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Das Einkaufszentrum im Herzen des Stadtteils: Seit Jahren herrscht ein größerer Leerstand, deshalb plant die Stadt eine Umgestaltung. Unter anderem soll Platz geschaffen werden für einen Drogeriemarkt. Foto: t&w
Das Einkaufszentrum im Herzen des Stadtteils: Seit Jahren herrscht ein größerer Leerstand, deshalb plant die Stadt eine Umgestaltung. Unter anderem soll Platz geschaffen werden für einen Drogeriemarkt. Foto: t&w

Bürgerforum Kaltenmoor: Stadt stellt Pläne für Umgestaltung vor

ca Lüneburg. Es war mal chic, galt sogar in Schulbüchern als Vorbild des sozialen Wohnungsbaus, doch das Zentrum Kaltenmoors ist in die Jahre gekommen. Mit Mitteln aus dem Förderprogramm Soziale Stadt ist die Verwaltung seit langem dabei, überlebte Ideen aus der Bauzeit in den 60er- und 70er-Jahren abzustreifen und der Moderne anzupassen. Der nächste Schritt in dem Konzept ist das Einkaufszentrum. Läden stehen leer, Kunden finden Geschäfte wenig attraktiv, Geschäftsleute Flächen zu klein. Das soll sich ändern.

Am Montagabend stellten Oberbürgermeister Ulrich Mädge und seine Crew im Gemeindezentrum die Überlegungen vor rund 50 Bürgern vor. Einfach gesagt: Bagger räumen einen Teil der Ladenzeile von Bürgertreff und Sparkasse ab, dafür entsteht ein Neubau. Zwar gebe es reichlich Drogeriemärkte in der Stadt, aber im bevölkerungsreichsten Lüneburger Stadtteil fehlt einer. Laut Mädge möchte ein Interessent eine Filiale eröffnen, er benötige dafür 800 Quadratmeter.

Um ein Geschäft dieser Größe zu schaffen, müssten Altbauten verschwinden, der dahinterliegende Parkplatz überbaut werden. Eine Herausforderung für die Stadt bei den Kaufverhandlungen, denn die Läden und auch die Stellflächen gehören unterschiedlichen Privatleuten und keinem Großeigentümer. Manche Händler der Passage seien bereit zu verkaufen, einige stellten aber horrende Forderungen, die könne und wolle man nicht erfüllen.

Am Ende soll jedenfalls eine Neuordnung des Komplexes stehen, sagte Mädge. Denkbar sei auch, dass Läden quasi durchgetauscht werden, also ihren Standort wechseln. Aus Befragungen wisse die Verwaltung, dass gerade junge Leute sich beispielsweise einen Bäcker wünschen. Wenn alles klappt, soll mit den Umbauten im Frühjahr 2017 begonnen werden.

Etwas ändern soll sich auch an der Hauptachse, die den Stadtteil durchzieht: Die breit angelegte Carl-Friedrich-Goer­deler-Straße soll bekanntlich schmaler werden (LZ berichtete). Tiefbauamtschefin Uta Hesebeck erklärte, dass Arbeiter die Fahrbahn in einigen Bereichen verengen; zudem verlegen sie Geh- und Radwege beziehungsweise bauen sie neu. Die Grünflächen erhalten einen neuen Charakter. Ein Blumenband soll sich entlang der Straße ziehen. Die Intention: Autos sollen langsamer fahren, Radler und Fußgänger mehr Platz erhalten.

Bürgervertreter

Im Rahmen des Projektes Soziale Stadt haben auch Bürgervertreter das Wort. Das Gremium ist nun neu gewählt worden. Mitglieder sind wieder Herbert Brock, Friedrike Schmidt, Gertrud Sorich und Harald Töwe. Neu dazugekommen sind Jürgen Beckmann und Wolfgang Prößler.

Sicherer Stadtteil

Der Stadtteil ist besser als sein Ruf: „Kaltenmoor ist sicher und lebenswert“, sagt Lüneburgs Polizeichef Hans-Jürgen Felgentreu. Die Kriminalität liege im Vergleich zur Einwohnerzahl — in dem Karree leben rund 9200 Menschen — nicht höher als in anderen Vierteln. In der Innenstadt ist die Polizei stärker gefordert.

Es gab aus der Runde kaum Nachfragen. Doch ein tieferer Blick lohnt sich. Denn in den vergangenen Jahren gab es einen dramatischen Wandel. 2008 zählte die Polizei in Kaltenmoor 1100 Straftaten, 2014 waren es 890, 2015 nur noch 700. Bei den Roheitsdelikten, dazu zählen Raub und Körperverletzung, gab es von 2014 auf 2015 einen Rückgang um knapp 30 auf nun 145 Taten.

Dafür gibt es aus Sicht der Polizei zwei Gründe, einer ist naheliegend: Eine kurdische Familie, die immer wieder in Prügeleien verwickelt war, ist dort weggezogen. Zudem haben Stadt und Sozialträger ihre Arbeit dort verstärkt.

Es gab allerdings auch eine harte Linie, die Polizei nach Bedrohungen von Beamten und Massenschlägereien fuhr. Die Bereitschaftspolizei war oft unterwegs und kontrollierte, gegen immer wieder auffällige junge Männer wurden Betretungsverbote für den Bereich des Einkaufszentrums verhängt und gerichtlich bestätigt. ca