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Die alte Sparkasse ist Geschichte, doch der Abriss blieb nicht ohne Folgen, an dem benachbarten Fachwerkhaus sind durch die Erschütterungen offenbar Risse in den Wänden entstanden. Doch der Abriss-Verantwortliche Richard Wagner versichert: „Wir kommen für alle Schäden auf.“ Foto: phs
Die alte Sparkasse ist Geschichte, doch der Abriss blieb nicht ohne Folgen, an dem benachbarten Fachwerkhaus sind durch die Erschütterungen offenbar Risse in den Wänden entstanden. Doch der Abriss-Verantwortliche Richard Wagner versichert: „Wir kommen für alle Schäden auf.“ Foto: phs

Bleckede: Ein Abriss mit Folgen

off Bleckede. Zwangspause auf der Baustelle alte Bleckeder Sparkasse: Beim Abriss des Gebäudes Ecke Friedrich-Kücken-Straße/Bahnhofstraße ist das unter Denkmalschutz stehende Nachbarhaus offenbar beschädigt – und damit gegen die Auflagen der denkmalschutzrechtlichen Genehmigung verstoßen worden. Der Landkreis Lüneburg hat sich die Situation vor kurzem angeschaut und die Abrissarbeiten am Mittwoch bis auf weiteres stillgelegt. „Erst wenn der Bauherr uns ein Konzept vorgelegt hat, wie die Arbeiten fortgesetzt werden können, ohne weitere Schäden am Nachbarhaus zu verursachen, kann es dort weitergehen“, sagt Kreissprecherin Elena Bartels.

Der Abriss der alten Sparkasse ist in Bleckede umstritten, eine Gruppe Bürger kämpfte bis zuletzt für den Erhalt des 86 Jahre alten Gebäudes. Doch die alte Sparkasse selbst ist von der zuständigen Landesbehörde 2000 aus der Denkmalschutzliste gestrichen worden, eine Genehmigung für den Abriss musste der Eigentümer nur einholen, weil das Fachwerkhaus daneben unter Denkmalschutz steht. Eine Auflage darin ist, „dass das Nachbargebäude durch den Abriss in keiner Weise beschädigt werden darf“, erklärt Kreissprecherin Bartels. Doch genau das ist offenbar geschehen.

„Nun erfüllt sich genau das, was wir befürchtet hatten: Das Einfallstor zu unserer Innenstadt wird zur Dauerbaustelle.“
Thomas Weiseth, Initiative „Bürger gegen den Abriss der alten Sparkasse“

Neben einigen kleineren, offensichtlichen Schäden am Dach sind laut Landkreis Risse in den Wänden des Fachwerkhauses entstanden. „Wir haben vor Ort mit dem Abrissunternehmen gesprochen und gehen davon aus, dass die Risse durch die von den Maschinen verursachten Erschütterungen entstanden sind“, sagt Elena Bartels. Der Hauseigentümer habe bereits zugesagt, die Schäden zu beseitigen. „Die Kosten dafür kann er sich dann von dem Verantwortlichen zurückholen“, erklärt Bartels.
Der Besitzer des beschädigten Hauses will sich zu dem Fall nicht äußern, dafür verspricht Richard Wagner als Abriss-Bauherr und Chef der Firma „General Development Establishment“, in deren Besitz die alte Sparkasse ist: „Wir kommen für alle Schäden auf.“ Und nicht nur das: „Wir werden auch die Sanierung des Giebels und der freigelegten Fassade übernehmen. Natürlich auf unsere Kosten.“

Ob es tatsächlich dazu kommt, daran gibt es in Bleckede durchaus Zweifel. Ebenso wie an Wagners Plänen, auf dem Gelände der alten Sparkasse einen Parkplatz einzurichten und das gegenüberliegende Daegel-Haus zum China-Restaurant umzubauen. In der Vergangenheit hatte Wagner immer wieder mit großen Immobilien-Plänen auf sich aufmerksam gemacht, aber nur wenige davon umgesetzt.

In der aktuellen Situation zielt die Kritik in der Elbestadt allerdings weniger gegen Wagner. „Versagt haben in diesem Fall die Behörden“, sagt Thomas Weiseth von der Initiative „Bürger gegen den Abriss der alten Sparkasse“. Er ist überzeugt: Es hätten vor dem Abriss Untersuchungen und konkrete Auflagen gemacht werden müssen, die eine Beschädigung des denkmalgeschützten Nachbarhauses verhindern. „Nun erfüllt sich genau das, was wir befürchtet hatten“, sagt er, „das Einfallstor zu unserer Innenstadt wird zur Dauerbaustelle.“

Ob es tatsächlich dazu kommt, bleibt abzuwarten. Wagner zumindest versichert, er habe ein Gutachten in Auftrag gegeben, um die Abriss- und Umbauarbeiten so schnell wie möglich weiterzuführen. Bis allerdings ein entsprechendes Konzept vorliegt, herrscht Zwangspause auf der Baustelle. Wegen des Verstoßes gegen die Auflagen der denkmalschutzrechtlichen Genehmigung wird der Kreis zudem ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen den Verantwortlichen einleiten.