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Abgemahnt wegen eines Artikels: Ein Streit in Frankfurt hat nun auch den AStA der Leuphana Universität Lüneburg erreicht. Foto: t&w
Abgemahnt wegen eines Artikels: Ein Streit in Frankfurt hat nun auch den AStA der Leuphana Universität Lüneburg erreicht. Foto: t&w

Leuphana: Bündnis kämpft gegen Sexismus

ap Lüneburg. Sie nennen sich Verführungskünstler oder Pick-Up-Artists, lernen in Seminaren und Workshops Methoden der sexuellen Verführung. Hauptsächlich Männer gehören der Szene an, in der es darum geht, Frauen gezielt zu umgarnen, um sie anschließend zum Sex zu überreden. „Dabei wird kein Widerstand, kein ‚Nein‘, kein Desinteresse von Frauen akzeptiert, sondern ignoriert“, erklärt der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) Lüneburg die Gruppierung. Das gehe sogar so weit, dass Angehörige der Szene die Legalisierung von Vergewaltigungen und sexualisierter Gewalt fordern.

Der AStA Frankfurt sorgte nun durch einen Artikel über die sogenannte Pick-Up-Artist-Szene für viel Aufregung. In seiner Zeitung veröffentlichte er einen Artikel einer studentischen Gruppe der Uni Frankfurt, die Pick-Up-Artists für Übergriffe auf dem Campus mitverantwortlich machten. Darin wurde der Name und das Bild eines Studenten abgedruckt, der immer wieder öffentlich als Pick-Up-Artist auftritt und Dating-Seminare gibt. Der Student, der sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt fühlte, trieb eine Klage bis vor das Oberlandesgericht Frankfurt und forderte Anonymisierung. Dem Kläger wurde Recht gegeben, der AStA Frankfurt musste den Artikel aus dem Netz nehmen.

Bundesweit haben sich nun schon 54 Studentenvertretungen und -verbände zusammengeschlossen, um sich mit dem AStA in Frankfurt zu solidarisieren. Die beteiligten Organisationen haben den Artikel wieder veröffentlicht, um zu zeigen, dass allgemeinpolitische Themen auch hochschulpolitisch aufzugreifen seien. Denn im Urteil des Gerichts hieß es, der AStA Frankfurt habe sein „hochschulpolitisches Mandat“ überschritten. „Es ist wichtig, dass sich Studierendenschaften gegen Sexismus und Gewalt einsetzen, auch wenn diese Phänomene nicht auf die Hochschule begrenzt bleiben“, sagt AStA-Sprecher Jasper Kahrs aus Lüneburg dazu.

Auf die Solidaritätsbekundungen der einzelnen Bündnispartner folgten nun Abmahnungen einer Medienkanzlei. „Wir mussten den Artikel rausnehmen mit der Anweisung, nicht mehr darüber zu berichten oder nicht personifiziert zu schreiben“, sagt Kahrs, der es trotzdem für wichtig hält, öffentlich über die aus seiner Sicht manipulativen und gewaltvollen Vorgehensweisen von Pick-Up-Artists aufzuklären.

Ausschlaggebend war an der Uni Frankfurt die Arbeit einiger Studenten, die eine E-Mail-Adresse eingerichtet haben, unter der sich Betroffene melden können. „Seit 2015 haben sich dort über 50 Personen gemeldet und über Belästigungen auf dem Campus berichtet“, sagt der Frankfurter AStA-Vorstand Valentin Fuchs auf LZ-Nachfrage. Und die Praktiken seien denen, die Pick-Up-Artists in Seminaren und Workshops propagieren, „sehr ähnlich“.

Der AStA Frankfurt hat das Urteil des Oberlandesgerichts nicht akzeptiert und Einspruch eingelegt. Er forderte die Klägerseite auf, erneut Klage zur Hauptsache zu erheben. „Sonst verfällt das Urteil, ich gehe also davon aus, dass die Gegenseite dem nachkommen wird“, sagt Fuchs selbstbewusst. Er rechne mit einem erneuten Verhandlungsbeginn im Sommer. Der AStA Lüneburg steht – wie alle anderen Bündnispartner – hinter diesem Vorgehen.

One comment

  1. Georg Schrader

    Bin ich hier im Schweinestall ? Wo kommt denn dieses Thema her ? Tja, aus dem Land unserer besten Freunde und nur deshalb, weil die herrliche Moral dort zu einer Protestbewegung geführt hat. Was hätte denn unser verehrter Herr Wolfgang von Goethe dazu gesagt ? Gar nichts. Er hätte die Tür geschlossen, Punktum.
    Das Thema ist eine Sauerei, oed und unendlich langweilig und führt in eine Sackgasse. Und was soll man zu einem Erstklässler sagen, der noch nicht einmal die Zahlen bis 100 kann, der aber behauptet, die Integralrechnung zu beherrschen ? Das Thema verkennt zu 100 % die zu Grunde liegende Fakten. Und diese sind in der 5000 Jahre alten Tantrapraxis (Tantra kommt aus Indien) niedergelegt.
    Entgegen unser durch die Bibel tradierten Auffassung ist die Vereinigung immer eine heilige Handlung, ganz gleich wie vollzogen. Nachzulesen bei Arthur Avalon, den hier in Deutschland natürlich niemand kennt, weil er auf Englisch geschrieben hat und diese graue Sprache uns Deutschen fast ewig verschlossen bleibt und erst recht umgekehrt. Der Inder namens Osho oder so ähnlich hat in den USA die Tantratechnik bekannt gemacht und bei uns gibt es neuerdings auch jede Menge von Tantrastudios.
    Mit der Tantrapraxis ist es nicht so leicht; wenn man die heilige Handlung gut 20 Jahre geübt hat, dann hat mans vielleicht drauf und kann zum eigentlichen Endthema übergehen, der spirituellen Erleuchtung, angefangen vom unteren Chakra. (was das ist, weiss hier auch niemand, macht aber nichts, Google weiss es). Dieser spirituelle Weg ist in Indien heute nicht mehr so aktuell; es gibt Neueres (Matrimandir).