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Der Kindergarten Am Eichhof ist eine von zwei Bardowicker Kitas - in beide Einrichtungen soll auch im laufenden Jahr 2016 investiert werden. Foto: A/sel
Der Kindergarten Am Eichhof ist eine von zwei Bardowicker Kitas - in beide Einrichtungen soll auch im laufenden Jahr 2016 investiert werden. Foto: A/sel

Haushaltssitzung: Flecken ist auf gutem Weg

pet Bardowick. Einige Besucher bestellten vorweg Kaffee, zum Abschluss gab es ein Abendessen, dazwischen wurde ein Millionen-Haushalt verabschiedet — und bei all dem wurde viel „Platt gesnackt“. Und so war am Sonnabend das Bardowicker Schützenhaus beim traditionellen „Buernreken“, der Haushaltssitzung auf Platt, so gut besucht wie sonst keine Ratssitzung im Jahr. Der Haushalt des Fleckens wurde am Ende einstimmig beschlossen.

Trotz „Buernreken“ — längst nicht alle Redner sind so sicher im Plattdeutschen, dass sie sich dessen auch bedienen. Zu denen, die das tun, zählt Gemeindedirektor Heiner Luhmann, der den Haushalt vortrug. Die Zahlen für Bardowick können sich — ob auf Platt oder Hochdeutsch — sehen lassen: Bei Einnahmen und Ausgaben im Ergebnishaushalt von jeweils rund 8,17 Millionen Euro ist der Etat ausgeglichen. Das mit einem kleinen Plus von 13000 Euro — einer — angesichts der knappen Mehrheitsverhältnisse im Rat — „schwarz-roten Null“.

Ein deutlicher Fortschritt gegenüber dem Vorjahr, kommentierte Hermann Soltau für die Fraktion CDU/RRP. Kurz vor Ende 2014 sei damals dem Rat das Fest mit der Nachricht verhagelt worden, im Haushalt klaffe ein 800000-Euro-Loch — verursacht durch ein dickes Minus bei der Gewerbesteuer. Mit einem Minus von immer noch 540000 Euro wurde der Haushalt dann Anfang 2015 verabschiedet, um dann bis Jahresende doch noch ausgeglichen zu werden. Soltau: „Das sind jetzt deutlich bessere Zahlen.“

Die größten Einnahmeposten des Fleckens Bardowick für 2016: 2,7 Millionen Euro sollen aus dem Gemeindeanteil der Einkommenssteuer fließen, weitere 2,5 Millionen Euro aus der Gewerbesteuer — gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um rund 600000 Euro. Rund 1,1 Millionen Euro an Einnahmen werden aus der Grundsteuer erwartet. Größte Ausgabeposten: 2,52 Millionen Euro werden an den Landkreis als Kreisumlage weitergeleitet, 1,52 Millionen beträgt die Samtgemeindeumlage, knapp 1,43 Millionen Euro fließen an Personalkosten in die Kindergärten des Fleckens.

Die größten Investitionen 2016 gehen mit 717000 Euro in Straßen und Liegenschaften des Fleckens, etwa in die Bereiche Vor der Westermarsch, In der Nikolaihöfer Heide und Fuhrenweg. 170000 Euro werden für Naturschutz und Landschaftspflege ausgegeben. Investiert wird unter anderem auch in die Kindergärten, etwa für Küchenausstattung und Mobiliar sowie in Spielplätze.

Die Investitionen in Gesamthöhe von 1,03 Millionen Euro werden zum Teil aus Haushaltsresten und Zuschüssen finanziert, ein weiterer Teil aus 1,1 Millionen Euro, die der Flecken als Rücklage hat. 380000 Euro sollen im laufenden Jahr erwirtschaftet werden. Wenn die Einnahmen nicht fließen wie erwartet, hat der Flecken die Möglichkeit, einen Kredit von 456000 Euro aufzunehmen.

Für die Mehrheitsgruppe SPD/WfB/Grüne freute sich Frank Isenberg, „dass wir es wieder geschafft haben, einen ausgeglichenen Haushalt“ auf die Beine zustellen, einen Haushalt, der sowohl in Kindergärten, Straßen und Öffentlichen Personennahverkehr, aber auch in ehrenamtliche Arbeit und Vereine investiere. Wie sein Fraktionskollege Hermann Soltau signalisierte auch Carsten Peters Zustimmung, mahnte zugleich aber ein Nachdenken über die Strukturen und die Zukunft der Gemeindefinanzierung an.

Drei Ehrungen und ein Abschied nach 25 Jahren

Es ging nicht nur ums Geld beim „Buernreken“, auch Ehrungen und eine Verabschiedung standen auf dem Programm. Mit dem Eintrag ins Ehrenbuch des Fleckens und damit der Ehrenbürgerschaft wurden Hermann Soltau sowie Dietlind und Dr. Konrad Kemmler ausgezeichnet. Soltau wurde für seine 30-jährige Mitgliedschaft im Rat, seine Tätigkeit als 2. und 3. Rathmann sowie seine zahllosen weiteren ehrenamtlichen Aktivitäten geehrt — und enthielt sich bei der Abstimmung darüber der Stimme. Das Ehepaar Kemmler wurde für die engagierte Arbeit im Mehrgenerationenbereich und für die Flüchtlinge im Flecken ausgezeichnet.

Aus dem Rat verabschiedet wurde Ratsherr Manfred Harms (CDU), der nach 25 Jahren, in denen er zehn Jahre auch das Amt des 1. Rathmanns bekleidete, aus gesundheitlichen Gründen sein Mandat zurückgab. „Ein Silberjubiläum, das ist schon etwas Besonderes“, hob Hermann Soltau hervor. Otto-Albert Nägeli, sein Vorgänger als 1. Rathmann, bezeichnete Harms als den „ruhenden Pol“ im Fleckenrat. Harms war neben seiner politischen Arbeit auch in anderen Bereichen aktiv, so bei den Schützen und Gemüsebauern. Harms Sitz im Fleckenrat übernahm Stefan Meyer.