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Demonstration für Flüchtlinge in Lüneburg: Schüler finden, Lüneburg ist eine Zufluchtsburg, damit spielen sie auf den Ursprung des Stadtnamens an: Das langobardischen hiluni meinte die Burg auf dem Kalkberg und bedeutet Zufluchtsort. Foto: phs
Demonstration für Flüchtlinge in Lüneburg: Schüler finden, Lüneburg ist eine Zufluchtsburg, damit spielen sie auf den Ursprung des Stadtnamens an: Das langobardischen hiluni meinte die Burg auf dem Kalkberg und bedeutet Zufluchtsort. Foto: phs

Hunderte Schüler setzen sich mit Demonstration für Flüchtlinge ein

ca Lüneburg. Die Lautsprecheranlage funktioniert nicht so recht, doch der Sache tut das keinen Abbruch: Robert Caic und seine Mitstreiter bringen ihre Botschaft trotzdem rüber — sie stehen für ein buntes, weltoffenes Lüneburg, das Flüchtlinge willkommen heißt. Der 18-Jährige und andere Schüler haben die Demonstration organisiert, die am Sonnabend am Bahnhof mit rund 200 Teilnehmern startet, aber dann auf 400 über wiegend junge Leute wächst.

„Wir stehen hier für Liebe, Toleranz und Menschlichkeit in Lüneburg und überall“, sagt Ruby-Flinn Ode. Rassismus sei allgegenwärtig, zum Beispiel auf Facebook-Seiten, wo es menschenverachtende Kommentare gebe: „Dagegen wollen wir ein Zeichen setzen.“ Nicht nur mit dem Marsch für Menschlichkeit, sondern auch indem sich die 15-Jährige, die an der Rudolf-Steiner-Schule lernt, mit Jugendlichen, die aus ihrer Heimat geflohen sind, trifft. Aus der Unterkunft am Ochtmisser Kirchsteig habe man acht Jugendliche abgeholt, um ihnen die Stadt zu zeigen — wie man es eben macht mit Freunden.

Ähnlich sieht es Liselotte Fuhrhop, Schülerin am Johanneum: „Wir möchten die Menschen verstehen, die zu uns kommen, und wir wollen zeigen, wie ihre Lage ist.“ Die 16-Jährige reiht sich ein in den Umzug, der durch die Stadt über Stintmarkt, Lambertiplatz und Sand zum Markt führt.

Unterwegs kommt Aya Al-Samra zu Wort, sie ist aus Syrien nach Deutschland geflohen. Das Mädchen spricht auf Arabisch, ihre Worte werden übersetzt: „Wir empfinden Liebe und Dankbarkeit für dieses Land, das uns aufnimmt. Wir kommen nicht wegen des Geldes, sondern weil unser Land müde und traurig ist. Wir wollen die Sprache lernen und Euer Leben leben lernen, wir wollen arbeiten, damit wir Euch nicht zur Last fallen.“ Und: „Legt Eure Hände in meine, und wir werden ein schönes friedliches Deutschland haben.“

Dazu kam es dann später gefühlvoll am Markt: Die Teilnehmer bildeten als Symbol der Gemeinschaft eine große Menschenkette — Hand in Hand.