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Die Überraschunng ist perfekt: Das Vamos erhält eine Galgenfrist bis Ende 2017. Foto: t&w
Die Überraschunng ist perfekt: Das Vamos erhält eine Galgenfrist bis Ende 2017. Foto: t&w

Galgenfrist fürs Vamos

red Lüneburg. Der Vertrag für die Vamos Kulturhalle auf dem Lüneburger Uni-Campus wird nun doch um einige Monate verlängert. Uni-Präsident Sascha Spoun hatte das am Dienstag im LZ-Interview noch ausgeschlossen. Oberbürgermeister Ulrich Mädge sagte gestern Abend bei der Ratssitzung: Er habe mit dem Uni-Präsidenten gesprochen, der sei nun bereit, den Vertrag für das Vamos doch noch um neun Monate zu verlängern.

In einer aktuellen Pressemitteilung heißt es, der Betrieb des Vamos werde bis Ende September 2017 fortgesetzt. Wie berichtet, endet der Mietvertrag für die Kulturhalle nach zwei Verlängerungen um jeweils ein Jahr eigentlich Ende 2016. Dass Uni-Präsident Spoun jetzt einlenkt, überrascht. Erst in der vergangenen Woche sagte er der LZ wörtlich und im Video: „Seit 2004 ist bekannt, dass die mietfreie Überlassung der Halle eigentlich schon 2014 ausgelaufen ist. 2015 und 2016 haben wir sie gegen eine geringe Miete verlängert. Es kann aber bei aller Wertschätzung für das Vamos seit drei Jahren keine Zweifel daran geben, dass es sich einen neuen Standort suchen muss. Und die Halle steht auch nicht zum Verkauf, wir brauchen das Areal für die Universität, und zwar dringend.“

Trotz des dringenden eigenen Bedarfs an der Liegenschaft wolle man sich einer konstruktiven Lösung des Problems jedoch nicht verschließen, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Spoun: „Deshalb sind wir der Initiative des Oberbürgermeisters gefolgt, der Campus Management GmbH für eine Übergangszeit letztmalig einen neuen Mietvertrag anzubieten.“ Der Oberbürgermeister habe überzeugend dargelegt, dass er sich mit allen seinen Möglichkeiten engagiert dafür einsetzen werde.

Die Universität benötige ihre Liegenschaft dringend für eigene Zwecke. Im kommenden Jahr soll das Vamos-Gebäude für den Hochschul-Sport hergerichtet werden, weil die Uni-Sporthalle renoviert werden müsse. Das Land Niedersachsen hat dafür einen Millionenbetrag zur Verfügung gestellt, der zeitnah verausgabt werden müsse. Auch langfristig habe die Universität Pläne mit dem Areal.

Vamos: Spouns Abgesang vom 10. März

4 Kommentare

  1. Vamos bei den Hoppenstedts

    Wenn es wahr ist — und es ist wahr ! –, dass es seit mindestens (!!!) „drei Jahren keine Zweifel daran geben kann, dass sich das Vamos einen neuen Standort suchen muss“, dann scheint „das Problem“ doch wohl in einem Totalversagen des Managements der Campus Management GmbH zu bestehen, deren geschäftsführende Personalitäten, statt sich nach einer anderen Halle umzusehen oder eine zu bauen, auf greinende Petitionsdemarchen und sozialdemokratische Gummitwistbeziehungen setzen, um auch weiterhin von der öffentlichen Landes- oder Hansehand wettbewerbsverzerrend günstige Bedingungen einzuheimsen, damit sie konkurenzlos saftige private Gewinne zusammenhoppen und sich als generöse spendierhosentragende Sportsklaussponsoren mit Oberbürgermeistern und Landräten in den Blättern der Lokalzeitung ablichten lassen können.

    „Der Oberbürgermeister habe überzeugend dargelegt, dass er sich mit allen seinen Möglichkeiten engagiert dafür einsetzen werde“?

    Ja, mein Gott, man liest´s und reibt sich die Augen. Ein Oberbürgermeister zwingt einen Uni-Präsidenten, sich erneut als entschlossenen Dampfplauderer zu outen?

    Ein Oberbürgermeister hat „überzeugend dargelegt“ ? — WAS denn bloß?

    Ein Oberbürgermeister wird sich „dafür einsetzen“? — Aber, WOFÜR denn?

    Ein Oberbürgermeister „engagiert sich mit allen seinen Möglichkeiten“? — Herr im Himmel, aber WARUM nur?

    Fragt Hermann Kules

    • Edmund Kisicki

      Lieber Hermann Kules,

      Sie haben ja so recht. Campus Management sollte sich dringend eine neue Location suchen.

      Ich schrieb es schon vor Wochen: über das Vamos wird eine Zufahrtsstraße führen und das macht Sinn. Mal ehrlich. Das Ding steht total im Weg und wirkt neben dem 80 Mio. Libeskind-Palazzo wie eine schäbige Hundehütte. Da lässt sich doch – bei aller Nostalgie – selbst in Lüneburg was besseres finden.
      Den unendlichen Eiertanz von Campus, Uni und Politik find ich einfach lächerlich.

      Edmund Kisicki

  2. Ich würde ja eher annehmen, dass die Uni-Leitung schon sehr lange aus den Augen verloren hat, dass Sie Studenten betreuen soll. Der Neubau ist ein Grössenwahnprojekt, für das jetzt die eigentlichen Infra-Struktur einer Uni-Stadt leiden muss. Für Studenten gehören Parties und Konzerte zum Studentenleben. Die sind weit wichtiger als eine Millionen-Pleite eines Star-Architekten. Da aber jetzt das Geld wieder reinkommen muss, wird zu Geld gemacht, was überflüssig erscheint, aber eben für die Studenten selber Bedeutung hat.

    Was stören da die lieben Studenten noch weiter….
    Ich bin zwar lange raus aus dem Vamos-Alter, aber die Uni-Leitung sollte sich eher durch Versorgung für die Studenten und den Lehrkörper und nicht durch Beton einen Namen machen. Und davon erlebt man wenig.

    • Was hat denn das Vamos noch mit Studenten zu tun? Das ist eine von der Uni und den Steuerzahlern subventionierte Disco, in der vornehmlich 30 und 40 up Partys gut besucht sind und die in der Hauptsache dem wirtschaftlichen Wohlergehen der Hoppenstedts dient. Wenn der,wirtschaftliche Erfolg der Uni dienen würde wäre für die Studenten schon viel gewonnen.