzug für mehr als vier Stunden zum stehen.

Nachdem der Metronom bereits mit zehnminütiger Verspätung gegen 20:07 Uhr am Hamburger Hauptbahnhof gestartet war, ging nach wenigen Augenblicken nichts mehr — Notstopp zwischen Hamburg-Wilhelmsburg und Harburg. Dazu Egbert Meyer-Lovis, Pressesprecher der Deutschen Bahn: „Die Oberleitung war durch einen Kurzschluss beschädigt worden und schaltete sich automatisch ab, der Zug kam damit zu erliegen.“

Notfallmanager beider Unternehmen wurden hinzugezogen, doch die Weiterfahrt verzögerte sich auch nach der Reparatur beachtlich. „Wir mussten zunächst eine Reserve-Lok organisieren, um den stehenden Zug zurück nach Hamburg abschleppen zu können“ erklärt Metronom-Pressesprecher Harald Lukaschewsky auf LZ-Anfrage. „Unsere Fahrgastbetreuer haben in der Zwischenzeit gute Arbeit gemacht, per Durchsage wurden die wartenden Passagiere über alle Schritte informiert und alle vorhandenen Getränke gereicht.“

Beschwerden wurden dennoch laut, Fragen, warum man den Zug nicht evakuiere und einen Schienenersatzverkehr ermögliche. Lukaschewsky sagt: „Undenkbar, an dieser Stelle befinden sich acht Durchgangsgleise, eine Evakuierung hätte nicht gefahrlos durchgeführt werden können.“

Erst gegen 0:40 Uhr kam der Zug wieder ins Rollen. Auf Pendler und andere Fahrgäste hatte der letzte Metronom, der Hamburg laut Fahrplan um 0.34 Uhr verlässt, gewartet.

 

 

8 Kommentare

  1. Da geht es meiner Meinung nach nur wieder um Kosten statt um die Sicherheit der Fahrgäste.
    Das Unternehmen Metronom hätte wohl für den Schienenersatzverkehr aufkommen müssen und für die kurzzeitige Sperrung der Gleisanlage bis zur Sicherung der Pasagiere an einen sicheren Ort. Da lässt man lieber um Kosten zu sparen für das Unternehmen welches eh rote Zahlen schreibt und der HVV schon Interesse bekundet hat die Metronomgesellschaft zu übernehmen, über 4 Std. die Pasagiere im Zug sitzen.

    • @DerDirekte: Da kann ich dir wiedersprechen, denn eine Evakuierung wurde seitens des Notfallmanagers der DB nicht gestattet. Grund hierfür war die Örtlichkeit, welche schlecht zu erreichen gewesen wäre. Der Metronom hatte damit folglich nix zu tun. Aber es ist ja allemal interessanter einen hetzerischen Beitrag zu schreiben.

  2. Ausfall kein Einzelfall

    Oberleitungen und die davon anhängigen Züge fallen häufig aus. Dazu gibt es immer mehr Gründe:

    Eis
    Blitz
    Sturm
    Vögel
    Bauplanen
    Klimawandel
    Vandalismus
    Kinderballons
    Eichhörnchen
    Kupferdiebstahl
    Lkw-/Krankollision
    Unterhaltungsmängel

    Ich höre auf, damit die Liste nicht zu lang wird. Eine Diesellok fällt bei keinem dieser Gründe aus und bei defekter Lok wird (wurde) abgeschleppt.
    Bei Oberleitungsausfällen hingegen bleiben zugleich immer mehrere Züge stehen, selbst wenn die Loks betriebsfähig sind. So viele Züge kann man nicht abschleppen und ohne Dieselloks schon gar nicht.
    Damit bei Oberleitungsausfällen nicht noch mehr Verkehr zum Erliegen kommt ist elektrischer Betrieb auf so viele elektrifizierte „Ausweichstrecken“ angewiesen.

  3. Ich saß in diesem Zug und bin immer noch fassungslos, dass es kurz hinter Hamburg („Weltstadt“) 4,5 Stunden gedauert hat, bis sich der Zug das erste Mal wieder bewegt hat! Der „Notfallmanager“ traf nach ca. 1,5 Stunden (!!!) ein. Allein diese Tatsache ist unfassbar. Es war schließlich erst 20:20 Uhr und nicht mitten in der Nacht und außerdem kurz vor Harburg und nicht am Ende der Welt. Der Oberleitungswagen traf nach ca. 3 Stunden (!!!) ein, da so ein Wagen anscheinend nur in Neumünster zur Verfügung stand, wie der Fahrgastbegleiter durchsagte. Dass dann die Diesellok erst nach 4,5 Stunden den Zug abschleppen konnte, kann nur an der Unfähigkeit bzw. Verantwortungslosigkeit Verantwortlicher bei der DB AG und beim Metronom liegen! Alles andere sind dumme Ausreden. Warum war der Notfallmanager nicht nach spätestens 30 Minuten vor Ort? Warum konnte dann nicht einfach der Strom der Oberleitung komplett abgestellt werden, um den Metronom mit einer der etlichen Diesellloks, die es in Hamburg gibt, abzuschleppen?! Es war nämlich eine Diesel-Metronom aus Cuxhaven (in voller Zuglänge) der letztendlich den Zug abgeschleppt hat. Warum zur Hölle muss dafür extra ein Zug aus Cuxhaven anrücken?! Dieser ganze Vorfall hat mehr als deutlich gezeigt, wie unfähig mittlerweile unzählige Menschen in vernatwortungsvollen Positionen sind. Und das in diesem Fall auf Kosten von 300 (!!) Fahrgästen. Liebe LZ, ich würde mir wünschen, und ich denke da für viele der anderen Betroffenen zu sprechen, dass ihr hier noch ein wenig recherchiert und den Vorfall rekonstruiert. An irgendeiner Stelle muss ein komplettes Versagen stattgefunden haben. Wenn nicht sogar im Verbund von mehreren „Entscheidungsträgern“. Danke.

    • Scherzkeks… Hetzerei… Fehlinformationen… Besserwisserei… Beamtenbeleidigung und Unwissenheit. Mehr kann man nicht verurteilenden zu ihrem Kommentar sagen

    • Wiedereinmal ist der Reisende Opfer des von der EU geforderten Wettbewerbs geworden. Als es noch eine Staatsbahn gab, waren genügend Bereitschaften (Personal und Loks) vorhanden, die im Notfall zur Verfügung standen.
      Heute kann es sich kein Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) leisten Bereitschaften vorzuhalten – die kosten und schmälern den Profit.
      Selbst untereinander wird sich nicht geholfen, da ein EVU diese Hilfe dem anderen zu enormen Kosten in Rechnung stellt – somit wird halt wie in diesem Fall gewartet bis der Dieselzug aus Cuxhaven kommt.
      Die gleichen Probleme wird es vor 1920 auch gegeben haben, als es noch die Länderbahnen gab. Diese hat man damals zur Deutschen Reichseisenbahn Gesellschaft (DRG) zusammengeschlossen um ein einheitliches Eisenbahnwesen im Staat zu erhalten. Aber das war einmal ….