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Christian Runne und Monika Kaddik macht ihr Beruf Spaß. Die beiden und ihre Kollegen stellen die Arbeit der Polizei jetzt jungen Leuten vor. Foto: ca
Christian Runne und Monika Kaddik macht ihr Beruf Spaß. Die beiden und ihre Kollegen stellen die Arbeit der Polizei jetzt jungen Leuten vor. Foto: ca

Karriere bei der Polizei

ca Lüneburg. Wer bei Polizei nur an den Streifenwagen und Verkehrsverstöße denkt, weiß nicht, was die Beamten noch alles machen — bei der Polizei stehen jungen Leute eine Menge Wege offen. Welche wollen die Lüneburger Polizisten am Freitag und Sonnabend, 8. und 9. April vorstellen. Auf dem Hof der Wache Auf der Hude sind beispielsweise die Hundeführer zu Gast, aber auch die Experten der Spurensicherung stellen ihre Arbeit vor. Auch wie ein Schießtraining läuft, können Besucher erleben.

Oberkommissarin Monika Kaddik und ihr Kollege Christian Runne zählen zum vierköpfigen Organisationsteam. Das Quartett wendet sich mit dem Angebot vor allem an Realschüler und Gymnasiasten der 9. bis 12. Klassen. Die können aus erster Hand erfahren, was den Beruf spannend macht, ob er sich finanziell lohnt und ob Erwartungen und Wirklichkeit übereinstimmen. „Es ist vielfältig und attraktiv, was wir machen“, sagt Runne. „Wir werfen einen Blick in die Praxis.“

Da sich auch angehende Polizisten an die zwölf Jahre Schulpflicht halten müssen, durchlaufen Realschüler die Fachoberschule, bevor sie in ein dreijähriges Studium starten. Das hat theoretische und praktische Anteile, denn die Studenten leisten in dieser Zeit auch Dienst auf der Wache.

Man bereite die jungen Leute auf der Akademie mit Rollenspielen gut auf die Praxis vor, sagt Runne. Verkehrskontrollen werden ebenso nachgestellt wie das Klären eines handfesten Ehestreits.

Trotzdem verkraftet nicht jeder den Kontakt mit dem Bürger: Polizisten werden beleidigt, beschimpft, angespuckt, geschlagen — ihre Gewerkschaften beklagen das immer wieder. Polizeisprecherin Antje Freudenberg berichtet, dass rund zehn Prozent das Studium aus persönlichen Gründen abbrechen oder den Anforderungen bei Prüfungen nicht genügen.

Wer Interesse hat, muss fit sein und einen Führerschein besitzen. Monika Kaddig sagt: „Ausdauer und Fitness kann man trainieren.“ Auf die Anforderungen beim Einstellungstest könnten sich die Aspiranten vorbereiten, entsprechende Tipps habe man parat.

Wichtig ist aus Sicht der Beamtin, dass man den Umgang mit Menschen mag. Das gelte für den Bürger als auch für die Kollegen, mit denen man in den Einsatz geht und auf die man sich verlassen muss. Das bedeutet: „Man sollte teamfähig sein.“

Das Land stellt rund 180 Bewerber zum April und rund 1000 weitere im Herbst ein. Die Zahl der Interessenten ist gestiegen: Waren es 2015 noch 4729, sind es in diesem Jahr bislang 5387, dazu kommen noch einmal knapp 1000, die den Weg über die Fachoberschule einschlagen möchten.