Aktuell
Home | Lokales | Gellersen | Pläne für Baugebiet und Straßensanierung in Kirchgellersen
Die Straßen in Kirchgellersen erhalten nach und nach eine neue Deckschicht. 2016 ist der Einemhofer Weg an der Reihe. Foto: uk
Die Straßen in Kirchgellersen erhalten nach und nach eine neue Deckschicht. 2016 ist der Einemhofer Weg an der Reihe. Foto: uk

Pläne für Baugebiet und Straßensanierung in Kirchgellersen

uk Kirchgellersen. Die Gemeinde Kirchgellersen möchte weiter wachsen. Der Erwerb von Bauland bildet den größten Investitionsposten im Haushaltsplan 2016, den der Rat in seiner jüngsten Sitzung in der Grundschule Kirchgellersen einstimmig beschloss. Bereits für 2015 war der Ankauf von Grundstücken für kleinteiliges Gewerbe und Wohnbebauung vorgesehen gewesen, diese Planung habe sich aber zerschlagen, erklärte Gemeindedirektor Tobias Raudies auf Nachfrage: „Es war unsicher, ob Wohnbebauung an dem Standort überhaupt umsetzbar ist. Deshalb schlagen wir nun einen anderen Weg an anderer Stelle ein.“

Wie Bürgermeisterin Ursula Freitag (SPD) mitteilte, steckt die Gemeinde derzeit in Verhandlungen mit Grundeigentümern. Fest steht bereits, dass zur Finanzierung der Investitionen eine Kreditaufnahme in Höhe von 280000 für 2016 notwendig wird. Freitag zeigte sich insgesamt zufrieden mit der Finanzlage: „Besonders erfreulich ist, dass der Ergebnishaushalt (2,31 Millionen Euro) ausgeglichen ist. Das war in den Jahren zuvor nicht der Fall.“

Im Finanzhaushalt stehen 2,2 Millionen Euro an Einzahlungen 2,4 Millionen Euro an Ausgaben gegenüber. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf 877500 Euro, von denen 650000 Euro auf den Erwerb von Grundstücken entfallen. Mit der Sanierung der Straßen geht es weiter, auf dem Plan steht der Einemhofer Weg mit 100000 Euro. Für den barrierefreien Umbau der Bushaltestellen sind 20000 Euro eingeplant, für Obstbaumpflanzungen und weitere Weihnachtsbeleuchtung je 5000 Euro.

Auch Maike Felske und Heidrun Deising können sich mit ihrem Projekt „Babywatching“ über einen Zuschuss von 700 Euro freuen. Sie stellten das bereits seit 2006 laufende Angebot an der Grundschule eigens im Rat vor. Besuche von Babys mit ihren Müttern in den Schulklassen haben nachweislich positive Effekte: Allein durch die Beobachtung werde das Einfühlungsvermögen und das Miteinander gestärkt.

Beinahe schon traditionell fiel eine Debatte um den Haushalt auch dieses Jahr aus. Dafür fehlt es in Kirchgellersen offenbar an Kontroversen, vielmehr zeigte sich der Rat demon­strativ einig. Folglich stand der Dank im Mittelpunkt: Für die rot-grüne Mehrheitsgruppe bedankte sich Bärbel Wöller (SPD) sowohl bei Raudies, der sich hervorragend in das neue Amt als Gemeindedirektor eingearbeitet habe, als auch bei der Bürgermeisterin: „Du bist der ruhende Pol. Es ist immer wieder eine Freude, mit dir zusammenzuarbeiten.“ Jürgen Hövermann stimmte für die CDU mit ein, lobte die „faire und gute Zusammenarbeit.“

Einen Wermutstropfen fügte Raudies dann doch hinzu, indem er den Blick auf die Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuer legte. Diese liegen zwar unverändert bei 350 Prozentpunkten. Da der Großteil der Einnahmen aber über die hohen Umlagen wieder abfließe, bliebe am Ende „immer weniger übrig“, mahnte Raudies: „Die Gemeinde kommt wohl nicht umhin, hier etwas zu ändern.“

Breitband in Eigenregie

Die Gemeinde Kirchgellersen beteiligt sich nicht am Breitbandprojekt des Landkreises Lüneburg. Grund sind laut Raudies vor allem die hohen Kosten von voraussichtlich 140000 Euro. Stattdessen nimmt sich Kirchgellersen die Nachbargemeinde Südergellersen zum Vorbild und will den Ausbau in Eigenregie stemmen. Da sich ein Hauptverteiler der Telekom im Dorf befinde, sei der Ausbau mit vergleichsweise geringem Aufwand machbar, sagte Raudies. Mit einem Interessenbekundungsverfahren will die Gemeinde nun einen Anbieter finden, der den Lückenschluss durchführt. 20000 Euro wurden vorsorglich in den Haushalt eingestellt. uk