Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Jede Menge Bäume sind in den vergangenen Tagen gefällt worden. Den Grund konnte die Stadt nicht in Erfahrung bringen, rechtlich sei das Vorgehen aber nicht zu beanstanden. Foto: be
Jede Menge Bäume sind in den vergangenen Tagen gefällt worden. Den Grund konnte die Stadt nicht in Erfahrung bringen, rechtlich sei das Vorgehen aber nicht zu beanstanden. Foto: be

Häcklinger Kreisel: Abholzung im Schutzgebiet

ap Lüneburg. Im Wald zwischen dem Häcklinger Kreisel und der Roten Schleuse wurden großflächig Bäume gefällt. Hunderte Stämme reihen sich gestapelt aneinander. Mehrere Lüneburger wunderten sich, fragten bei der LZ nach, ob das Vorgehen erlaubt ist.

„Wir können versichern, dass dort keine städtischen Bäume ohne städtisches Wissen gefällt wurden“, sagt Stadtpressesprecher Daniel Gritz. Weder das Forstamt noch der zuständige Bereich der Stadt, Grünplanung, Friedhöfe und Forsten, in deren Auftrag die Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH (AGL) Bäume fällt, seien dort aktiv gewesen.

Die Fläche sei als Landschaftsschutzgebiet aufgeführt und im Privateigentum eines Bauern. Forstamtsleiter Michael Stall war gestern vor Ort, konnte die Beweggründe der Fällungen zwar nicht in Erfahrung bringen, versicherte aber, dass alle forstrechtlichen Richtlinien eingehalten worden seien. Über die Größe der Fläche, die gerodet wurde, könne er keine Einschätzung abgeben. Dennoch sagt Gritz: „Hier ist alles mit rechten Dingen zugegangen.“

2011 wurde die Fläche durch Verordnung der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Entsprechend taucht sie in der Liste der Landschaftsschutzgebiete in Niedersachsen auf, unmittelbar umgeben von vier weiteren Schutzgebieten.

Die Fläche, auf der nun vor wenigen Tagen so viele Bäume gefällt wurden, gehört laut Statistiken des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz, kurz NLWKN, zu einer von 1272 solcher Schutzgebiete landesweit. Diese Gebiete nehmen rund 19 Prozent der gesamten Landesfläche ein.

Achim Stolz, Pressesprecher des NLWKN, verweist auf die Verordnung des Landkreises zum Landschaftsschutzgebiet. In den Schutzbestimmungen sei festgehalten, dass bestimmte Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern, zwar verboten seien: Darunter fällt beispielsweise, den „Wald erheblich zu beeinträchtigen, in eine andere Nutzungsart umzuwandeln oder zu beseitigen“. Forstliche Maßnahmen im Rahmen der ordnungsgemäßen Forstwirtschaft seien aber von diesen Verboten unberührt.

One comment

  1. Martina Sommerkorn

    Im 3. Absatz des Artikels steht : „Die Fläche sei (…) im Privateigentum eines Bauern“, im vorletzten Absatz heisst es dann: „Die Fläche (..) gehört laut Statistiken des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft“ Was stimmt/ ließe sich dies evtl. etwas präzisieren?

    Abe ob nun in privater oder öffentlicher Hand, man spürt in diesem Frühling wieder ganz deutlich: Kahlschlag ist angesagt in Sadt und Landkreis. Denn Holz bringt Profit. Und das Arbeiten an der Säge macht den Männern richtig Spaß. Besonders interessant: Den Wald darf man zwar nicht „erheblich beeinträchtigen“. Tut man dies mit dem Hinweis auf „ordnungsgemäße Fortwirtschaft“, dann ist das aber eine gute Sache und geht als legitime „Holzernte“ durch?
    Neben Kahlschlag-Aktionen wie der bei der Roten Schleuse sind auch die sogenannten“Baumpflegemaßnahmen“ kurios, bei denen jedes Jahr wieder sämtliche seitlichen Äste eines Baumes abgeschniten werden; bis dieser verkümmert ist und als „nicht mehr standfest“ gefällt werden kann. Verkehssicherheit geht eben vor …
    Schönes Beispiel: die Arbeit der Pflege- und Kunstsäger, die man an den Stämmen der Straßen-Bäume zwischen Lüneburg und Barendorf nachvollziehen und bewundern darf. Oder an der Böschung entlang der Ost-Umgehung …