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Bahn und metronom unter Zugzwang: Pendlerin stellt Strafanzeige

jdr Lüneburg. Eine Woche ist es her, dass rund 300 Fahrgäste mehr als viereinhalb Stunden im metronom zwischen Hamburg und Lüneburg festsaßen: Ein Kurzschluss an der Oberleitung hatte den Zwangsstopp zur Folge (LZ berichtete). Während metronom und Deutsche Bahn gut funktionierendes Krisenmanagement verlautbaren ließen, häufen sich Beschwerden der Kunden. Passagiere machen ihrem Unmut über mangelhaftes Notfallmangement Luft. Sogar eine Strafanzeige wurde gestellt, der Vorwurf: unzumutbare Festsetzung.

Verspätungen und Zugausfälle ist Pendlerin Susanne Hilken aus Bienenbüttel gewohnt. Als „unmenschlich“ jedoch sei der Vorfall aus der vergangenen Woche einzustufen. Der Stromausfall habe nicht nur zum Versagen der Lüftung, Heizung und der Toiletten geführt, auch die Getränkeautomaten seien stundenlang außer Betrieb gewesen. „Dass alle vorhandenen Getränke ausgegeben wurden, ist also gelogen.“ Sie habe zu dem Zeitpunkt einen Infekt mit sich herumgetragen. „Nach einigen Stunden war ich durch die Krankheit so ausgedörrt, dass ich mir nicht anders zu helfen wusste, als den Zugbegleiter anzusprechen — der freundliche Mann bestand darauf, mir seine immerhin noch halbvolle Flasche Mineralwasser zu geben.“

Auch, dass metronom als Argument gegen eine Evakuierung die mangelnde Sicherheit anbringt, ist für Hilken nicht nachvollziehbar. Etwa 30 Minuten lang habe auf einem der benachbarten Gleise ein weiterer metronom in Gegenfahrtrichtung gestanden, sei dann nach Hamburg weitergefahren. „Warum war es nicht möglich, uns über den hinteren Zugteil rauszulassen und mit dem anderen Zug nach Hamburg zu bringen?“ Susanne Hilken vermutet: „Eine Evakuierung wäre zu teuer gewesen.“ Sie habe jetzt Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Hamburg gegen die Verantwortlichen gestellt. „Es steht jedem Bürger frei, seine Meinung zu äußern und Umstände anzuzeigen“, sagt metronom Pressesprecher Harald Lukaschewsky auf LZ-Anfrage zu den Vorwürfen der geprellten Kundin. „Die Rückschlüsse, die Frau Hilken zieht, stützen sich jedoch auf Spekulationen.“

Hilken und weitere Fahrgäste hatten zudem eine beschönigende Darstellung der Umstände und mangelnde Vorbereitung auf den Ausnahmefall beanstandet. Dazu Lukaschewsky: „Wir haben ein gut organisiertes Krisenmanagement, es existieren Notfallpläne für sämtliche Fälle. Unsere Züge werden außerdem in regelmäßigen Intervallen gewartet.“ Den Gesamt-Ausfall der Technik, wie Hilken und Andere ihn beschreiben, bestätigt Lukaschewsky nicht.

Auch die Gründe für die späte Bergung bleiben bis auf Weiteres offen. Bahn-Pressesprecher Egbert Meyer-Lovis erklärt: „Der Schaden wurde um 20:17 Uhr gemeldet, um 20:48 Uhr war der DB-Notfallmanager vor Ort und um 21.35 Uhr hätte die Fahrt wieder aufgenommen werden können.“ Warum das nicht der Fall war, habe von diesem Zeitpunkt an in den Händen des metronom gelegen. Laut Lukaschewsky hatte auch das Uelzener Unternehmen einen Sachverständigen vor Ort gesandt, der sich mit dem Notfallmanager der Bahn verständigte. Wie es zu der zeitlichen Verzögerung kommen konnte, wollte Lukaschewsky nicht kommentieren.

 

Übrigens:

Jeder, der ein Ticket für diese Fahrt nachweisen kann und sich beim Personal einen Verspätungsnachweis ausstellen ließ, hat laut Lukaschewsky Anspruch auf eine Entschädigung

3 Kommentare

  1. Die Aussage des Bahn Pressesprechers ist eine Lüge und eine Frechheit noch dazu. Zu diesem Zeitpunkt ist der Spezialzug zum erden der Verbindung noch lange nicht eingetroffen gewesen.

    • Ich weiß nicht genau worauf du ansprichst .. aber ich glaube es geht um den Satz „….um 20:48 Uhr war der DB-Notfallmanager vor Ort….“. Das sagt nicht aus das der Spezialzug vor Ort war. Es war der DB-Notfallmanager vor Ort. Und das war (denke ich mal) eine Person die sich das angeguckt hat und dann entschieden hat was weiter bpassieren soll/kann.

      • Es geht um die Aussage „um 21.35 Uhr hätte die Fahrt wieder aufgenommen werden können.“. Ohne die benötigte Erdung sollte dies zu dem Zeitpunkt unmöglich gewesen sein.