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Die Schüler Melina Schmidt (v.l.), Mario Fthalla, Anja Buchholz, Bahne Vogel, Laura Drahts, AG-Lehrer Sebastian Burda, Diana Peters und Anne-Marie Franck berichten in einem halbjährigen Zyklus über Ereignisse in der Schule. Foto: phs
Die Schüler Melina Schmidt (v.l.), Mario Fthalla, Anja Buchholz, Bahne Vogel, Laura Drahts, AG-Lehrer Sebastian Burda, Diana Peters und Anne-Marie Franck berichten in einem halbjährigen Zyklus über Ereignisse in der Schule. Foto: phs

Schüler erhalten Auszeichnung für ihre journalistische Arbeit

ap Lüneburg. „Wir haben gestern mit der Klasse einen Film über Anne Frank gesehen“, erzählt Laura Drahts, als sie leicht verspätet ins Klassenzimmer kommt. Hektisch zieht die 16-Jährige ihre Jacke aus und wirft sie über einen Stuhl. „Das war total deprimierend, darüber möchte ich einen Bericht schreiben.“

Laura ist eine von zehn Teilnehmern der Schülerzeitungs-AG der Oberschule am Wasserturm. „O-Sawt“ heißt das Magazin, das in dieser Woche als das zweitbeste in der Kategorie Hauptschule in Niedersachsen ausgezeichnet wurde. Zusätzlich erhielt das Team in dieser Kategorie einen auf Bundesebene ausgeschriebenen Förderpreis, die Verleihung findet am 6. Juni in Berlin statt. Dort werden auch die Sieger des bundesweiten Schülerzeitungswettbewerbs geehrt.

Der Preis belohnt die Arbeit der Jugendlichen in Lüneburg, die sich einmal wöchentlich treffen, um Zeitung zu machen. Zwischen elf und 16 Jahre sind die Schülerinnen und Schüler alt, die sich als Redakteure versuchen. Das Format, in dem die Zeitung jetzt erscheint, kann sich sehen lassen: Hochglanz, 44 Seiten und in Farbe. „Früher haben wir die Artikel geschrieben, gelayoutet, auf eine leere Doppelseite geklebt und in den Drucker gelegt“, erinnert sich Anja Buchholz, die als einzige schon vier Jahre dabei ist. Durch eine Finanzspritze konnte die AG eine 500er-Auflage drucken lassen. „Die Ausgabe verkauft sich seitdem auch ganz anders“, sagt AG-Lehrer Sebastian Burda, der die Schülerzeitung seit sechs Jahren betreut.

Der Themenwahl sind keine Grenzen gesetzt: Ob es um das Berufspraktikum im Technologiezentrum, Buchtipps oder die Verabschiedung der Abschlussklassen geht, jedes Mitglied darf sich nach seinen Interessen beteiligen. „Auch die Rechtschreibung ist egal, sonst würde hier keiner mitmachen“, weiß Burda, der die Berichte den Schülern nach der Korrektur aber nochmal vorlegt. Bei den wenigsten ist die Schülerzeitungs-AG die erste Wahl gewesen, doch die anfängliche Skepsis lässt immer mehr nach. Anja kam beispielsweise über eine Freundin ins Team: „Ich habe schnell gemerkt, dass es mir total viel Spaß macht, Leute zu interviewen und am Ende ein fertiges Produkt in den Händen zu halten.“ Diana rührt gern die Werbetrommel: Wenn es darum geht, Hefte in den Klassen zu verkaufen oder neue Mitglieder anzuwerben, ist die 13-Jährige die erste, die sich auf den Weg macht. Momentan sind die Zeitungsmacher der Oberschule am Wasserturm mit der Sommer-Ausgabe beschäftigt, die im Mai erscheinen soll.

Einmal im Jahr schickt Burda eine Bewerbung für den JuniorenPressePreis raus, dafür legt er fünf Exemplare der letzten Ausgabe bei. Auf das Siegertreppchen hat es das „O-Sawt“-Team schon häufiger geschafft, aber einen Förderpreis und eine Einladung nach Berlin gab es noch nie. „Nächstes Jahr müssen wir in einer anderen Kategorie antreten, da sich die Konstellation in der AG wieder neu zusammensetzt“, erklärt Burda. Momentan setze sich die Gruppe nur aus Hauptschülern zusammen, bald aber auch aus Oberschülern. „Aber wir hoffen natürlich, im nächsten Jahr wieder zu gewinnen.“ Da sind sich alle einig.