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Um Leistung und Transparenz im Sinne der Bürger bemüht ist Bienenbüttels Bürgermeister Dr. Merlin Franke. Im Oktober 2014 hat er deshalb im Rathaus eine Schuldenuhr installieren lassen. Doch jetzt hat er aus Sicht einiger Mitarbeiter den Bogen überspannt. Foto: t&w
Um Leistung und Transparenz im Sinne der Bürger bemüht ist Bienenbüttels Bürgermeister Dr. Merlin Franke. Im Oktober 2014 hat er deshalb im Rathaus eine Schuldenuhr installieren lassen. Doch jetzt hat er aus Sicht einiger Mitarbeiter den Bogen überspannt. Foto: t&w

Zoff im Rathaus Bienenbüttel

pet Bienenbüttel. Miese Stimmung herrscht offensichtlich im Rathaus der Gemeinde Bienenbüttel. Mitarbeiter der Gemeinde, die nicht genannt werden wollen, werfen Bürgermeister Dr. Merlin Franke (CDU) schlechten Stil vor. Der Verwaltungschef wehrt sich gegen die Vorwürfe, spricht von einem „prima funktionierenden Mitarbeiterteam, das gut zusammenarbeitet“.

Die Situation wurde spätestens am vergangenen Donnerstag auch nach außen sichtbar: Als die Verwaltungsausschussmitglieder der Gemeinde am frühen Abend zu ihrer Sitzung im Rathaus zusammenkamen, wurden sie von Mitarbeitern der Verwaltung vor dem Gebäude empfangen. Als „stummen Protest“ interpretierte ein Beobachter die Situation — die vor dem Rathaus Versammelten schwiegen. Eine ähnliche „Mahnwache“ hatte es bereits Ende Februar gegeben.

Von „einem Dutzend“ Verwaltungsmitarbeitern, die sich vor dem Rathaus versammelt hatten, berichtet der Beobachter. Eine Zahl, die Merlin Franke anzweifelt. Auf LZ-Nachfrage sagt er: „Einige der Personen waren …keine Verwaltungsmitarbeiter.“ Und er fügt hinzu: „Ich vermute eine bewusste Kampagne.“ In der Bienenbütteler Verwaltung arbeiten insgesamt 46 Mitarbeiter.

Von einem „harten Regiment“ durch den Bürgermeister spricht ein Mitarbeiter der Verwaltung. Die Rede ist auch von Abmahnungen, mit denen der Verwaltungsschef Druck mache. Dazu Franke: „Zu einzelnen Maßnahmen darf ich mich nicht äußern. In meinen drei Jahren als Bürgermeister hat es lediglich zwei Fälle gegeben, in denen die Personalvertretung natürlich eingebunden war.“ Weiter sagt Franke: „Im Interesse aller engagierten und ordentlich arbeitenden Kollegen wäre ein ,Wegschauen jedoch nicht fair.“

Franke sagt: „In den vergangenen Jahren konnten wir viel gemeinsam schaffen und Bienenbüttel positiv verändern. Dies ist — gemeinsam mit der Politik — ein Teil unseres Auftrages, den uns der Bürger und Steuerzahler mit auf den Weg gibt. In Sachen Freundlichkeit und Serviceorientierung sind wir besser geworden. Leider ist dieser Dienstleistungsgedanke noch nicht bei allen Beschäftigten vollends angekommen. Einige wenige Mitarbeiter/innen könnten sich hier noch positiv verändern. …Es geht mir hier um die Dienstauffassung einiger weniger.“

Franke äußert aber auch schwerere Vorwürfe — ohne diese zu konkretisieren: „Es ist … meine Pflicht als … gewählter Bürgermeister der Gemeinde, klar erkennbaren Schaden von dieser abzuwenden und z.B. Delikte wie schlimmstenfalls Betrug oder Diebstahl zu verfolgen und im Rahmen der Arbeitgeberrechte zu ahnden.“

Auf die Frage, ob es Maßnahmen gebe, mögliche Differenzen innerhalb der Bienenbütteler Verwaltung zu beheben, antwortet Franke, er habe sich „bereits an alle Mitarbeiter gewandt“. Weiter sagt er: „Für offene und faire Gespräche stehe ich jederzeit zur Verfügung und habe diese mehrfach geführt und angeboten.“

Reinhard Schelle-Grote (Grüne) ist Ratsmitglied und im Verwaltungsausschuss, war am vergangenen Donnerstag dabei, als sich die Mitarbeiter vor dem Rathaus versammelt hatten. Er sei im Vorfeld mehrfach „von außen“ auf das Klima im Rathaus angesprochen worden, berichtet er. Und auch sein „Gefühl“ sage ihm, „dass es atmosphärisch anders“ im Rathaus zugeht, als es früher der Fall war.